DFB-Pokal, 2. Runde: Werder-Fans zündeln in Lübeck beim Spiel gegen Weiche Flensburg.
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Bild: imago sportfotodienst

Kalte Pyro – Ein Kompromiss im Konflikt zwischen Fans und Verbänden?

25.11.2018, 12:11

Pyrotechnik in Deutschlands Fußballstadien: Spieltag für Spieltag ein Reizthema. Für die einen gehört Pyro zum Fußball und zur Fankultur dazu. Die anderen sehen ihre Gesundheit gefährdet, sind genervt vom Qualm und Rauch.

Bengalos sind im Stadion illegal. Der DFB bestraft Fackeln, Blinker und Rauchtöpfe in der Fankurve, zahlen müssen am Ende die Clubs.

Kompromiss "kalte Pyro"?

Ein möglicher Kompromiss kommt aus Dänemark: "Kalte Pyro". Der dänische Pyrotechniker Tommy Cordsen hat sie erfunden.

Vor knapp zwei Jahren hatte der dänische Spitzenclub Bröndby IF beschlossen, gemeinsam mit Fans eine Lösung zu finden – statt sich immer nur gegenseitig die Schuld in die Schuhe zu schieben.

Fanbeauftragte von Werder Bremen, Schalke 04 und St. Pauli haben sich laut "ARD-Radio-Recherche-Sport" jetzt bei einem Treffen im schwedischen Stockholm über die "kalte Pyrotechnik" informiert. 

Auch ein DFL-Vertreter sei dabei gewesen. Tausend dieser neuen Fackeln sollen noch im Dezember bei einem Pflichtspiel in Dänemarks höchster Spielklasse "Superligaen" getestet werden. ("butenunbinnen.de")

"Kalte Pyro" – das Stadionfeuerwerk der Zukunft?

Sven Langner, einer der Fanbeauftragten vom FC St. Pauli, der beim Treffen in Stockholm dabei war, zeigte sich gegenüber "butenunbinnen.de" zuversichtlich: "Alle waren sehr positiv überrascht und durchaus auch zuversichtlich, dass das vielleicht was für die Zukunft sein kann."

2005: Im Mailänder Derby zwischen AC und Inter artete das Zünden von Pyros damals derart aus, dass es zum Spielabbruch kam. Juan Veron, Marco Materazzi und Rui Costa schauen den Flammen zu.
2005: Im Mailänder Derby zwischen AC und Inter artete das Zünden von Pyros damals derart aus, dass es zum Spielabbruch kam. Juan Veron, Marco Materazzi und Rui Costa schauen den Flammen zu.
bild: imago

Die "kalten" Pyrofackeln von Tommy Cordsen sind aber trotzdem noch heiß: Sie brennen bei 230 Grad Celsius ab. Dennoch sind sie damit viel weniger heiß als herkömmliche Bengalos, die bis zu 2.000 Grad entwickeln können. Ein weiterer Pluspunkt gegenüber Bengalos: Sind entwickeln kaum Rauch und sind löschbar mit Wasser.

Was sagen Polizei und DFB?

Auch "kalte Pyrotechnik" sei mit erheblichen Unfallrisiken bei großen Menschenansammlungen verbunden. Aus Sicht der Polizei dürfe sie also in Stadien nicht verwendet werden.

Der DFB will nichts dazu sagen, teilte dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) schriftlich mit: "Der DFB hat seine Position zum Thema Pyrotechnik bereits mehrfach dargestellt, wir bitten daher um Verständnis, dass wir uns aktuell dazu nicht äußern." (NDR)

Je kälter die Fackel desto kleiner der Reiz?

Die großen Fragen aber, die bleiben: Ist Pyrotechnik überhaupt noch reizvoll, wenn sie erlaubt ist? Kann "kalte Pyro" die Kompromisslösung im Konflikt zwischen Fans und Verbänden sein? Denn das Abbrennen von Pyrotechnik ist immer auch ein Mittel der Provokation und des Protests... Und die wohl wichtigste Frage: Wird der DFB sich überhaupt dazu hinreißen lassen, auf die Fans zuzugehen? Denn nur wenn der DFB mitspielt, könnte es bald legale Pyrotechnik in den Stadien geben. 

(as)

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