Digital

Warum Amazon jetzt von einem seiner größten Konkurrenten verklagt wird

Zwei der größten Online-Marktplätze streiten sich nun vor Gericht: Am Mittwoch wurde bekannt, dass der Online-Handelskonzern Ebay Amazon verklagt hat, weil der Konkurrent angeblich in großem Stil auf illegale Weise Top-Verkäufer abwerben wollte.

Wie begründet Ebay die Anzeige?

Laut Ebay handelte es sich dabei um ein breit angelegtes "Komplott". Ab 2015 haben demnach Dutzende von Amazon-Vertretern Ebay-Konten eröffnet und versucht, über das E-Mail-System für Mitglieder des Internethandelsplatzes "viele Hunderte" von Verkäufern dazu zu bewegen, Produkte bei Amazon anzubieten. Der "Missbrauch" sei systematisch und koordiniert mit dem Ziel erfolgt, Ebay zu schaden. Amazon wollte sich auf Nachfrage nicht zu der Klage äußern. Beide Unternehmen sind stark auf unabhängige Händler angewiesen, die ihre Waren auf ihren Online-Plattformen verkaufen.

Der Klageschrift nach gingen die Amazon-Mitarbeiter strategisch vor und waren sich durchaus im Klaren, dass ihre Aktionen verboten waren. So sollen bei den Avancen gegenüber den Verkäufern gezielt Code-Wörter, Abkürzungen und Umschreibungen benutzt worden sein, die es Ebay erschweren sollten, sie per Schlagwortsuche zu finden. Der Firmenname wurde demzufolge mit Satzzeichen wie Punkten oder Bindestrichen bewusst umgestaltet, so dass er in E-Mails statt als Amazon etwa als AMZ, A.M.Z.N. oder a-m-a-z-o-n erschien. Laut Ebay wurden ausgeklügelte Methoden angewandt, um Spuren zu verwischen.

Wo soll es zu den Abwerbeversuchen gekommen sein?

Die Abwerbeversuche über das interne E-Mail-System wurden laut Ebay nicht nur von Amazon-Mitarbeitern in den USA, sondern auch in Ländern wie Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien sowie Australien und Singapur unternommen. Ebays internes E-Mail-System ist für die Kommunikation zwischen Mitgliedern der Plattform untereinander oder auch mit dem Unternehmen vorgesehen. Dabei gelten jedoch klare Vorschriften, Absprachen für Geschäfte außerhalb von Ebays Handelsplatz sind nicht erlaubt. Brisant für Amazon: Teile der Klage stützen sich auch auf Aussagen von Mitarbeitern, die angeblich an solch dubiosen Abwerbeaktionen teilgenommen haben. Es habe sich um ein ganzes Team gehandelt, das "aktiv Verkäufer sucht, von denen wir glauben, dass sie auf der [Amazon-]Plattform erfolgreich wären", wird einer von ihnen zitiert.

(pb/dpa)

Coronavirus: Wucher-Preise für Atemmasken – so reagiert Amazon

Wegen der Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus werden in Deutschland die Atemschutzmasken knapp. Doch auf den Plattformen Ebay und Amazon finden sich diese Masken weiterhin – zu horrenden Preisen. Hier wird Geschäft mit der Angst gemacht.

Das Coronavirus löste in den vergangenen Wochen etwas aus, was uns in Deutschland äußerst ungewohnt erscheint: den massiven Ansturm auf Atemschutzmasken. Wer derzeit etwa eine Maske vom Typ FFP3 kaufen will, steht oft vor leeren Regalen. Die Drogeriekette dm teilte watson am Donnerstag mit, dass "der Mundschutz von Mivolis derzeit nahezu nicht mehr verfügbar" sei.

Im Online-Store der Baumärkte Hornbach und Obi sind FFP3-Masken ebenfalls ausverkauft. "Derzeit nicht vorrätig" heißt es da, oder …

Artikel lesen
Link zum Artikel