Trans-Menschen gelten medizinisch nicht mehr als psychisch gestört

Trans-Menschen gelten nicht mehr als "psychisch- und verhaltensgestört" im medizinischen Diagnosekatalog der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Es klingt absurd, dass eine Trans-Identität erst jetzt nicht mehr als krankhaft gebrandmarkt wird. Der Katalog wurde jedoch auch 28 Jahre lang nicht erneuert und 1990 hatten Trans-Menschen noch ein ganz anderes Standing in der Gesellschaft.

Dies ist eine historische Leistung, für die die weltweite Trans-Community seit vielen Jahren gekämpft hat. Sie setzt das Fundament für eine neue Era, in der angetanes Unrecht wieder gutgemacht und Geschlechter-Diversität zelebriert wird.

Transgender Europe

Der bisherige Eintrag im ICD – so heißt der Katalog – hat Trans-Menschen jahrelang gesellschaftlich stigmatisiert. Weil sie als krank abgestempelt wurden, schlugen ihnen im Alltag Diskriminierung, Belästigung, Kriminalisierung und Missbrauch entgegen.

Die neue Edition des Katalogs soll ab 2022 von Ärzten in aller Welt verwendet werden. Darin gibt es ein neues Kapitel, das sich mit sexueller Gesundheit beschäftigt, worunter nun auch die Diagnose "Geschlechtsinkongruenz" fällt.

Diese Einordnung soll helfen, Trans-Personen weiterhin zu betreuen. Sie soll aber sogenannte Umwandlungstherapien, Zwangsmedikationen, Zwangseinweisungen und Zwangssterilisationen verhindern, schreibt das Netzwerk "Transgender Europe".

(sg)

Lando Calrissian ist pansexuell:

Video: watson/Lia Haubner, Marius Notter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Exklusiv

"Nur, weil das meine Arbeit ist, kann mir niemand verwehren, dass ich dabei auch Gefühle habe": Intensivpfleger Ricardo Lange über die Pflege während Corona

Sinkende Infektionszahlen, wiedereröffnete Biergärten, Café-Terrassen, die ihre Gäste zum Verweilen einladen: Nach einem mehrmonatigen pandemischen Schlaf scheint das Land langsam wieder zu erwachen. Das Land atmet auf: Die dritte Corona-Welle scheint gebrochen, selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte dies kürzlich.

Während allerdings die ersten Menschen bei frühlingshaftem Wetter ihren Aperol Spritz im Außenbereich der Bars genießen, versucht Ricardo Lange, die Lage auf den …

Artikel lesen
Link zum Artikel