Hier trägt Murtaza Ahmadi, der "kleine Messi", noch sein geschenktes Trikot von Idol Lionel Messi. Jetzt ist es weg.
Hier trägt Murtaza Ahmadi, der "kleine Messi", noch sein geschenktes Trikot von Idol Lionel Messi. Jetzt ist es weg.
Bild: imago sportfotodienst

"Kleiner Messi" flüchtet vor den Taliban und verliert die Geschenke seines Idols

07.12.2018, 16:13

Als eines Nachts die Kämpfe schon zu hören waren und die Taliban immer näher rückten, lief Murtaza Ahmadi, der "kleine Messi", um sein Leben. Sie seien sofort geflohen, sagte Murtazas Mutter Schafika der Nachrichtenagentur AFP. Die Geschenke seines großen Idols Lionel Messi, ein signierter Fußball sowie ein Trikot, musste der Siebenjährige zu Hause in Dschaghori zurücklassen.

Er vermisse seinen Fußball und Messis Trikot, sagte Murtaza. Vor allem aber vermisse er Messi. Er träumt davon, den Superstar des FC Barcelona noch ein zweites Mal zu treffen.

"Wenn ich ihn sehe, werde ich 'Salaam' und 'Wie geht's Dir' sagen, und dann wird er sich bedanken und sagen 'Pass auf dich auf'", sagte Murtaza: "Und dann werde ich mit ihm aufs Spielfeld gehen, wo er spielen wird und ich werde ihm zuschauen".

Sein Bild ging um die Welt. 

Der kleine Murtaza wurde Anfang 2016 weltweit berühmt, nachdem Fotos von ihm in einem Messi-Fan-Hemd aus Plastiktüten im Internet aufgetaucht waren. Das Shirt hatte sein älterer Bruder Homajun aus einer blau-weiß-gestreiften Einkaufstüte gebastelt, da die Familie zu arm war, um ein echtes Trikot zu kaufen.

Messi wurde so auf den Fan aufmerksam, Monate später traf der Argentinier Murtaza in Katar. Er überreichte ihm die Kostbarkeiten, die Murtaza nun nicht mehr bestaunen kann.

Sein Idol durfte er in Barcelona auch besuchen.
Sein Idol durfte er in Barcelona auch besuchen.
Bild: imago sportfotodienst

Sein Alltag ist der Krieg

Murtaza lebt nach dem weltweitem Rummel aber wieder in der bitteren Realität: Hunderte Zivilisten, Soldaten und Aufständische wurden bei der November-Offensive der Taliban in der Provinz Ghasni getötet - Murtaza schaffte es mit seinem Bruder und seiner Mutter nach Kabul, wo sie nun unter prekären Umständen leben.

Zudem quält Schafika die Angst, dass die Taliban ihren Sohn gezielt jagen könnte. "Sie sagten, dass sie ihn zerstückeln würden, sollten sie ihn finden", sagte sie. Die Taliban sind gegen Sport, duldeten ihn während ihrer Schreckensherrschaft von 1996 bis 2001 in Afghanistan nicht. Das Fußballstadion in Kabul nutzten sie für Steinigungen.

Schon vor der Flucht fühlte sich die Familie in ihrem Dorf nicht mehr sicher. "Wir bekamen Anrufe von irgendwelchen Typen aus dem Ort, die uns drohten: 'Ihr seid jetzt reich, gebt uns das Geld, das ihr von Messi bekommen habt oder wir holen uns euren Sohn'", sagte Schafika. Nun mussten sie fliehen.

(bn/sid)

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quelle: franco carabajal
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