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44 gegen Zuckerberg, oder: 4 Stunden, 53 Minuten unter Dauerfeuer

Mark Zuckerberg muss in Washington die Politik überzeugen, dass er Facebook verändern kann. Dabei kommt es zu bemerkenswerten Szenen – und einem vergessenen Spickzettel.
11.04.2018, 06:59
Fabian Reinbold, Washington

Es waren wohl die härtesten 4 Stunden und 53 Minuten in der Karriere des Mark Zuckerberg. So lange brauchte es, bis 44 US-Senatoren am Dienstag ihre Fragen an den Facebook-Chef gestellt hatten und Antworten bekamen. Es war ein Spektakel. Am Mittwoch geht es weiter – dann vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses.

Hier seht ihr Zuckerbergs ganzen Auftritt vor dem Kongress

Es sind entscheidende Tage für Mark Zuckerberg und sein Unternehmen. Worum es bei den Auftritten genau geht und was die interessantesten Szenen beim Verhör vor zwei Ausschüssen des Senats waren, lest im kommentierten Überblick, inklusive bestem Lacher, Zuckerbergs Patzer und einem Ausblick.

Das wahre Thema:

Es geht nicht in erster Linie um den „Datenskandal“ um Cambridge Analytica. Es geht um viel, viel mehr. Politik und Nutzer hadern immer stärker damit, wie schludrig Facebook mit seiner enormen Verantwortung umgeht und mit Verletzungen der Privatspähre und Manipulationen politischer Prozesse, die auf der Plattform passieren. Es geht also um Facebooks Macht und um Mark Zuckerbergs Glaubwürdigkeit, wenn er sagt, dass nun alles besser werden soll.

Die Aufstellung:

Hier Zuckerberg, 33 Jahre alt, ein Konzernchef, der lieber im Silicon Valley im T-Shirt an seinem Produkt arbeitet, statt sich Kritikern zu stellen – geschweige denn einem Parlament. Es ist eine bemerkenswerte Premiere. Auf der anderen Seite, ein, zwei Meter erhöht hinter Holzpulten thronen die altehrwürdigen Senatoren.

Sage und schreibe 44 von ihnen stellen Fragen. Drei der ersten Senatoren am Mikrofon sind alle 84 Jahre alt. Sie fragen mitunter Dinge, die Zuckerberg – dieses Mal im dunkelblauen Anzug mit hellblauer Krawatte – nicht versteht.

Die beste Szene:

Als der demokratische Senator Dick Durbin (73 Jahre jung) das Wort erteilt bekommt, fragt er Zuckerberg sofort, ob er der Kammer denn verraten würde, in welchem Hotel er gestern Nacht abgestiegen sei. Der Facebook-Chef ringt um Worte, stößt nur ein langgezogenes „Ah“ heraus und ein knappes „Nein“. Der ganze Saal lacht. „Vielleicht geht es bei unserem Thema ja genau darum“, sagt Durbin schließlich.

Für viele, die nicht bis in Detailfragen des Themas blicken können, bringt der Mann eine These auf den Punkt: Zuckerbergs Geschäft ist es, solche Informationen auszuschlachten, die er selbst nicht preisgeben möchte.

Die wichtigste Neuigkeit… für die Nutzer:

Zuckerberg lässt an mehreren Stellen durchblicken, dass er eine Bezahlversion von Facebook erwägt. Man diskutiere über eine kostenpflichtige Version, in der die Nutzer keine Werbung angezeigt bekommen sollen. Zuckerberg nennt das „vernünftige Vorschläge“.

Dieser Artikel erschien zuerst bei t-online.de

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