Wir müssen Kohlendioxid loswerden – aber wie? 5 Wege, das Gas aus der Luft zu ziehen

Die Menschheit muss ihren Kohlenstoffdioxid-Ausstoß reduzieren – und zwar dringend. Der Weltklimabericht hat das erneut gezeigt. Falls der Mensch den Kohlendioxid-Ausstoß nicht schnell genug senkt, hoffen einige Experten auf noch andere Mittel zum Klimaschutz. Die meisten Techniken sind jedoch nicht im großen Maßstab erprobt, umstritten und bergen hohe Risiken. Der Weltklimarat ist in seinem neuen Report bei vielen zurückhaltend. Doch welche Optionen gäbe es theoretisch? Wir stellen 5 vor.

Schild Babywald vpr einer Aufforstung, Deutschland signg Babywald, baby forest, Germany BLWS475694 Copyright: xblickwinkel/M.xHenningx

Bild: imago stock&people

Aufforstung

Pflanzen ziehen Kohlenstoffdioxid (CO2) aus der Luft. Einige IPCC-Szenarien rechnen daher mit Aufforstung oder der Wiederherstellung natürlicher Ökosysteme. Wälder hätten auch Vorteile für Biodiversität, Bodenqualität und lokale Ernährungssicherheit, sagte die Referentin für Internationale Klimapolitik bei der Heinrich-Böll-Stiftung, Linda Schneider. Allerdings nimmt ein Wald, ist er einmal gewachsen, kaum noch zusätzliches CO2 auf. Effektiv ist es, keine Wälder mehr zu zerstören.

Growing young maize seedling in cultivated agricultural farm field with modern technology concepts

Bild: iStockphoto

Nutzung von Pflanzenresten

Erprobt wird derzeit der Anbau und das Verbrennen von Pflanzen. Das entstehende CO2 müsste dann in tiefen Lagern gespeichert werden. Die Technik nennt sich Bioenergie mit CO2-Abscheidung und Speichern im Boden (Bioenergy with Carbon Capture and Storage, BECCS). Sie braucht Ackerfläche und möglicherweise Dünger. Denkbar ist die Verwertung von Abfällen etwa aus Forstwirtschaft und Haushalt, was aber nur kleine CO2-Mengen entzieht.

brown summer forest ground with cones, dry. background, texture.

Bild: iStockphoto

Böden

Ebenfalls erforscht werden Techniken, um die CO2-Aufnahmefähigkeit von Böden zu fördern – etwa durch Einbringen von teilverbrannten Pflanzen oder Mineralien, die CO2 binden.

Geoengineering concept vector illustration, altering, atmosphere biosphere ceres

Bild: iStockphoto

Geoengineering

Dabei könnten zum Beispiel Teilchen in die Luft geblasen werden, die Sonnenlicht zurückstrahlen und so die Erdtemperatur senken. Bei solchen Techniken gibt es laut IPCC "große Unsicherheiten, Wissenslücken und erhebliche Risiken". Er bezog sie daher gar nicht in den Report ein. Sie würden zudem die Ozeanversauerung nicht aufhalten.

Seaweed: 1) Japanese wireweed (Sargassum muticum); 2) Giant kelp (Macrocystis pyrifera); 3) Bull kelp (Nereocystis luetkeana, older plant); 4) Bull kelp (Nereocystis luetkeana, younger plant); 5) Marine algae (Agarum gmelini); 6) Laminaria bongardiana; 7) Brown kelp (Lessonia fuscescens); 8) Fucus palmatus; 9) Bladder wrack (Fucus vesiculosus); 10) Sea Beech (Schizimenia edulis, or Delesseria sanguinea); 11) Iridaea mertensiana; 12) Constantinea rosmarina; 13) Dumontia hydrophora; 14) Dabberlocks (Alaria esculenta); 15) Thalassophyllum crispum (or Thalassophyllum clathrus); 16) Odonthalia gmelini (or Odonthalia dentata); 17) Irish moss (Chondrus crispus); 18) Sugar kelp (Saccharina latissima, or Laminaria saccharina). Lithograph after a drawing by Olof Winkler (German painter, 1843 - 1895), published in 1897.

Bild: Digital Vision Vectors

Algendüngung

Algen nehmen beim Wachsen ebenfalls CO2 auf. Die Düngung mit Eisen ist aber ein großer Eingriff in ein Ökosystem und noch unzureichend erprobt.

(sg/dpa)

Video: watson/Knackeboul, Madeleine Sigrist, Lya Saxer

Gastbeitrag

"Lasst die Häuser stehen!": Warum es falsch ist, Menschen wegen Kohleabbau umzusiedeln

Ab sofort lest ihr alle zwei Wochen Gastbeiträge von Fridays-for-Future-Aktivisten auf watson. Heute: Christina Schliesky über Umsiedlungen wegen des Kohleabbaus. Nach dem katastrophalen Kohleausstiegsgesetz ist klar, dass man seitens der Bundesregierung keine allzu große Unterstützung mehr erwarten kann. Die Klimabewegung muss jetzt zusammenhalten und solidarisch sein.

Standet ihr schon mal am Rande eines Tagebaus? Wenn man an einem Tagebau steht, sieht man kilometerweit nichts, außer einem riesigen Loch, das sich bis zum Horizont erstreckt, und dem Rauch aus den Schornsteinen der Kohlekraftwerke in der Ferne. Ich bin an so einem Tagebau aufgewachsen. Seinetwegen bin ich Aktivistin bei Fridays For Future geworden.

Als ich 14 Jahre alt war, standen meine Mutter und ich zum ersten Mal an diesem Krater. Es war ein beklemmendes Gefühl, als sie in die schwarz-graue …

Artikel lesen
Link zum Artikel