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Pille abgesetzt – jetzt steht diese GNTM-Finalistin zu ihren Pickeln

Janna Specken

Seit Donnerstag rangeln sich bei "Germany's Next Topmodel" wieder zahlreiche erwartungsvolle junge Frauen mit zum Teil ungeübten Bewegungen über den Laufsteg. Sie alle wollen weit kommen, wenn Heidi Klum wieder Deutschlands schönstes Mädchen sucht. Auch Hanna Bohnekamp war vor neun Jahren in dieser Situation. Mittlerweile hat sie mit dem Format nichts mehr zu tun, doch das Modeln gehört auch heute noch zu ihrem Leben. Momentan ist die Auftragslage der jungen Frau aber getrübt. Der Grund: Hannas Gesicht ist übersät mit Pickeln.

Was ist passiert? "Ich habe nach zwölf Jahren die Pille abgesetzt und sofort Pickel bekommen." Als Jugendliche wurde ihr das Medikament verschrieben, weil sie sehr schlechte Haut bekam. "Damals war ich 14 Jahre alt und wollte sie auch unbedingt haben. Jeder in meinem Umfeld hatte die Pille genommen", erklärt Hanna im t-online.de-Interview. "Außerdem hat es ja den Effekt, dass man generell weiblicher wird. Mit 14 war bei mir Flachland, ich war noch sehr Mädchen und habe mich dann ultra darauf gefreut. Bis ich fraulicher wurde, hatte es zwar etwas gedauert, aber meine Haut wurde sofort besser."

Doch mit der starken Hormonbehandlung kamen auch die Probleme. "Ich hatte immer vor und nach meiner Periode Brustschmerzen. Ich hatte im Zyklus öfter Brustschmerzen als keine Schmerzen. Für mich war das aber normal, ich kannte es nur so und habe auch mit niemandem darüber gesprochen. Man spricht generell ja nicht darüber." Es sei für sie sehr belastend gewesen, mit diesen Schmerzen zu leben. "Ich bin nachts vor Brustschmerzen aufgewacht", verrät sie.

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Hanna Bohnekamp privat

Probleme wie Migräne oder Gewichtszunahme hatte sie durch die Pille zwar nicht, doch die ständigen Brustschmerzen waren Grund genug, die Pille kritisch zu hinterfragen. Das Model stellte sich nach zwölf Jahren vor, wie viele Pillen sie nun schon genommen hatte. Als in Hannas Kopf ein riesiger Haufen Medikamente Form annahm, bekam sie Herzrasen und fing an, sich Fragen zu stellen. "Ich hatte nie einen eigenen funktionierenden Zyklus, das hat mich sehr beschäftigt. Ich wollte wissen, funktioniert das von allein überhaupt und wie reagiert mein Körper, wenn ich ihn so wenig wie möglich mit Medikamenten behandel?"

Anfang September setzte die ehemalige GNTM-Zweitplatzierte die Pille ab. Die Folge: Pickel. Zwölf Jahre lang hatte sie eine hautregulierende Pille genommen. Als sie das Medikament absetzte, veränderte sich das Hautbild schlagartig. "Am Anfang war das schwierig, es hat mich deprimiert", gibt Hanna zu. Zunächst schminkte sie sich dicker, versuchte, die unhübschen Stellen in ihrem Gesicht zu überdecken. Doch selbst eine zentimeterdicke Make-up-Schicht habe die Mitesser nicht verstecken können. Sie beschließt, es einfach dabei zu belassen, sich zu zeigen, wie sie in dieser jetzigen Phase nun einmal aussieht.

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GNTM-Finalistin Hanna möchte sich nicht mehr verstecken .

"Ich lasse mich ganz sicherlich davon nicht unterkriegen", stellt Hanna klar. "Und ich werde deswegen auch ganz sicher nicht wieder anfangen, die Pille zu nehmen. Das ist keine Option." Ihrem Körper wolle sie jetzt einfach auch einmal die Zeit geben, die er braucht, um allein zu funktionieren. "Ich möchte mein Leben nicht von einer Pille bestimmen lassen", so das Model. "Deswegen habe ich beschlossen: Wenn ich mich verkrieche und mich nur noch geschminkt zeige, dann ist das falsch. Obwohl ich jetzt nicht mehr so aussehe wie früher, will ich mich trotzdem zeigen."

