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Die Ruhe vor dem Sturm: Fünf Tage vor dem Boxing-Day im Jahr 1963 fallen bei Manchester United und FC Everton weitaus weniger Tore. bild: imago

Unvergessen

10 Spiele, 66 Tore – als der Boxing Day mit Toren überflutet wurde

reto fehr / watson.ch

In der Serie Unvergessen blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein großes Ereignis der Sportgeschichte zurück. Diesmal: Der 26. Dezember 1963. Der Boxing Day ist der heiligste Tag in Englands Fußball. Womöglich ist er auch der speziellste. Die Stimmung in den Stadien sei anders und die Begegnungen meist attraktiv. Für eine Erklärung der 66 Tore in 10 Partien reicht das alles aber nicht.

Fußball ist in England heilig. Und der Boxing Day im Fußball ist noch viel mehr als das. Traditionell treten die Teams der vier höchsten Ligen der Insel dann zu einer Vollrunde an. Dabei achten die Spielplanmacher darauf, dass die Fans nicht im halben Land herumreisen müssen, damit alle trotzdem die Weihnachtsfeiern genießen können und nicht schon am frühen Morgen des zweiten Weihnachtstags aus den Federn müssen, um ihre Lieblinge live im Stadion sehen. Kleine Reisen, große Einnahmen – so das inoffizielle Motto.

Natürlich hat sich mit der großen Kommerzialisierung alles etwas verändert, aber von den Partien am 26. Dezember schwärmen die Fans weiterhin. Eine spezielle Stimmung herrsche dann in den Arenen. Früher hieß es auch, dass man mehr Tore für sein Geld kriegt. In den letzten zehn Jahren fiel die Torausbeute nicht mehr überragend aus, doch der Boxing Day polarisiert weiterhin. Auch wegen der Erinnerung an den 26. Dezember 1963. Aber von vorne.

Die Enttäuschung ist groß, als der Boxing Day ein Jahr zuvor praktisch auf der ganzen Linie dem massenhaften Schneefall zum Opfer fällt. Nur drei Partien finden statt. Und auch die kommenden Wochen bieten kaum Fußball, zu garstig sind die Bedingungen. Der Ligabetrieb kommt erst im März wieder so richtig in Schwung.

Woher kommt der Boxing Day

Woher der Name Boxing Day ursprünglich kam, ist umstritten. Zum einen hätten früher die reichen Herren ihren Hausangestellten am Stephanstag Geschenke (in Boxen) überreicht, zum anderen heißt es, der Name kommt von der Bonuszahlung von Arbeitern, welche diese früher in Schachteln (boxes) erhielten.

1963 sind die Befürchtungen ähnlich. England erlebt mit dem "Big Freeze" einen der kältesten Winter der Geschichte. Der ganz große Schnee bleibt jedoch aus und die Teams der Division One (Vorgänger der Premier League) sorgen für warme Herzen.

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Sie stellen in zehn Partien mit 66 Treffern einen Rekord für die Ewigkeit auf. 6,6 Tore pro Spiel – das gab es nie zuvor und hat es seither nie mehr gegeben. Die "Daily Mail" titelt am nächsten Tag: 

"Verrückte, verrückte, verrückte, verrückte Fußballwelt am Boxing Day. Die Verteidiger waren im Geschenkemodus."

Besonders ins Auge sticht dabei das 10:1 von Fulham gegen Ipswich. Die Gäste wurden mit einer sehr ähnlichen Mannschaft immerhin 18 Monate zuvor noch Meister. In dieser Saison steigen die Ostengländer aber mit 121 kassierten Gegentoren in 42 Partien am Ende ab.

GRAHAM LEGGAT - PORTRAIT OF FOOTBALLER OF FULHAM FC FOOTBALL CLUB TEAM IN LONDON ; 17 AUGUST 1964, Copyright: Topfoto PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY UnitedArchivesIPU482578

Graham Leggat beim Fototermin im berühmten Craven Cottage des FC Fulham.  Bild: imago sportfotodienst

Nicht zu halten ist an diesem Tag Fulhams schottischer Nationalspieler Graham Leggat. Viermal netzt er ein. Seine ersten drei Treffer erzielt der "White Whirlwind" (weißer Wirbelwind) innerhalb von nur dreieinhalb Minuten, er erhöht nach knapp 20 Minuten von 1:0 auf 4:0. Schneller schaffte bis am 16. Mai 2015 – und Sadio Manés Kunststück in 2:56 Minuten – kein Spieler in der höchsten englischen Liga einen Hattrick.

Den Grund für die 10er-Packung findet Fulham-Boss Bedford schnell: "Es muss an diesen leckeren Truthähnen gelegen haben, welche wir den Spielern zu Weihnachten schenkten. Ab jetzt erhalten sie wöchentlich einen." Ipswich-Chef John Cobbold kommentiert mit typisch britischem Humor: "Das Spiel hätte auf beide Seiten kippen können. Bis es angepfiffen wurde."

Trost erhält er Jahre später von Fulham-Angreifer Alan Mullery, welcher den neunten Treffer erzielte und sich für ESPN einst erinnerte: "Es gab immer verrückte Resultate rund um Weihnachten. Man konnte es nicht erklären. Aber oft hast du hoch gewonnen oder brutal verloren. Ipswich verfügte damals auch über eine starke Mannschaft. Es war einfach einer dieser Tage."

"Einen dieser Tage" erwischen auch weitere Teams:

Natürlich kommt bei diesen Resultaten die Frage auf: Haben sich da einige Spieler über die Festtage zu sehr gehen lassen? Aus dem Schneider ist Chelsea. Das Team bereitete sich am 25. Dezember in einem Hotel am Meer auf das Spiel vor.

Auch Tottenham und Liverpool scheinen nicht über die Stränge gehauen zu haben. Bei den Spurs habe ein Verantwortlicher schon vor dem Spiel die Zimmer durchsucht, jedoch zumindest keinen Alkohol gefunden. Und bei Liverpool erklärte der legendäre Bill Shankly seinen Spielern schon vor den Festtagen: "Ihr könnt Weihnachten im Sommer feiern. Dann könnt ihr euch gehen lassen, wenn ihr wollt." Die Spieler hörten offensichtlich zu.

7 legendäre Weihnachstfeiern deutscher Fußballclubs

Übrigens: Der Spielplan will es, dass viele der Teams schon zwei Tage später wieder aufeinander treffen. Viele Tore fallen dann nicht mehr. Immerhin kann sich ManU mit dem 5:1 an Burnley rächen und Ipswich siegt nach der 1:10-Schmach zwei Tage später 4:2. Aber es ist eben nicht der Boxing Day.

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