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Nach dem Trainingsende kommen alle Spieler des Teams zusammen und bilden einen Kreis. Handball Oeffentliches Training der gemeinsamen Handballmannschaft aus Nord- und Suedkorea in Vorbereitung auf die Handball Weltmeisterschaft 2019 in DEN/GER im Horst-Kober Sportzentrum in Berlin, Deutschland am 04.01.2019, *** After the end of the training all players of the team come together and form a circle Handball public training of the joint handball team from North and South Korea in preparation for the Handball World Championship 2019 in DEN GER in the Horst Kober Sports Center in Berlin Germany on 04 01 2019

Eine Einheit bildete das Team beim Training der gemeinsamen Handballmannschaft aus Nord- und Suedkorea in Berlin. Bild: imago sportfotodienst

Handball-WM

"Weg des Friedens" – Nord- und Südkorea starten zusammen bei Handball-WM 

Kommende Woche geht es los: Die Handball-WM in Deutschland und Dänemark startet mit dem Eröffnungsspiel zwischen Deutschland und Korea in Berlin. International betrachtet spielen die deutschen Handballer dabei fast nur die Nebenrolle. Die vereinte Korea-Mannschaft aus Spielern aus Nord und Süd sorgt wie schon das Eishockeyteam bei Olympia für viel Aufmerksamkeit.

Es war Teil einer großen Friedensmission vor der Handball-WM, sah aber aus wie ein ganz normales Training. Die Spieler des vereinten Teams aus Korea schwitzten und lachten zusammen, alle trugen bei der öffentlichen Einheit am Freitag im Berliner Horst-Korber-Sportzentrum das gleiche Outfit. Einzig bei der Schuhwahl zeigten die vier Nordkoreaner Flagge: In blau-rot-weißen Tretern flitzten sie übers Parkett.

Trainer Myong Chol Sin und Cheftrainer Young Shin Cho (l-r) stehen auf dem Spielfeld. Handball Oeffentliches Training der gemeinsamen Handballmannschaft aus Nord- und Suedkorea in Vorbereitung auf die Handball Weltmeisterschaft 2019 in DEN/GER im Horst-Kober Sportzentrum in Berlin, Deutschland am 04.01.2019, *** Coach Myong Chol Sin and head coach Young Shin Cho l r are on the field Handball Public training of the joint handball team from North and South Korea in preparation for the Handball World Championship 2019 in DEN GER at the Horst Kober Sports Center in Berlin Germany on 04 01 2019

Bild: imago sportfotodienst

Rund ein Dutzend Journalisten und fünf TV-Kameras achteten auf jedes Detail. Beim WM-Eröffnungsspiel am kommenden Donnerstag (18.15 Uhr/ZDF) gegen die deutsche Nationalmannschaft wird die Aufmerksamkeit ungleich größer sein.

Vereintes Korea-Team in der Mauerstadt Berlin

Millionen Zuschauer weltweit und 14.800 Fans in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof, darunter vielleicht auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und IOC-Präsident Thomas Bach, werden Zeuge eines historischen Auftritts der politisch verfeindeten Brüder-Nationen. Und das im ehemals geteilten Deutschland, in der Mauerstadt Berlin. 

Cheftrainer Cho Young Shin sagt:

"Mit dem Fall der Mauer ist man den Weg des Friedens gegangen. Deshalb möchten wir als gemeinsames Team zeigen, dass wir als Koreaner auch diesen Weg gehen können"

Auch DHB-Präsident Andreas Michelmann fühlt sich "aufgrund unserer eigenen Geschichte sehr berührt". 

Öffentlichwirksame Aktion

Hauptinitiator der Aktion war von Beginn an IHF-Präsident Hassan Moustafa. Der machtbewusste Ägypter erlebte, wie sich Bach und andere Funktionäre bei den Olympischen Winterspielen als Friedenshelfer initiieren konnten. Das vereinte koreanische Eishockey-Frauenteam war trotz des letzten Platzes eines der großen Attraktionen in Pyeongchang. 

Als sich die Handballer Südkoreas fast zeitgleich als Dritter der Asienmeisterschaft für die WM qualifizierten, forcierte Moustafa die sportliche Vereinigung. Vier Nordkoreaner muss oder darf das Team integrieren – je nach Sicht auf die Dinge. Als einzige Mannschaft des Turniers darf Korea mit 20 statt mit 16 Spielern starten. Korea wird mit dem Länderkürzel COR und der weiß-blauen Flagge, die das vereinte Land symbolisiert, antreten.

Trainer Myong Chol Sin, Cheftrainer Young Shin Cho, der suedkoreanische Spieler und Kapitaen Suyoung Jung, sowie der nordkoreanische Spieler Song Jin Ri (l-r) posieren fuer ein Foto. Trainer Myong Chol Sin und Cheftrainer Young Shin Cho halten dabei gemeinsam die Hand. Handball Oeffentliches Training der gemeinsamen Handballmannschaft aus Nord- und Suedkorea in Vorbereitung auf die Handball Weltmeisterschaft 2019 in DEN/GER im Horst-Kober Sportzentrum in Berlin, Deutschland am 04.01.2019, *** Coach Myong Chol Sin head coach Young Shin Cho the South Korean player and captain Suyoung Jung as well as the North Korean player Song Jin Ri l r pose for a photo coach Myong Chol Sin and head coach Young Shin Cho hold together the hand handball public training of the joint handball team from North and South Korea in preparation for the Handball World Championship 2019 in DEN GER at the Horst Kober Sports Center in Berlin Germany on 04 01 2019

Trainer Myong Chol Sin, Cheftrainer Young Shin Cho, der suedkoreanische Spieler und Kapitaen Suyoung Jung, sowie der nordkoreanische Spieler Song Jin Ri (von links) posieren für ein Foto. Sin und Shin Cho halten dabei gemeinsam die Hand. Bild: imago sportfotodienst

Seit dem 22. Dezember bereitet sich Korea in Deutschland auf die WM vor. "Als wir die Nordkoreaner kennengelernt haben, war es etwas befremdlich", sagte der südkoreanische Trainer Cho Young-Shin. "Aber mit jedem Abend im Hotel, mit jedem Training, jedem Essen kamen wir uns näher und sind nun freundschaftlich miteinander verbunden."

Bundestrainer Christian Prokop hatte anfangs Probleme, Videomaterial von den Nordkoreanern zu bekommen. Kurz vor dem ersten Gruppenspiel warnt er sein Team: "Sie spielen einen schnellen Ball und sind taktisch diszipliniert. Das wird ein echter Prüfstein für uns." Auch Torhüter Silvio Heinevetter weiß aus Erinnerung an ein Spiel gegen Südkorea vor vielen Jahren: "Das ist schon extrem unangenehm. Diese kleinen schnellen Jungs sind nicht so schlecht, wie man denkt."

Der Weltverband lud auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Nordkoreas Diktator Kim Jong-un zum Eröffnungsspiel ein, doch diese Hoffnung zerschlug sich schnell. In seiner Neujahrsansprache ging Kim zwar nicht auf die Handball-WM ein, er zeigte sich gegenüber Südkorea aber weiter versöhnlich. Kein Wunder, schließlich wollen sich Nord- und Südkorea gemeinsam um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2032 bewerben. Auch deswegen gehen Koreas Handballer bei der Weltmeisterschaft auf Friedensmission.

(bn/sid)

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