Wirtschaft
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Den watson-Kryptos geht's besser – die Branche bleibt leider unseriös (Pornos sind Schuld)

26.04.18, 18:51 27.04.18, 16:08

Hier kommt Folge 3 unserer Krypto-Kolumne…

Christina  zur Nedden
Christina zur Nedden

Hallo Krypto-Freunde!

Gute Nachrichten: Der Frühling ist (jedenfalls zeitweise) da und passend dazu, erholen sich nach monatelangem Winterschlaf auch die Kryptokurse! Am 12. April stieg der Bitcoin-Kurs innerhalb von 2 Stunden um fast 1000 Euro, beziehungsweise um 17 Prozent, an. Auch andere Währungen zogen mit.

bild: giphy

Aktuell steht Bitcoin bei 7291 Euro (8869 Dollar) und liegt damit weit über den mickrigen 6000 Euro, über die ich in meiner letzten Kolumne berichtete.

Oh gut! Sind wir jetzt reich?

Leider nein. Doch es gibt Hoffnung, dass wir demnächst unseren Verlust wieder einholen (und bis zum Sommer dann hoffentlich verdoppeln).

watsons Krypto-Vermögen am 26.4.18

Unsere 0,01197294 Bitcoin und 0,16129352 Ether sind mittlerweile 162 Euro wert. Am 5. April hätten wir nur 109 Euro für unsere Coins bekommen.

Auch bei Ripple läuft es besser: Der Wert unserer 158 Ripple-Coins ist von 62 Euro am 5. April auf 102 Euro gestiegen.

watsons Gesamt-Krypto-Vermögen beträgt also zum jetzigen Zeitpunkt 264 Euro.

Das bedeutet wir sind immer noch in den Miesen, denn ursprünglich haben wir 300 Euro investiert.

Aber: Es geht bergauf. (Hoffe, meine Chefinnen lesen mit, habe nächste Woche Feedback-Gespräch.)

Wieso sind die Kurse gestiegen?

Es gibt verschiedene mögliche Gründe für das Frühlingserwachen der Krypto-Coins. Hier sind 4:

  1. Milliardär (und man könnte sagen Finanzwelt-Influencer) George Soros hat neulich verkündet, dass sein 26-Milliarden-Dollar-Fund jetzt auch in Kryptos investiert. Bisher hatte er Digitalwährungen als eine "Blase" beschrieben.
  2. Auch IMF-Chefin Christine Lagarde schrieb in einem Blogpost über die potentiellen Vorteile von Kryptos, während sie in ihrem letzten Post noch deren "dunkle Seite" bemängelt hatte.
  3. Banken und Krypto-Fans waren bisher keine Freunde. Eine neue Studie fand heraus, dass jedes fünfte Finanzinstitut innerhalb der nächsten 12 Monate den Handel mit Kryptowährungen erwägt.
  4. Ein islamischer Geistlicher erklärte Bitcoin für Halal, was viele gläubige Muslime dazu motiviert haben könnte, zu investieren.

Sind Kryptos im Mainstream angekommen?

Kryptos sind toll und im Mainstream (bzw. bei den konservativen Banken) angekommen, denke ich.

Doch dann sehe ich dieses verstörende Video: 

Video: YouTube/Pornhub

In dem Video erzählt ein Großvater seinem Enkel im Jahr 2077 von der mühsamen alten Zeit, als wir noch mit Plastikkarten und Metall-Münzen zahlen mussten. Doch dann, im April 2018 änderte sich das auf revolutionäre Weise, als die Kryptowährung Verge zur Weltwährung wurde und Pornhub das erste innovative Unternehmen, das Verge als Zahlungsmittel einführte.

Großvater und Enkel reisen im Video in die Vergangenheit und erleben, wie diese Kooperation groß auf Times Square mit dem Slogan "The Future has Cum" verkündet wird. Im echten Leben (also heute) soll die Partnerschaft mit Pornstars, die in Trucks auf den Straßen New Yorks und im Silicon Valley rumfahren und Verge Coins verteilen, promotet werden.

Auch watson-Redakteurin Yasmin hasst es mit Karte zu zahlen 

Kryptos bleiben unseriös

Verge hatte im März groß eine neue Partnerschaft angekündigt. Anleger tippten auf "seriöse" Partner wie Amazon, PayPal oder Alibaba. Stattdessen entschieden sich Verge für Pornhub, da es vielen gefallen dürfte, wenn Pornokonsum noch anonymer abläuft und nicht auf der Kreditkartenrechnung erscheint.

Dem Ansehen der Krypto-Welt, die leider immer noch mit dem Darknet und Drogenhandel assoziiert wird, dürfte das nicht gut getan haben. Anleger sahen das genauso: Als klar wurde, dass Verge mit Mindgeek, dem Unternehmen hinter Pornhub und Youporn kooperierte, stürzten die Kurse erst einmal ab. Denn auch wenn die meisten Pornos gucken (Pornhub hatte 2017 81 Millionen Besucher am Tag): Seriös finden sie es offenbar trotzdem nicht. 

Hype wird durch seltsames Marketing erzeugt

Mindgeek hatte die mysteriöse Partnerschaft immer wieder im Vorfeld mit Pressemitteilungen angekündigt. Der Hype, der dadurch entstand, wurde dem Unternehmen im Nachhinein auch zum Vorwurf gemacht. Sowieso verhalten sich einige Manager von Kryptowährungen und Börsen so, als ginge es ihnen nur um ihren eigenen Gewinn.

Bestes Beispiel dafür ist der mehr als fragwürdige PR-Gag des deutschen Krypto-Startups "Savedroid", dessen Gründer zuerst mit Tokens 40 Millionen Euro einnahm und dann Mitte April die Webseite abschaltete und so tat, als hätte er sich mit dem Geld ins Ausland abgesetzt. 24 Stunden später verkündete er, dass der Betrug inszeniert war. Witzig fand das keiner so wirklich. Auch weil der Krypto-Markt schon volatil genug ist. Da braucht es nicht zusätzlich bescheuerte Aktionen von CEOs.   

Nur ein Meme zu sehen: Die "Saveroid" Webseite am Tag des PR-Gags. 

Was machen wir mit dem Geld?

Da watson kein gieriges Unternehmen, sondern eine seriöse Redaktion ist, spenden wir unser Krypto-Vermögen (oder das, was davon übrig ist) Ende des Jahres an einen Verein für Spielsüchtige.

Und damit ihr am Wochenende euren Senf zu Bitcoin& Co. dazugeben könnt, hier die interessantesten News aus dem Krypto-Universum:

Der Krypto-Small-Talk

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