Armut

3,7 Millionen Deutsche verdienen weniger als 2000 Euro – trotz Vollzeitjob

Nicht einmal 2.000 Euro brutto verdienen rund 18 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland. Trotz Vollzeit. Ein ostdeutsches Land ist am schlimmsten betroffen.

Das geht aus einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hervor. Nach den jüngsten Zahlen von Ende 2016 waren dies 17,7 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten in Deutschland.

Im Westen betrug der Anteil 14,7 Prozent, im Osten sogar 31,2 Prozent. Den höchsten Anteil hatte mit 36,7 Prozent Mecklenburg-Vorpommern, gefolgt von Sachsen mit 34,3 Prozent. In den fünf neuen Bundesländern lag der Anteil durchgehend über 30 Prozent. Den niedrigsten Anteil gab es mit 12,4 Prozent in Baden-Württemberg und in Hamburg mit 12,8 Prozent.

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Sabine Zimmermann, Bundestagsabgeordnete der Partei Die Linke Bild: dpa-Zentralbild

Die Linke-Sozialexpertin Sabine Zimmermann, die die Anfrage im Vorfeld des "Tages der Arbeit" gestellt hatte, sagte:

"Viel zu viele Beschäftigte werden mit Niedriglöhnen abgespeist. Es ist ein Skandal, dass insbesondere der Osten weiterhin so deutlich abgehängt ist"

Wegen der Inflation und vielerorts explodierender Mieten komme man mit unter 2000 Euro brutto nicht mehr weit. Die Bundesregierung müsse sich für eine weitere Angleichung der Löhne einsetzen. So müsse unter anderem der Mindestlohn von 8.84 Euro auf 12 Euro erhöht werden.

Wer eine Ausbildung in Deutschland macht, verdient auch nicht viel: 

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte am Freitag darauf hingewiesen, dass die unabhängige Mindestlohnkommission im Sommer Vorschläge für die Anfang kommenden Jahres geplante Erhöhung vorlege, "die wir dann gesetzgeberisch umsetzen".

Linksfraktionschef Dietmar Bartsch kommentierte die Zahlen mit den Worten: "Man nennt das Ausbeutung." Die Zahl der Geringverdiener sei "angesichts von sprudelnden Gewinnen und Wirtschaftswachstum skandalös". Der deutliche höhere Anteil in Ostdeutschland zeige die Spaltung der Republik. "Ostdeutschland droht, zum Armenhaus zu werden."

(dpa-afxp)

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