Sport

Dieser Nationalspieler findet, dass alle Fußballer zu viel verdienen

Fußball-Nationalspieler Matthias Ginter hat für eine Gehaltsobergrenze in der Bundesliga plädiert. In einem Interview mit "t-online" und "Sportbuzzer" kritisiert er die Entwicklung im Profigeschäft.

Der 24-jährige Abwehrspieler von Borussia Mönchengladbach hatte sich bereits in der "Welt am Sonntag" besorgt über die Kommerzialisierung des Fußballs geäußert. "Der Sport spalte sich zusehends von der normalen Gesellschaft ab", erklärte er.

Und das sagt Ginter über...

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Bild: dpa

... die Profi-Gehälter

"Wenn ich sehe, wie Bauarbeiter oder Krankenpfleger schuften müssen und dafür ein Gehalt bekommen, mit dem sie kaum über die Runden kommen, dann muss ich sagen: Natürlich verdienen wir Fußballer zu viel"

welt am sonntag


"Man sieht Menschen, die von morgens bis abends arbeiten, deren Jobs essentiell für die Gesellschaft sind – und da passt meiner Meinung nach das Verhältnis mit den Gehältern von Fußballern nicht. Das ist natürlich ein Stück weit schon immer so gewesen, hat aber in den letzten Jahren noch einmal zugenommen." 

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... die Parallelwelt Fußball

"Man gewöhnt sich an die Blicke, an die Selfies, ans Autogrammeschreiben. Das ist manchmal natürlich unangenehm, beim Essen zum Beispiel. Aber ich war ja selbst einmal ein kleiner Junge, der die Nationalspieler verehrt hat. Deshalb habe ich kein Problem damit. Die Abschottung ist leider notwendig geworden, um die Sicherheit zu gewährleisten. Für mich ist es aber trotzdem wichtig, nicht zuhause ein Kino zu haben, sondern mich auch so normal wie möglich in der Öffentlichkeit bewegen zu können.

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"Wir sind abgeschottet. Das war bei Profifußballern vielleicht schon immer so, aber ich habe das Gefühl, dass es zunimmt." 

welt am sonntag

.... gesellschaftliche Verantwortung

"Generell versuche ich immer mal wieder etwas zurückzugeben, mit einer Spende oder meiner Stiftung, die sich in Freiburg und der Region für bedürftige Kinder einsetzt. Aber es ist natürlich nicht so, dass ich kein schönes Auto fahre oder kein schönes Zuhause habe." 

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... das Vorbild USA

"In den USA sind die Gehälter transparent und es gibt eine Gehaltsobergrenze. Ich glaube, das schmälert ein Stück weit den Neid-Faktor. Natürlich ist es für den normalen Angestellten trotzdem schwierig zu verstehen, wenn ein Spieler zehn oder 20 Millionen im Jahr verdient."

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"Am Beispiel des US-Basketballs ist bewiesen, dass die Liga dann ein bisschen ausgeglichener wird. Das wäre eine Chance für kleinere Vereine wie den SC Freiburgzum Beispiel, der dann im Verhältnis vielleicht auch mehr investieren könnte."

t-online.de, sportbuzzer

... einen WM-Boykott in Russland

"Da bin ich im Zwiespalt. Auf einer Seite sollte man schon Zeichen setzen für Frieden und Freiheit. Auf der anderen Seite ist Fußball ein Brückenbauer, weil er viele Religionen und Herkunftsländer bei einer WM zusammenbringt. Und dadurch Dialog entsteht, Toleranz wächst. Die Frage ist, was ein Boykott wirklich bringen würde. Wenn wir nicht zur WM fahren, heißt das ja auch nicht, dass sich die politischen Konflikte wirklich verbessern. Wenn ich könnte, würde ich den Weltfrieden einer WM-Teilnahme jedenfalls vorziehen (lacht)."

t-online, sportbuzzer

Und das sagen andere zur Gehaltsobergrenze:

Gehaltsgrenzen werden im Profi-Fußball seit vielen Jahren diskutiert.

Nationalspieler Ilkay Gündogan:

"Warum soll man nicht sagen, dass ein Spieler, bis er 20 ist, nur einen gewissen Betrag verdienen darf? – wie es, glaube ich, in den USA der Fall ist? Generell würde es sicher nicht schaden und der Jugendarbeit würde es auch guttun. Weil teilweise schon A-Jugendliche von größeren Klubs mit Geld abgeworben werden, obwohl es besser wäre, sich noch zu entwickeln."

Sportbuzzer

Julian Nagelsmann, Trainer des Bundesligisten 1899 Hoffenheim:

"Am besten wäre eine Grenze von einer Million. Und die restlichen Millionen gehen an bedürftige Kinder, Behinderte oder Obdachlose", sagte beispielsweise Julian Nagelsmann, "

Auch Fußballfunktionäre äußern sich regelmäßig zu den steigenden Gehältern im Profi-Fußball. Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge sprach sich beispielsweise nach dem Neymar-Transfer für eine Gehaltsgrenze aus. BVB-und Liga-Präsident Reinhard Rauball hatte vor neun Jahren bereits eine europäische Lösung angeregt. Eine nationale Lösung ist nicht mit dem EU-Wettbewerbsrecht vereinbar. 

(t-online/dpa/ts)

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