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Nicht nur beim BVB: Alcacer feiert auch im spanischen Trikot. Bild: imago sportfotodienst

"Historischer Irrtum" – Spanier lachen nach neuer Alcacer-Show über Barca

Paco Alcacer trifft und trifft und trifft. Bei seinem Nationalmannschaftscomeback war der Spanier zweimal erfolgreich. Und die spanische Presse überschlägt sich, der kriselnde FC Barcelona hat allen Grund zum Ärger – und bei Borussia Dortmund darf man sich angesichts einer Kaufoption für "Doppel-Paco" Alcacer die Hände reiben.

Der Angreifer setzte seine unglaubliche Trefferserie auch beim 4:1 (3:0) der spanischen Nationalmannschaft im Länderspiel beim EM-Halbfinalisten Wales fort. Alcacers Saisonbilanz von nunmehr neun Toren aus fünf Spielen versetzte auch Nationaltrainer Luis Enrique in Staunen:

"Alcacer ist im Moment gewaltig, weil er sich in einer Phase befindet, die Spieler nur selten erreichen. Was wir derzeit von ihm sehen, ist ein Wunder."

Luis Enrique

Enrique muss es wissen, immerhin lotste er den Angreifer 2016 von Valencia zum FC Barcelona und trainierte ihn beim katalanischen Renommierklub eine Saison lang. Über die Reservistenrolle hinter dem magischen Sturm-Trio Messi-Neymar-Suarez kam Alcacer seinerzeit allerdings nicht hinaus. Und auch in der aktuellen Barca-Mannschaft unter Enriques Nachfolger Ernesto Valverde war für den 1,75 m kleinen Angreifer nur selten Platz.

Der Torschrei auf Spanisch:

Ein Fehler, wie die spanische Presse nach Alcacers berauschendem Auftritt in Cardiff, seinem ersten Länderspieleinsatz seit März 2016, befand.

"Historischer Irrtum" für Barca

"Alcacer verlängert seinen meteorischen Lauf", schrieb die Sporttageszeitung Marca: "Alcacer könnte zum historischen Irrtum für den FC Barcelona werden. Es ist unerklärlich, dass er diese Saison, in der Luis Suarez mehr Erholungspausen erhalten sollte, an Borussia Dortmund ausgeliehen wurde."

"In Deutschland hat er endlich seinen Frieden gefunden. Die Führungsriege von Barcelona hat nicht an ihn geglaubt"

El Mundo Deportivo

El Mundo Deportivo stimmte ein. "Pacogol boxt sich durch. Alcacer hat bewiesen, dass Torjäger immer wieder zurückkommen. Er hat eine spektakuläre Torausbeute, seit er vor Luis Suarez' Schatten nach Dortmund geflohen ist. In Deutschland hat er endlich seinen Frieden gefunden. Die Führungsriege von Barcelona hat nicht an ihn geglaubt", schrieb das Sportblatt aus Barcelona.

Barca spielt derzeit erfolglos

Tatsächlich ist Barca seit vier Ligaspielen sieg- und in der Offensive ungewohnt zahnlos. Alcacer verkörpert derzeit das genaue Gegenteil: Für den BVB erzielte der Leihstürmer in nur 171 Minuten Einsatzzeit satte sieben Tore, für eine bessere B-Elf der Furia Roja (u.a. ohne Isco, Busquets, Asensio) traf er am Donnerstag in der 8. und 29. Minute. Es waren seine Länderspieltore sieben und acht im 14. Einsatz – Zahlen, die begehrt machen.

BVB-Zukunft noch nicht offiziell

Doch offenbar ist die Zukunft Alcacers bereits besiegelt. Wie Bild, kicker und Ruhr Nachrichten am Donnerstag vermeldeten, soll sich Borussia Dortmund mit seinem neuen Torjäger auf einen neuen Vertrag bis 2023 geeinigt haben. Demnach zieht der Bundesliga-Tabellenführer seine für den Sommer vereinbarte Kaufoption, nach der Alcacer für verhältnismäßig günstige 23 Millionen Euro fest wechseln kann. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hat der BVB noch keinen Gebrauch gemacht. Eine offizielle Bestätigung des BVB stand zunächst aus.

Alcacer, der aus Valencia stammt und erstmals außerhalb Spaniens unter Vertrag steht, scheint im Ruhrgebiet unter Trainer Lucien Favre sein Glück gefunden zu haben. "Es ist ein bisschen von allem: Glück, Selbstbewusstsein, Vertrauen des Trainers, Einsätze und vor allem die tägliche Arbeit", verriet der 25-Jährige sein Erfolgsgeheimnis. Seine Ernte fällt derzeit üppig aus. Er führt mit sechs Treffern in drei Spielen die Torschützenliste der Bundesliga an.

(bn/dpa/sid)

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