Wirtschaft

Wo Gehälter offengelegt werden, wird gerechter bezahlt – eine Studie beweist das jetzt

Wenn Angestellte wissen, wie viel ihre Kollegen verdienen, wirkt sich das positiv auf die Zahlungsgerechtigkeit im Unternehmen aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie.

Ein Team aus Wissenschaftlern der University of Copenhagen, der Insead Business School, der University of North Carolina, der Cornell und der Columbia University hat laut der Nachrichtenagentur Bloomberg die Auswirkungen von verpflichteter Lohntransparenz auf Lohngerechtigkeit zwischen Männern und Frauen untersucht.

Die Forscher nahmen sich als Beispiel Dänemark, wo 2007 der sogenannte Equal Pay Act in Kraft trat. Dieses Gesetz verpflichtet alle Unternehmen mit mehr als 35 Mitarbeitern, dass mindestens zehn Angestellte des jeweiligen Geschlechts ihre Gehaltsstatistiken offen legen.

Die Forscher stellten fest: Das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen (gender pay gap) war seit der Einführung des Gesetzes in den untersuchten dänischen Unternehmen durchschnittlich um sieben Prozent gesunken.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Frauen in den betreffenden Unternehmen bekamen eine größere Gehaltserhöhung als in Unternehmen, die nicht zu Transparenz verpflichtet waren. Auch die Gehälter der Männer in diesen Unternehmen stiegen, allerdings moderater als "normalerweise".

Und wie ist die Lage in Deutschland?

Soweit wie in Dänemark geht es hierzulande nicht. Aber seit diesem Jahr haben Frauen und Männer in Deutschland nach dem sogenannten Entgelttransparenzgesetz ein Recht darauf in größeren Firmen zu erfahren, was ihre Pendants verdienen.

Außerdem müssen diese Unternehmen das überprüfen. Ziel ist es, Ungerechtigkeiten zwischen den Geschlechtern auszumerzen. Zudem sind die deutschen Unternehmen zunehmend sensibilisiert für das Thema. Tarifverträge, wie sie beispielsweise bei Bosch oder Daimler, aber auch beim IT-Konzern IBM gelten, können helfen, solche Unterschiede von vorne herein zu verhindern. Denn das Tarifwerk gibt für weite Teile der Belegschaft vor, welcher Lohn für welchen Arbeitsplatz vorgesehen ist.

"Für außertariflich Beschäftigte gelten ähnliche Regelungen, die garantieren, dass sich die Bezahlung nach der jeweiligen Ebene und der Aufgabenschwierigkeit richtet", sagte ein Daimler-Sprecher der dpa. Ähnlich geht man bei Bosch vor. Man überprüfe außerdem regelmäßig, ob es Unterschiede in der Bezahlung für gleiche Jobs gebe, so ein Bosch-Sprecher.

In der IT-Branche dürfte einer der Vorreiter bei dem Thema der US-Konzern IBM sein. Der Technologiekonzern legt seit den 1930er Jahren Wert darauf, dass Männer und Frauen gleich bezahlt werden. In Deutschland hat IBM außerdem einen Haustarifvertrag. Auch bei SAP-Konkurrent Microsoft setzt man inzwischen auf den Grundsatz "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit".

(mit dpa)

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