Das ist das beste Pressefoto des Jahres – auch die anderen Nominierten sind richtig stark

12.04.2019, 06:2912.04.2019, 08:07

Die Jury des renommierten Wettbewerbes "World Press Photo" hat am Donnerstag (Ortszeit) das Welt-Pressefoto des Jahres bestimmt: Die Aufnahme des Fotografen John Moore wurde am Donnerstag in Amsterdam als bestes Pressefoto des Jahres mit dem "World Press Photo Award" ausgezeichnet.

Das Siegerfoto:

Mitten in Trumps Bestrebungen, die Kinder von illegalen Einwanderern von ihren Müttern und Vätern zu trennen, bricht die kleine Yana aus Honduras in Tränen aus, als ihre Mutter Sandra Sanchez am 12. Juni 2018 in McAllen, Texas, von einem US-Grenzschutzbeamten durchsucht wird.
Mitten in Trumps Bestrebungen, die Kinder von illegalen Einwanderern von ihren Müttern und Vätern zu trennen, bricht die kleine Yana aus Honduras in Tränen aus, als ihre Mutter Sandra Sanchez am 12. Juni 2018 in McAllen, Texas, von einem US-Grenzschutzbeamten durchsucht wird.Bild: John Moore, für Getty Images/World Press Photo

Das im Juni 2018 aufgenommene Bild zeigt, wie die Honduranerin Sandra Sanchez nach ihrer Festnahme durch den US-Grenzschutz abgetastet wird. Vor ihr steht ihre kleine Tochter Yanela und weint.

Das Bild des Fotografen der Agentur Getty zeige "eine andere Art der Gewalt, die psychologisch ist", erklärte die Jury des World Press Photo Awards am Donnerstag.

Die durch das Foto verursachte Empörung habe mit dazu beigetragen, dass die Regierung von US-Präsident Donald Trump die höchst umstrittene Trennung illegaler Einwanderer von ihren Kindern beendet habe, auch wenn Sandra und Yanela Sanchez nach Angaben des US-Grenzschutzes nicht voneinander getrennt wurden.

  • Die Themen der anderen Nominierten waren ein Giftgas-Angriff in Syrien, die Ermordung des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi sowie der Konflikt um Migranten aus Mexiko in den USA.
  • Ebenfalls eine Chance auf den mit 10.000 Euro dotierten Preis hatten Fotos zu Themen aus Nigeria, Südafrika und Kolumbien.

Nominiert waren auch der syrische Fotograf Mohammed Badra – für dieses Werk:

Ein Mann und ein Kind werden nach dem vermuteten Gasangriff auf al-Shifunieh am 25. Februar 2018 behandelt.
Ein Mann und ein Kind werden nach dem vermuteten Gasangriff auf al-Shifunieh am 25. Februar 2018 behandelt.Bild: Mohammed Badra, für die Europäische Presseagentur/Weltpressefoto

Auch die Französin Catalina Martin-Chico war im Rennen:

Die Brasilianerin Yorladis ist zum sechsten Mal schwanger, nachdem fünf weitere Schwangerschaften in ihren FARC-Jahren abgebrochen wurden. Sie sagt, dass sie es geschafft hat, die fünfte Schwangerschaft bis zum sechsten Monat vor ihrem Kommandanten zu verstecken, indem sie lose Kleidung trug. Yorladis und ihre Partnerin leben in einem Haus in einem Zwischenlager in Colinas.
Die Brasilianerin Yorladis ist zum sechsten Mal schwanger, nachdem fünf weitere Schwangerschaften in ihren FARC-Jahren abgebrochen wurden. Sie sagt, dass sie es geschafft hat, die fünfte Schwangerschaft bis zum sechsten Monat vor ihrem Kommandanten zu verstecken, indem sie lose Kleidung trug. Yorladis und ihre Partnerin leben in einem Haus in einem Zwischenlager in Colinas.Bild: Catalina Martin-Chico, für Panos/World Press Photo

Der Italiener Marco Gualazzini durfte sich ebenfalls Hoffnung machen:

Ein Waisenjunge geht in Bol, Tschad, Mitte Oktober 2018 an einer Mauer vorbei, die mit Zeichnungen von raketenbetriebenen Granatwerfern versehen ist.
Ein Waisenjunge geht in Bol, Tschad, Mitte Oktober 2018 an einer Mauer vorbei, die mit Zeichnungen von raketenbetriebenen Granatwerfern versehen ist.Bild: Marco Gualazzini, für Contrasto/World Press Photo

Auch der Australier Chris McGrath war nominiert:

Ein unbekannter Mann versucht, Medienvertreter am 15. Oktober 2018 aufzuhalten, als saudische Ermittler im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul, Türkei, ankommen. Die Aufregung ist Folge einer wachsenden internationalen Empörung aufgrund des Verschwindens des Journalisten Jamal Khashoggi. Wenig später gestand Saudi-Arabien die Tötung des Journalisten.
Ein unbekannter Mann versucht, Medienvertreter am 15. Oktober 2018 aufzuhalten, als saudische Ermittler im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul, Türkei, ankommen. Die Aufregung ist Folge einer wachsenden internationalen Empörung aufgrund des Verschwindens des Journalisten Jamal Khashoggi. Wenig später gestand Saudi-Arabien die Tötung des Journalisten.Bild: Chris McGrath, für Getty Images/World Press Photo

Auch der Südafrikaner Brent Stirton, der dieses Bild geschossen hatte, war im Rennen.

Petronella Chigumbura (30), Mitglied einer rein weiblichen Anti-Wilderer-Einheit namens Akashinga, nimmt im Juni 2018 im Phundundu Wildlife Park, Simbabwe, am Stealth- und Tarnungstraining teil.
Petronella Chigumbura (30), Mitglied einer rein weiblichen Anti-Wilderer-Einheit namens Akashinga, nimmt im Juni 2018 im Phundundu Wildlife Park, Simbabwe, am Stealth- und Tarnungstraining teil. Bild: Brent Stirton, für Getty Images/World Press Photo

Insgesamt hatte die Jury 43 Fotografen aus 25 Ländern für Preise in verschiedenen Kategorien nominiert. Davon sind rund ein Drittel (32 Prozent) Frauen, 2018 waren es nur zwölf Prozent. Mehr als 4700 Fotografen hatten sich nach Angaben der Stiftung mit fast 80.000 Fotos beworben.

(pb/afp/dpa)

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