Gerade als Frau und als Model stehe sie häufig unter einem Druck, dem sich die 26-Jährige nicht mehr aussetzen will. "Ich habe manchmal das Gefühl, dass Pickel gerade für Frauen etwas sind, das sie verunsichert. Frauen müssen schön aussehen und wenn sie sich nicht zurechtgemacht haben, sollten sie sich schämen? Nein, das sehe ich nicht so. Wofür sollte ich mich schämen?" Hanna ist nicht mehr in dem Alter, in dem Pickel normal sind, das weiß sie. Doch ist sie in einem Alter, in dem sie die Stärke besitzt, damit umzugehen. "Der Vorteil ist", so erklärt sie, "jetzt, mit 26, ist es für mich leichter, das durchzustehen, als noch mit 14 Jahren. Ich bin fast froh, dass ich das jetzt erst erleben muss."

Auch auf ihrem Instagram-Profil zeigt sich Hanna immer wieder ungeschminkt, oder stellt Bilder online, die nicht bearbeitet wurden. "Ich habe mich früher sehr sehr viel geschminkt. Via Social Media habe ich mich nur geschminkt gezeigt. Manchmal habe ich mich extra nur für eine Instagram-Story geschminkt und mir schnell noch ein paar Augenbrauen aufgemalt." Das sei jetzt nicht mehr so, auch wenn das Model zugibt: "Ich genieße es, besonders gut auszusehen, denn natürlich macht es was mit einem, wenn man Make-up auflegt."

Ihre Modelkarriere leidet unter der ganzen Geschichte, erklärt die ehemalige GNTM-Finalistin. "Ich habe schon Absagen wegen meiner Haut bekommen." Bei Anfragen sagt sie jetzt immer dazu, dass sie Pickel hat. Das Ergebnis: Manche Auftraggeber wollen sie nicht, anderen ist es egal. "Es kommt drauf an, was für Aufnahmen das sind. Wenn es sich um Beautyarbeiten handelt, dann macht es mit dieser Haut aktuell keinen Sinn. Für manche Auftraggeber ist es aber auch egal, da die traurigerweise sowieso so viel mit Photoshop arbeiten, dass die Haut keine Rolle spielt."

Die Reaktionen auf ihrem Instagram-Profil seien meistens positiv. Es kommt gut an, dass Hanna sich natürlich zeigt, trotz Pickeln. "Die meisten trauen sich nicht, solche Bilder von sich zu zeigen. Aber ich möchte die Leute einfach nicht veralbern. Ich möchte, dass die Leute sehen: So ist es einfach normal." Teilweise bekommt die junge Frau dafür sogar mehr Likes als vorher.

Um wenigstens ein bisschen gegen die Pickel zu steuern, versuchte Hanna eine neue Ernährung aus. "Natürlich muss sich der Körper erst einmal neu einstellen und man kann da nicht viel machen. Aber ich wollte wenigstens versuchen, ihn ein wenig besser dabei zu unterstützen. Ich habe deswegen auf Milchprodukte, Fleisch und Zucker verzichtet und mich basisch ernährt."

Die neue Ernährungsweise war hart. "Es isoliert einen sozial. Beim gemeinsamen Kochen oder Essengehen ist man total raus. Sogar bei Salat musste ich nachfragen, ob sie dort auch Apfelessig haben. In einem normalen Restaurant war ich wirklich aufgeschmissen", berichtet die Wahl-Duisburgerin. Doch mit einem klaren Ziel vor Augen, sich selbst, ihrer Haut und dem eigenen Körper damit etwas Gutes zu tun, hat sie es durchgehalten. Die Pickel sind noch da, in Begleitung mit der Erkenntnis, dass Hanna in jeder Lage sie selbst ist und sich nicht verstecken will – ob mit oder ohne Pickel.

Dieser Artikel erschien zuerst auf t-online.de

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