Ryanair einigt sich mit Piloten – welche Folgen das für die Passagiere hat

Tatsächlich noch vor Weihnachten haben sich die deutschen Piloten und der Billigflieger Ryanair auf Grundzüge eines Tarifwerks geeinigt. Streiks sind damit vom Tisch.

Das ist Ryanair:

Ryanair ist der größte Billigflieger Europas. Er fliegt mit seinen einheitlichen Boeing 737-Maschinen mehr als 215 Flughäfen in 37 Ländern an und operiert von 86 Basen in Europa und Nordafrika. Das hochprofitable Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben rund 14.500 Menschen. Im Geschäftsjahr 2017/2018 machten die Iren bei 7.15 Milliarden Euro Umsatz einen Gewinn von 1,45 Milliarden Euro.

Warum kam es zu so vielen Streiks?

Die gut 400 in Deutschland stationierten Piloten hatten vor knapp einem Jahr erstmals gestreikt und im laufenden Jahr noch drei Mal die Arbeit niedergelegt. Nun sollen unter anderem die Grundgehälter deutlich zulasten der variablen Gehaltsbestandteile steigen.

Ganz junge Co-Piloten könnten mit einer Verdoppelung ihres Fixgehalts auf 50.000 Euro pro Jahr rechnen, heißt es in Papieren der Tarifkommission. Für Kapitäne soll es um bis zu 33 Prozent auf zunächst 100.000 Euro zulegen. Unter dem Strich gebe es leichte Steigerungen des Gesamtgehalts, die aber nicht näher beziffert wurden, weitere jährliche Steigerungen wurden vereinbart.

Was soll sich jetzt ändern?

Ryanair habe seine Ankündigung bereits umgesetzt, die in Deutschland eingesetzten Piloten selbst anzustellen, sagte Schumacher. Früher hatte es viele prekäre Arbeitsverhältnisse bei Verleihfirmen gegeben. Ab Ende Februar 2019 sollen die Arbeitsverträge auf deutsches Recht umgestellt werden, ab April werde deutsches Steuerrecht angewendet. Wegen der geringeren Steuersätze im Vergleich zu Irland steige damit das Nettogehalt der Piloten.

Auch für den Fall von Stationsschließungen und Versetzungen seien soziale Regelungen gefunden worden, bestätigten beide Seiten. Dies soll auch rückwirkend für die geschlossene Station Bremen und die reduzierte Mannschaft in Weeze am Niederrhein gelten. Und auch über die Bildung eines Cockpit-Betriebsrats nach Tarifrecht sei man sich einig, erklärte die Pilotengewerkschaft.

Die insgesamt vier Tarifverträge sollen bis Ende Februar (Gehalt und Mantel) beziehungsweise zum 1. April unter Dach und Fach sein. Bis dahin wird es wegen der vereinbarten Friedenspflicht auch keine weiteren Streiks der hierzulande stationierten Piloten mehr geben.

(pbl/dpa)

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