Drei Ratten und ein grausames Herrchen – zu diesen Graffitis bekennt sich Banksy

27.06.2018, 15:2827.06.2018, 17:11

Auf seinem Instagram-Account hat sich der Street-Art-Künstler Banksy nun zu drei Bildern, die am Wochenende in Paris aufgetaucht waren, bekannt. 

Zu diesen Bildern äußerte er sich:

Zum Bild der vermummten Ratte, welches an einer Hauswand in der Nähe des Kunstmuseums Centre Pompidou entdeckt wurde, schrieb der britische Künstler: "Fünfzig Jahre nach dem Aufstand in Paris 1968: Der Geburtsort der Schablonenkunst."

In Paris waren 7 Werke aufgetaucht:

Zu den anderen Werken äußerte er sich nicht. Zuletzt war am Dienstag ein Graffito am Bataclan-Theater aufgetaucht. Am Notausgang des Venue ist eine weiße Gestalt auf schwarzem Hintergrund zu sehen. Davor wurde eine weiße Kerze angezündet. 

Im Bataclan waren am 13. November 2015 90 Menschen bei Terroranschlägen gestorben. 

Bereits am Wochenende hatte Banksy offenbar Spuren in Paris hinterlassen. Sechs Werke, die über das Wochenende an Hauswänden in der französischen Hauptstadt entstanden sind, werden dem anonymen Künstler zugeschrieben. Hinter den Motiven versteckt sich eine Kritik an der Flüchtlingspolitik der französischen Regierung. 

Eines der Bilder prangt in der Nähe eines ehemaligen Aufnahmezentrums für Flüchtlinge am nördlichen Stadtrand von Paris. Es zeigt ein dunkelhäutiges Mädchen, das neben seinem Schlafsack ein Hakenkreuz mit einem rosafarbenen Teppichmuster überpinselt – offenbar, um sich ein schöneres Ambiente zu schaffen. Seit die Aufnahmeeinrichtung im März geschlossen wurde, campieren hunderte Flüchtlinge an Kanälen und unter Autobahnbrücken im Freien – auch am Sonntag schliefen einige Migranten nahe dem Graffito. 

Banksy, der seine Identität geheim hält, hat die Kunstwerke nicht im Internet, etwa über das Online-Netzwerk Instagram, angekündigt. Experten gehen aber davon aus, dass sie von ihm stammen. "Das ist absolut der Stil von Banksy aus den 2000er-Jahren", sagte der Kunsthistoriker Paul Ardenne. 

"Es hat eine besondere Handschrift, die Farbe, die Verwendung von Fotos und deren grafische Umwandlung: Entweder ist es ein Banksy oder eine sehr gute Kopie."
 Paul Ardenne, Kunsthistoriker

Auch in der Nähe der Universität Sorbonne wurde ein mutmaßlicher Banksy entdeckt: Das Kunstwerk zeigt einen Mann, der eine Säge hinter seinem Rücken versteckt und mit der anderen Hand einem Hund einen Knochen hinhält – dem Hund fehlt ein Stück eines Vorderbeins. 

Banksy ist der prominenteste Street-Art-Künstler der Welt, seine Werke prangen in vielen Ländern an Wänden. In Paris begann nach Bekanntwerden der neuen Motive die Jagd auf die Bilder: In sozialen Netzwerken fragten Nutzer, an welchen Adressen die Kunstwerke zu finden sind. 

Banksy hatte seine Kritik am Umgang Frankreichs mit Flüchtlingen bereits 2015 in einem Kunstwerk zum Ausdruck gebracht. In der Nähe des Camps "Jungle" in Calais hinterließ er ein Motiv, das Apple-Gründer Steve Jobs – selbst Sohn syrischer Einwanderer – mit einem Bündel über der Schulter und einem Computer in der Hand zeigt. 

(hd/ pbl/afp)

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