Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
Erfurt - Kika-Figuren 14.11.17 , Erfurt, Kika-Figur Bernd, das Brot am Rathaus *** Erfurt Kika Figures 14 11 17 Erfurt Kika Figure Bernd the Bread at City Hall

Bild: imago stock&people

1,7 Millionen Tonnen! WWF schimpft über die Verschwendung von Brot

04.10.18, 16:43

Laut einer Studie der Umweltgruppe WWF gehen pro Jahr geschätzte rund 1,7 Millionen Tonnen Brot und Backwaren verloren – vor allem bei Verbrauchern, Bäckereien und im Handel. WWF-Experte Jörg-Andreas Krüger sagte am Donnerstag in Berlin: 

"Zukünftig sollten und können wir es uns schlichtweg nicht mehr leisten, Ackerland in diesem Ausmaße zu beanspruchen, um das darauf angebaute Getreide als Brot, Croissants oder Törtchen in den Müll zu werfen."

J-A Krüger, WWF

Die Studie im einzelnen.

Die Zahlen des WWF (klingen nicht gut für die Bäcker)

Nach Angaben des WWF wird die Ernte von knapp 400.000 Hektar Ackerland verschwendet, einer Fläche, die größer als Mallorca ist. Zudem würden unnötige 2,46 Millionen Tonnen Treibhausgase ausgestoßen, heißt es weiter.

Der WWF attackierte vor allem die Bäckereien und den Einzelhandel. Demnach gibt es in kleinen Handwerksbetrieben weitaus weniger Retouren als in größeren Unternehmen. Positive Spitzenreiter liegen demnach bei gerade einmal einem Prozent. Dagegen retournieren mittlere bis große Backunternehmen durchschnittlich zwischen zwölf und 15 Prozent ihrer Ware. WWF beziffert die Verluste bei Backwaren Schätzungen zufolge auf insgesamt etwa 1,7 Millionen Tonnen pro Jahr.

Problematisch ist der Studie zufolge zudem die Verarbeitung von mindestens 400.000 Tonnen überschüssigen Backwaren pro Jahr zu Tierfutter. Laut WWF wird das Brot mitsamt den Verpackungen maschinell zerkleinert, um es danach von diesen Rückständen zu befreien. Es sei davon auszugehen, dass Plastikteilchen, insbesondere Mikroplastik, dabei nicht zuverlässig entfernt werden. Diese Praxis sei "äußerst fragwürdig", da Plastik so in die menschliche Nahrungskette gelangen könne.

Die Reaktionen

Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks erklärte, sowohl Verbraucher als auch Bäckereien seien gefragt: "Auf der einen Seite müssen die Verbraucher verstehen, dass ein volles Sortiment zum Ladenschluss zur Überproduktion führt", teilte Vizepräsident Heribert Kamm mit. Andererseits müssten Verkäufer das vermitteln und Alternativen anbieten, wie etwa telefonische Reservierungen auf Brote, die erst abends abgeholt werden.

instagram

Die frühere Landwirtschaftsministerin Renate Künast, Grüne, forderte ein Eingreifen der Politik. Sie sagte: 

"Wir brauchen einen Runden Tisch, bei dem alle ihre Zahlen und Fakten auf den Tisch legen, auch der Handel, auch die Industrie - damit wir wissen, wo wird eigentlich am meisten weggeworfen."

Renate Künast, Grüne südwestrundfunk

Die Ex-Ministerin im Einsatz

(dpa, afp, per)

Verpackung vs. Lebensmittel

Das könnte dich auch interessieren:

Polizeistreifen auf der Straße melden – das steckt hinter dieser "Cop Map"-Aktion

"Ich habe kein Kind bekommen, um es abzugeben" – Jana bezieht bewusst Hartz IV 

Mann beleidigt schwarze Frau im Ryanair-Flieger rassistisch – Airline sinkt in PR-Krise

US-Studenten feiern Party – plötzlich bricht der Fußboden ein

Ölt eure Sprint-Tasten – Usain Bolt könnte bald in FIFA 19 dabei sein

Diesen Ausblick kannst du dir in den kommenden Wochen abschminken 😥

Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Dieser Mann hat einen Wald gepflanzt, der größer ist als der Central Park in New York

Im Alter von 16 Jahren hatte Jadav Molai Payeng auf einer Sandbank im Fluss Brahmaputra im indischen Bundesstaat Assam eine tote Schlange gefunden. Sie war durch die Strömungen angespült worden und wegen der fehlenden Bäume schutzlos in der sengenden Hitze verendet. Die tote Schlange wurde zum Auslöser für Payengs Lebensziel. In den 30 Jahren seither bepflanzt er die bis dahin unfruchtbare Insel.

Payeng lebt auf Majuli, einer der weltweit grössten Flussinseln. Diese droht jedoch zu …

Artikel lesen