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Zuckerberg Amor

Bild: imago/montage:watson

Zuckerberg kommt, sagt im Europaparlament aber nicht öffentlich aus

16.05.18, 19:00

Im Facebook-Skandal knickt Mark Zuckerberg ein. Er kommt einer Vorladung vor den Untersuchungsausschuss des Europaparlaments nach, will aber nur hinter verschlossenen Türen reden.

Die Vorladung

Die Eingangsbestätigung

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat sich nach Angaben von EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani im Datenskandal um Cambridge Analytica bereiterklärt, persönlich im Europaparlament auszusagen. Zuckerberg werde so schnell wie möglich – möglicherweise bereits in der kommenden Woche – nach Brüssel kommen.

"Unsere Bürger
verdienen eine volle und detaillierte Erklärung."

Antonio Tajani, EU-Parlamentspräsident

"Unsere Bürger verdienen eine volle und detaillierte Erklärung", sagte Tajani weiter. Zuckerberg solle unter anderem Vorsitzende der EU-Parlamentsfraktionen treffen. Das Europaparlament hatte wochenlang versucht, Zuckerberg zu einer Aussage zu bewegen. Zuckerberg hatte demnach zunächst versucht, seinen Vize-Chef für Öffentlichkeitsarbeit, Joel Kaplan, vorzuschicken. Nun will er selbst erscheinen.

Zuvor hatte Zuckerberg schon vor dem US-Kongress ausgesagt. Aus der Anhörung war er als strahlender Sieger hervorgegangen, weil viele der Abgeordneten-Fragen offen legten, dass die Parlamentarier das digitale Zeitalter und Zuckerbergs Geschäft mit den Daten nicht verstanden haben.

Facebook steht derzeit wegen eines Datenskandals rund um die Datenanalysefirma Cambridge Analytica in der Kritik. Dabei geht es um das Abschöpfen der Daten von rund 87 Millionen Facebook-Nutzern durch die Firma, die dann unerlaubt für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump genutzt worden sein sollen. Dabei wurden auch User in der EU ausgespäht.

Was aussieht wie ein Erfolg des EU-Parlaments, ist aber nur ein Erfölgchen. Im Gegensatz zu seiner Anhörung in Washington will Zuckerberg in Brüssel nur hinter verschlossenen Türen aussagen.

Die Goodwill-Nummer

Vor dem Hintergrund des Datenskandals rund um die Firma Cambridge Analytica hat Facebook vorläufig 200 Apps auf seiner Plattform gesperrt. Der Untersuchungsprozess sei in vollem Gange, schrieb der für Facebook-Produktpartnerschaften mitverantwortliche Mitarbeiter Ime Archibong in einem Online-Beitrag. Bislang seien tausende Apps darauf untersucht worden, ob sie Daten von Facebook-Nutzern abgegriffen haben. Rund 200 davon seien ausgesetzt worden.

"Wir haben große Teams von internen und externen Experten, die hart arbeiten."

Ime Archibong, Facebook, macht auf Aufklkärung

"Wir haben große Teams von internen und externen Experten, die hart arbeiten, um diese Apps so schnell wie möglich zu untersuchen", schrieb Archibong.

Das Unternehmen bemüht sich darum, gute Stimmung zu machen. 

Die Einladung

French president Emmanuel Macron smiles in front of participants of the Charlemagne Youth Prize on the podium of a European Feast in Aachen, Germany, Wednesday, May 9, 2018. Macron will receive the prestigious Charlemagne Prize of Aachen for work done in the service of European unification on Thursday. (AP Photo/Martin Meissner)

Bild: AP

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat hochrangige Konzernchefs und andere einflussreiche Vertreter der Technologiebranche zu einem Gipfel kommende Woche in Paris eingeladen. Unter anderem werde Facebook-Chef Mark Zuckerberg am 23. Mai zum Treffen mit dem Titel "Tech for Good" kommen, teilte Macrons Amt am Mittwoch mit. Weiter seien Chefs und Vertreter von Microsoft, Intel, IBM, SAP, Thales, Uber und den Stiftungen von Wikimedia und Mozilla eingeladen worden.

Mit Zuckerberg werde Macron ein direktes und "sehr offenes" Gespräch führen.

Gegenwärtig suchen Staats- und Regierungschefs in aller Welt den Kontakt zu Technologie-Unternehmen. So veranstaltete US-Präsident Donald Trump jüngst einen Gipfel zur Zukunft der Künstlichen Intelligenz (KI). Auch Deutschland muss nach Darstellung von Bundeskanzlerin Angela Merkel das Tempo bei der Digitalisierung deutlich erhöhen.

Gute Chancen also für Zuckerberg, den Skandal hinter sich zu lassen. 

(dpa, AFP, per.)

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