Naruto, ein Selfie und eine derbe Niederlage für PETA vor Gericht. Der Fall in 5 Akten

24.04.2018, 16:2425.04.2018, 08:12

Makaken-Affe Naruto hat kein Recht am eigenen Bild. Das entschied am Dienstag ein Berufungsgericht in den USA und wies damit die Klage der Tierschutzorganisation PETA zurück. Der Verein sei "kein naher Freund" urteilten die Richter und lehnten den Antrag aus formalen Gründen ab.

"Ich wünschte, ich hätte die verdammten Fotos nie gemacht."
 David Slater, Wildtierfotograf

Der Fall

Der Rechtsstreit beginnt 2012. Der renommierte Wildtierfotograf David Slater reist auf die indonesische Insel Sulawesi um Schopfmakaken zu fotografieren. Slater baut seine Ausrüstung auf und lässt die Kamera kurz unbeaufsichtigt. Ein Affe nähert sich dem Fotoapparat und drückt ab. Das Bild geht um die Welt, macht Slater berühmt. Und auch den Affen Naruto.

Der Streit

Lange währt die Freude nicht. Die Tierschutzorganisation PETA verklagt Slater im Namen des Affen. Es kommt 2017 zu einem Vergleich. Ein Viertel der Bild-Erlöse soll in den Schutz von Narutos Lebensraum fließen. Aber auch diese Vereinbarung hat das US-Gericht nun zurückgewiesen. Slater sagt heute über den Fall: "Ich wünschte, ich hätte die verdammten Fotos nie gemacht."

Die Klage

Peta nutzt die Klage für eine juristische Grundsatzfrage. Ist eine Affe eine juristische Person und kann ein Urheberrecht einfordern. Die Richter haben dies nun zurückgewiesen. Ein Affe kann sehen, aber nicht klagen, befanden sie.

Die Begründung

Die drei Richter des Berufungsgerichts orientieren sich an einem anderen Fall. Cetacean v. Bush. 2004 war die US-Regierung von George Bush jr. verklagt worden. Der Anlass: Das Sonar von Schiffen der US-Navy störe den Orientierungssinn von Walen, die dadurch an Land strandeten und verendeten. 

Ein US-Gericht hatte die Klage abgelehnt. Begründung: Ein Wal kann nicht klagen, es sei denn, ein US-Gesetz billigt ihm einen eigenen Rechtsstatus.

Das ist bislang nicht geschehen. Und so geht auch Makake-Naruto leer aus. 

Die Schlappe 

Die drei Richter in San Francisco gehen mit Peta scharf ins Gericht. 

  • Die Richter kippen die außergerichtliche Vereinbarung mit Slater, nachdem ein Viertel des Bild-Erlöses in den Naturschutz fließen soll.
  • Peta trägt die gesamten Kosten des Verfahrens. Auch die für Slaters Anwalt.
  • Die Organisation sei im rechtlichen Sinne kein "enger Freund" des Affen. Und könne daher laut Urheberrecht nicht für Naruto klagen, entscheiden die Richter weiter. 
  • Peta habe Naruto für eigene Zwecke missbraucht. 

Die Tierschutzorganisation will das Urteil erstmal prüfen.  Naruto werde diskriminiert, "nur weil er ein Tier ist", so Peta-Anwalt Jeff Karr.

(per./dpa)

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