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Diese Torhüter könnten Manuel Neuer im Notfall ersetzen

Deutschlands Nummer 1 Manuel Neuer ist dauerverletzt. Auch in den Länderspielen gegen Spanien und Brasilien muss er passen. Wird er rechtzeitig zur WM fit? Diese vier Keeper könnten ihn ersetzen.

Bundestrainer Joachim Löw kennt das. Vor der WM 2014 in Brasilien kämpften sein Mittelfeldstar Sami Khedira nach einem Kreuzband- und Innenbandriss um die Rückkehr ins Team. Es klappte, auch dank der wundersamen Heilkräfte von Team Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt. Der Rest ist Geschichte. Es folgte der Gewinn des WM-Titels.

Bundestrainer Joachim Löw kennt auch das. Vor der EM 2016 in Frankreich kämpfte sein Mittelfeldstar Bastian Schweinsteiger nach einem Innenbandriss um die Rückkehr ins Team. Es klappte nicht ganz. Der Rest ist Geschichte. Die DFB-Elf schied im Halbfinale gegen Frankreich aus. Ausgerechnet Schweinsteiger verursachte mit seinem ungelenkes Handspiel den Elfmeter zur 1:0-Führung des französischen Teams.

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Sami Khedira und Bastian Schweinsteiger kennen sich aus mit Verletzungssorgen. bild: dpa

Bundestrainer Joachim Löw kennt das also, wenn er nun vor der WM-Endrunde im Sommer in Russland um Manuel Neuer bangt. Der Stammtorhüter kämpft mit den Folgen eines Mittelfußbruchs. Seit März vergangenen Jahres. Dreimal ist das feine Knöchelchen seither wieder gebrochen. Gestern kehrte er zurück von der Nationalmannschaft nach München. Selbst Oliver Kahn sagte, es sei "eine prekäre Situation". Aber Bundestrainer Löw entgegnete am Donnerstag, er sei "absolut optimistisch".

Dennoch beginnen die Spekulationen und Mutmaßungen. Deutschland und seine Torhüter, das ist so eine besondere Beziehung. "Toni, Toni, du bist Gold wert", lobte Reporter Herbert Zimmermann 1954 beim WM-Erfolg in Bern im Rundfunk Goalie Toni Turek. Sepp Maier brachte im siegreichen WM-Finale 1974 von München die Niederländer zum Verzweifeln. 1990 sicherte Bodo Illgner in Rom den WM-Gewinn gegen Argentinien. Und Manuel Neuer triumphierte 2014 beim Titelgewinn in Brasilien.

Nun heißt es Zittern. Für Neuer. Für Löw. Und für Deutschland. Ein Blick auf die Alternativen.

Marc-André ter Stegen, 25, FC Barcelona

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Marc-André ter Stegen ist mit Barcelona immer auf der Höhe des internationalen Fußballs. bild:dpa

Im Panini-Sammelalbum taucht der Keeper nicht auf. Kein gutes Omen. Aber auch die Panini-Macher können irren. Ter Stegen startete seine Karriere 2011 bei Borussia Mönchengladbach. Da war er 19. 2014 wechselte er nach Barcelona. Da war 22.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten rückte Ter Stegen im Team von Iniesta, Messi & Co zum Stammtorhüter auf. Sein Plus: seine unglaublich fußballerischen Fähigkeiten. Wo andere noch auf Kraft und Muskeln à la Oliver Kahn setzten, war Ter Stegen der erste kickende Keeper à la Edwin van der Sar hierzulande. Weiterer Vorteil: Ter Stegen spielt mit Barcelona stetig auf internationalem Niveau.

Sven Ulreich, 29, FC Bayern München

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Seltenes Bild: Sven Ulreich im Tor? Nö, Sven Ulreich von Angreifern überwunden. bild:dpa

Sven Ulreich hat einen Vorteil. Er ist schon der Stellvertreter Manuel Neuers und vertritt den verletzten Keeper im Tor des FC Bayern. Nach anfänglichen Patzern hat Ulreich an Sicherheit gewonnen. Stark auf der Linie, leichte Probleme im Strafraum. Spielt schnörkellos. Und unauffällig. Die alten Alpha-Tier-Keeper wie Toni Schumacher und Oliver Kahn vermissen da sicher die Leader-Qualität. Verstaubte Ideale im Zeitalter der flachen Hierarchien von New Economy. Dennoch: Fährt Ulreich zur WM, dann wohl nur als Nummer 2. Vorteil: Er kennt den Job des Stellvertreters.  

Kevin Trapp, 27, Paris SG

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Kevin Trapp ist ein Kind der Lautrer Torhüterschule von Gerald Ehrmann.  bild:dpa

Geboren am 8. Juli 1990, dem Tag des deutschen WM-Erfolgs in Italien. Wenn das kein gutes Omen ist. Trapp entstammt der berühmten Lautrer Torhüterschule von Gerald Ehrmann. Roman Weidenfeller (Dortmund), Tobias Sippel (Gladbach), Flo Fromlowitz (Hannover), Marius Miller (Leipzig/Kaiserslautern) - die Liste seiner Schüler ist lang. Mit Tim Wiese befindet sich sogar ein namhafter Wrestler darunter. Trapp setzte weniger auf Muskeln als auf Beweglichkeit. Er ist einer jener Tip-Kick-Keeper, schnell und flink auf der Linie. Sein Nachteil: Kommt bei Paris Saint-Germain nur sporadisch zum Einsatz. 

Bernd Leno, 26, Bayer Leverkusen

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Bernd Leno könnte mit zur WM, wenn auch nicht als Nummer 1. bild: dpa

Der Mann kennt sich aus mit Vertretungen. Bernd Leno kam im Winter 2011 nach Leverkusen und sollte eigentlich nur den verletzten Stammkeeper René Adler vertreten. Aber Leno hielt. Und hielt. Und hielt. Schließlich wechselte Adler, erst zum Hamburger SV, dann zum Mainz 05. Stete Abstiegskandidaten. Leno aber stieg auf. Und darf vielleicht sogar zur WM, wenn auch nicht als Nummer 1. Sein Vorteil: Still und zuverlässig. 

Bilanz: Ein Blick auf René Adler lohnt: Der musste als Nummer 1 zur WM 2010 in Südafrika passen. Es kam Manuel Neuer. Und blieb. Und blieb. Und blieb. Nun heißt es Warten auf die schnelle Genesung.

Torwarte, die fliegen können:

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