Wirtschaft

Ryanair lässt Gespräche mit Flugbegleitern platzen – neue Streiks drohen

05.10.2018, 16:03

Der Arbeitskampf bei Ryanair geht weiter und weiter (und weiter und weiter und weiter): Jetzt hat die Billigfluglinie ein geplantes Gespräch mit der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo abgesagt. Der Grund: Ryanair fühlt sich durch eine Pressemitteilung der Gewerkschaft verleumdet.

  • Eigentlich wollten sich das Unternehmen und die "Unabhängige Flugbegleiter Organisation" (Ufo) am 16. Oktober an einen Tisch setzen.
  • Am Freitag teilte die Gewerkschaft dann jedoch mit, dass Ryanair den Termin gecancelt habe.

Piloten und Flugbegleiter kämpfen schon länger gegen Ryanair:

Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur bestätigte Ryanair die Gesprächsabsage indirekt: "Wenn Ufo die verleumderische Pressemitteilung vom 28. September zurückzieht, sind wir in einer Position, um die Gespräche wieder aufzunehmen", sagte Ryanair-Kommunikationschef Robin Kiely.

A Ryanair worker takes part in a protest inside the departure hall during a strike by Ryanair workers of several European countries, at the airport in Valencia, Spain, September 28, 2018. REUTERS/Hein ...
In mehreren europäischen Ländern streiken und Protestieren Ryanair-Mitarbeiter für bessere Arbeitsbedingungen.Bild: reuters

Das steht in der Pressemitteilung, die Ryanair nicht passt:

In der Mitteilung hatte die Gewerkschaft eine Verbindung zwischen "prekären Arbeitsbedingungen" der Flugbegleiter und möglichen Sicherheitsrisiken bei Ryanair gezogen.

Ufo-Tarifvorstand Nicoley Baublies hatte darin gesagt:

"Wer sich tagtäglich darum sorgt, ob er morgen noch einen Job hat oder das Geld für die Miete reicht, kann sich nicht konzentrieren und geht auch mal krank zur Arbeit."

Die sicherheitsrelevanten Aufgaben erforderten viel Konzentration, und das bei Schichten von mehr als 12 Stunden am Tag. "Ohne verlässliche Regeln sehen wir hier auf Dauer ein Risiko für den Ernstfall an Bord", mahnte er.

Die Gewerkschaft macht Ryanair Vorwürfe

Ufo-Vorstand Baublies warf Ryanair jetzt vor, auf Zeit zu spielen. Die Airline versuche sich dem Verhandlungsprozess mit einer fadenscheinigen Begründung zu entziehen. "Sollte Ryanair die Absage für den bereits vereinbarten Termin nicht zurücknehmen, müssen wir davon ausgehen, dass unsere Verhandlungen gescheitert sind."

Das bedeutet: Es könnte wieder gestreikt werden.

Schon seit Monaten bestreiken Piloten und Flugbegleiter die Airline immer wieder.
Die Fluggesellschaft steht wegen der Arbeitsbedingungen für ihre Mitarbeiter seit langem in der Kritik. Seit einigen Monaten sieht sie sich wiederholten Streiks von Piloten und Flugbegleitern in mehreren europäischen Ländern ausgesetzt. Auch die Ufo und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit haben bereits gestreikt. Bei einem Ausstand in sechs europäischen Ländern fielen Ende Juli allein an einem Tag rund 250 Flüge aus.

(fh/dpa)

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