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Soccer Football - Germany Press Conference - Joachim Loew - Allianz Arena, Munich, Germany - August 29, 2018   Germany coach Joachim Loew during the press conference   REUTERS/Michael Dalder

Bild: reuters 

"Das war schon fast arrogant von mir" – die 4 wichtigsten Aussagen von Jogi Löw

Dominik Sliskovic, Benedikt Niessen
Dominik Sliskovic
Dominik Sliskovic

Mittwochmittag war es endlich soweit: Joachim Löw hat sich erstmals seit dem WM-Vorrundenaus der Öffentlichkeit gestellt und seine Analyse, wie es zum schlechtesten Abschneiden einer deutschen Mannschaft in der WM-Geschichte präsentiert.

Dazu gab der Nationaltrainer den Kader bekannt, der gegen Weltmeister Frankreich (6. September) und Peru (9. September) eine neue Ära einläuten soll.

Das sind die vier wichtigsten Aussagen der PK:

"Ich habe Sami erklärt, dass ich Platz für Neuerungen schaffen muss"

Jogi Löw beruft für die Partie in der Nations League gegen Weltmeister Frankreich und das Freundschaftsspiel gegen Peru drei Debütanten in den DFB-Kader: Die beiden Verteidiger Thilo Kehrer (Paris Saint-Germain) und Nico Schulz (TSG Hoffenheim) sowie Mittelfeldakteur Kai Havertz (Bayer Leverkusen).

Verzichten wird der Bundestrainer auf Sami Khedira: "Ich habe ein längeres Gespräch mit Sami geführt. Ich habe ihm erklärt, dass ich Platz für Neuerungen schaffen muss." Imponiert hat Löw, dass Khedira ihm klar machte, dass "man aus der Nationalmannschaft nicht zurücktritt". Sollte Khedira in Zukunft mit Leistung überzeugen, stehe einer Rückkehr in die Nationalmannschaft nichts im Weg, so Löw.

Auch abseits des Kaders gibt es Personalentscheidungen: Jogi Löws bisheriger Assistent Thomas Schneider wechselt als Leiter in die Scoutingabteilung, Mannschaftsarzt Müller-Wohlfahrt steht dem DFB altersbedingt nicht mehr zur Verfügung.

"Mein allergrößter Fehler"

Löw zeigte sich äußerst selbstkritisch. Als seinen "allergrößten Fehler" sah der Bundestrainer, dass er am "dominanten Ballbesitzfußball" festhielt. 

"Das war schon fast arrogant von mir", so Löw. Die Rahmenbedingungen für seine bevorzugte Spielart hätten bei der WM nicht gestimmt, er wollte sie aber nichtsdestotrotz weiter perfektionieren. "Ich habe gedacht: Wir müssen nur durch die Vorrunde kommen."

29.08.2018, Deutschland, Muenchen - Fussball - DFB Pressekonferenz. Im Bild Bundestrainer Joachim Loew und Manager der Nationalmannschaft Oliver Bierhoff. DFB Pressekonferenz Muenchen *** 29 08 2018 Germany Muenchen Football DFB Press Conference In the picture National coach Joachim Loew and manager of the national team Oliver Bierhoff DFB press conference Muenchen Copyright: xEIBNER/ThomasxBachunx EP_TBN

Löw und Bierhoff zeigten sich selbstkritisch Bild: imago sportfotodienst

Löw habe in seiner Analyse des "Debakels" erkannt, dass die Nationalmannschaft in Zukunft ihre Spielweise adaptieren und flexibler auftreten müsse. 

Teammanager Bierhoff stimmt Coach Löw in seiner Einschätzung zu: "Wir haben die WM als Selbstläufer gesehen. Wir sind zu selbstgefällig aufgetreten."

"Ich habe Özil bis heute nicht erreicht"

Jogi Löw sprach von sich aus auch die Personalie Mesut Özil an: "Sein Berater hat mich am Sonntag angerufen und mir gesagt, dass er gleich den dritten Tweet absetzt und zurücktritt." Mesut Özil habe den Bundestrainer aber nicht persönlich angerufen.

"Bis heute hat Mesut nicht mit mir gesprochen, obwohl ich mehrfach versucht habe, ihn zu erreichen. Mir ist es nicht gelungen, ihn ans Telefon zu bekommen. Er hat sich bewusst für diesen Weg entschieden."

Bundestrainer Joachim Jogi Loew (Deutschland) spricht mit Mesut Oezil (Deutschland).

GES/ Fussball/ Vorbereitung auf die WM 2018: Training der deutschen Nationalmannschaft in Suedtirol, 24.05.2018

Football / Soccer: Training of the German national football team in Eppan, May 24, 2018 | Verwendung weltweit

Özil und Löw sprachen laut Bundestrainer nicht mehr miteinander. Bild: GES-Sportfoto

Auch Bierhoff hatte etwas zur Causa Özil zu sagen: "Er hat uns bereichert und dazu beigetragen, dass wir 2014 Weltmeister geworden sind." Die Affäre um das Erdogan-Foto sei "unterschätzt und falsch eingeschätzt" worden.

"Ich habe mich mit unglaublich vielen Menschen unterhalten seitdem, und habe es in meinen 30 Jahren im Profifußball nie erlebt, dass die Meinungen so weit auseinandergehen."

"Liverpool konnte an einem Tag Manchester City schlagen. Zu dieser Flexibilität müssen wir auch finden"

Obwohl Löw drei Neue zu den kommenden Nationalspielen berufen hat, kann von Umbruch keine Rede sein. Der Bundestrainer hält weiter an Etablierten wie Neuer, Hummels und Kroos fest. Für ihn zähle die richtige Mischung aus Erfahrenen und jungen Hungrigen, so Löw.

"Kimmich, Süle, Goretzka, Draxler, Brandt, Werner und Sané sind Spieler, die länger in der Nationalmannschaft spielen werden", erklärt Löw. Diese Spieler würden in Führungsrollen reinwachsen und so weiteren jungen Spielern wie Serge Gnabry bei der Integration in die Nationalmannschaft helfen.

Sportlich will sich Löw Jürgen Klopps Liverpool als Beispiel nehmen: "Mit ihrer Ausgewogenheit und ihrer Flexibilität konnten sie an einem Tag Manchester City schlagen, die mit über 15 Punkten Vorsprung englischer Meister werden. Zu dieser Flexibilität müssen wir auch finden." 

Diese Flexibilität habe der Mannschaft aufgrund seiner taktischen Ausrichtung in den WM-Partien gegen Mexiko und Südkorea gefehlt, so Löw.

Die ganze Pressekonferenz könnt ihr hier im Ticker nachlesen:

Ticker: Neuanfang Nationalmannschaft: Jogi Löws WM-Analyse

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