Du musst für WG oder Smartphone deinen Perso kopieren? Mach das bloß nicht!

11.11.2018, 14:1511.11.2018, 16:01

Du willst ein Konto eröffnen? Du bist im Rennen um ein WG-Zimmer? Du bist auf Airbnb unterwegs, oder du willst ein Handy kaufen? Dann weißt du, dass du ständig aufgefordert wirst, Kopien deines Personalausweises abzugeben.

Das ist aber oft nicht nur gesetzwidrig, sondern kann sogar gefährlich werden. 

Wir erklären, wer überhaupt deinen Perso sehen und fotokopieren darf, welche Daten du unter Umständen gar nicht mitzuteilen brauchst, und in welchen Fällen du tatsächlich alle Daten des Personalausweises mitteilen musst. 

Und um es vorweg zu nehmen: Bisher hast du definitiv schon eine ganze Menge falsch gemacht. Denn im Personalausweisgesetz heißt es:

"Vom Ausweisinhaber darf nicht verlangt werden, den Personalausweis zu hinterlegen oder in sonstiger Weise den Gewahrsam aufzugeben."
So sieht der deutsche Personalausweis aus. Wo welche Daten stehen und wer befugt ist sie zu sehen, sollte man wissen.  
So sieht der deutsche Personalausweis aus. Wo welche Daten stehen und wer befugt ist sie zu sehen, sollte man wissen.  

Wenn du also gerade an all die Garderoben, Autovermietungen, Bootsverleihe etc. denkst, denen du bislang deinen Perso als Pfand dagelassen hast: Glückwunsch, dazu waren die überhaupt nicht befugt und es war außerdem unnötig. Daher hier ein paar Tipps und Antworten auf die wichtigsten Fragen...

Wie ist die Rechtslage?

Tja, leider etwas kompliziert. Seitdem die Sicherheit von persönlichen Daten immer wichtiger wird und mehr in den Fokus rückt, hat auch die Politik verstanden, dass sich etwas tun muss. Seit 2017 schon sind beispielsweise bei den Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit in Nordrhein-Westfalen immer mehr Beschwerden eingegangen, wie unter anderem Vice berichtet und die Behörde mitteilt. 

Eine Sprecher der Berliner Datenschutzbeauftragten teilte mit, das Kopieren oder Scannen von Personalausweise sei bis 2017 generell verboten gewesen. Seitdem darf zwar nach einer Ausweiskopie gefragt werden, doch bestimmt jeder selbst, ob er sich darauf einlässt.

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Welche Daten muss ich preisgeben?

Die Datenschützer aus Nordrhein-Westfalen empfehlen selbst bei Mietverträgen, wirklich nur die nötigsten Daten anzugeben. Denn oft genug legt ein Wohnungsinteressent einfach so alle Daten offen, aus Angst bei der Wohnungssuche sonst nicht zum Zuge zu kommen. Die Datenschützer haben in einem Musterformular aufgeführt, welche Daten der Vermieter abfragen darf.  

Wenn der Ausweis nur kurz vorgelegt wird, darf der Vermieter in jedem Fall nur grundlegende Informationen notieren:

  • Name,
  • Geburtsdatum,
  • Anschrift.

Weitere Daten wie zum Beispiel die Personalausweis-Seriennummer, Körpergröße oder Augenfarbe gehen den Vermieter und auch sonstige Stellen, die einen Identitätsnachweis fordern, nichts an, so die Datenschützer gegenüber Motherboard. 

Welche Ausnahmen gibt es?

Sonderbefugnisse beim Abfragen und Speichern von Personalausweis-Daten haben Telekommunikationsanbieter und Banken im Rahmen des Geldwäschegesetzes. Sie sind dazu verplichtet, die daten digital zu speichern. Und natürlich die Polizei bei der Feststellung und Überprüfung der Personalien. 

Was passiert, wenn ich meine Ausweis-Daten weitergebe?

Im besten Fall nicht. Aber die digitale Kopie eines Personalausweises kann auch in die Hände von Kriminellen fallen. Hier spricht man vom Identitäten-Diebstahl. Betrüger eröffnen mit gestohlenen Identitäten Online-Shops und verkaufen Waren, ohne jemals zu liefern, so berichtet die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Der Dumme ist in diesem Fall die Person auf dem Perso, der um seine Identität Beraubte. Denn auch wenn er noch nie von den Betrüger-Shops gehört hat, kann er laut der Verbraucherzentrale Bayern dafür verantwortlich gemacht werden und verklagt werden. 

Wenn man all diese stellen schwärzt, ist man in der Regel (Ausnahmen beachten!) nicht nur auf der sicheren Seite, sondern die Identität ist immer noch ausreichend nach gewiesen.
Wenn man all diese stellen schwärzt, ist man in der Regel (Ausnahmen beachten!) nicht nur auf der sicheren Seite, sondern die Identität ist immer noch ausreichend nach gewiesen.

Welche Daten können (fast) immer geschwärzt werden?

Abhängig von der Stelle bei der du deine Identität nachweisen musst (Ausnahmen siehe oben) gehen folgende Daten auf deinem PErso eigentlich nichts an:

  • Die Zugangsnummer (CAN): Sie braucht man, wenn man beim Log-In des Online-Ausweises zwei mal die PIN falsch eingegeben hat. IMER geheim halten!
  • Die Seriennummer: Sie geht kaum jemanden was an (Ausnahme zum Beispiel banken). Achtung: Auch den Bereich unter der Seriennummer schwärzen, dort steht sie noch einmal.
  • Die maschinenlesbare Zone: Hier stehen Seriennummer, Prüfnummer, Gültigkeitsdatum und Ländercode des Ausweises nochmals drin. Denn sonst war das Schwärzen der anderen Stellen sinnlos.
  • Der personalisierte Sicherheitsfaden: Das silberne Band auf der Ausweis-Rückseite enthält dieselben Daten wie die maschinenlesbare Zone. Ebenfalls unkenntlich machen!
Macht euch das Sorgen und ist euch mal was passiert? Oder ist der Missbrauch der Perso-Daten keine Sache für euch? Schreibt uns!

Weihnachtsfan gegen Weihnachtshater

Video: watson/Helena Düll

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