Leben
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Warum Zehntausende Menschen jedes Jahr durch Schlangenbisse sterben

Das RTL-Dschungelcamp macht es einem leicht, mit den Augen zu rollen. Dort wird bei Dschungelprüfungen regelmäßig gezetert und geschrien und Kandidaten wie Gisele weigern sich partout, auch nur in die Nähe von Schlangen oder Spinnen zu kommen.

Und auch wenn die Schlangen bei RTL sicherlich ungefährlich sind – an vielen anderen Orten auf der Welt sind sie es eben nicht.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden jährlich circa 5,4 Millionen Menschen von Schlangen gebissen, zwischen 81.000 und 138.000 Menschen sterben an diesen Schlangenbissen und ungefähr 450.000 erleiden folgenreiche Verletzungen.

Zum Vergleich: 2017 gab es 88 Hai-Angriffe, nur acht davon endeten tödlich. Ungefähr 1.000 Menschen sterben jährlich  durch Krokodil-Angriffe und in Australien, dem Land mit den gefährlichsten Spinnen, ist seit 1979 kein Mensch von einem gemeldeten Spinnen-Biss gestorben.

Die WHO hat schon vor über einem Jahr Schlangenbisse als "vernachlässigte Tropenkrankheit" gelistet. Vor allem Länder in Südostasien (wie Indien), Afrika (wie Kamerun oder Ghana) und Lateinamerika (wie Kolumbien) sind betroffen. Denn obwohl giftige Schlangen auch in Nordamerika und Australien vorkommen, sterben in diesen Gegenden nur vergleichsweise wenige Menschen an einem Schlangenbiss. 

Insbesondere betroffen von Schlangenbissen sind Arbeiter in der Landwirtschaft, aber auch Kinder, wie die "BBC" berichtet.

Aber warum sterben so viele Menschen immer noch an Schlangenbissen? 

Für die "BBC" hat ein wissenschaftliches Expertenteam analysiert, welche Faktoren hierbei zusammenkommen:

Teure Medizin

Eigentlich ist die Therapie nach Schlangenbissen aus medizinischer Sicht ganz simpel: Bei einem Biss werden Gifte injiziert, die durch ein Gegengift, ein sogenanntes Antivenom, neutralisiert werden können.

Doch das Problem liegt in der Vielfalt der Gifte. Denn für jedes Schlangengift wird ein gesondertes Gegengift gebraucht. Und die sind teuer. So werden diese Medikamente in Lateinamerika von den Behörden bezuschusst, im südlichen Afrika hingegen können bis zu 260 Euro für eine Dosis Gegengift anfallen. Bei einem jährlichen Durchschnittsverdienst von rund 500 Euro – für einen Bauer in Swasiland beispielsweise – ist das für viele Menschen zu teuer.

Das falsche Gegengift

Laut dem "BBC"-Bericht werden gerade in afrikanischen Ländern oft die falschen oder zu niedrig dosierten Gegengifte verabreicht:

"Oftmals werden diese Gegengifte von Schlangengift aus anderen Regionen hergestellt – zum Beispiel ein Antivenom von indischen Schlangen, das dann aber in Afrika verabreicht wird."

"BBC"

Fehlende Tests

Ein drittes Problem sind die fehlenden Tests der Gegengifte. Es mangelt an klinischen Studien, in denen die Wirksamkeit getestet wird. Um diesem Problem zu begegnen, prüft die WHO sogar selbst Gegengifte.

Was also tun?

Die Weiterentwicklung von Antiveninen und die bessere Versorgung mit diesen Gegengiften ist eine Sache, eine andere ist eine bessere Aufklärung in Bezug auf Schlangenbisse: Wie lässt sich ein Biss bestenfalls vermeiden und was ist umgehend zu tun, wenn es doch passiert?

Auch in Deutschland gibt es übrigens giftige Schlangen, aber kein Grund zur Panik: Tödlich sind diese Bisse nicht. Hier gibt es weitere Informationen zu Schlangen in Deutschland und was zu tun ist, wenn man gebissen werden sollte.

Schlangenbiss: Was zu tun ist

Wer von einer Schlange gebissen wird, sollte sich zunächst unbedingt aus der Gefahrenzone bringen (lassen). Denn ein weiterer Biss kann die gesundheitliche Gefahr merklich erhöhen. Im Anschluß sollte so schnell wie möglich medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden. In der Zwischenzeit sollte das Opfer sich möglichst ruhig verhalten, damit das Gift nicht schneller im Körper verteilt wird. Bei der Erstversorgung ist zu beachten: Die Wunde, wenn möglich, oberflächlich desinfizieren, Ringe und andere einengende Schmuckstücke abnehmen, die Bisswunde mit einem Kugelschreiber umkreisen, damit sie schneller lokalisiert werden kann und versuchen, sich das Aussehen der Schlange möglichst genau einzuprägen, damit ein passgenaues Antivenom verabreicht werden kann. Auf keinen Fall die Wunde, wie man manchmal in Filmen sieht, Ausschneiden, Ausbrennen, Aussaugen. All diese Maßnahmen sind kontraproduktiv.

tropeninstitut.de

(gw)

Das könnte dich auch interessieren:

"Weißbier trinken und die Klappe halten" – Assauers 14 ikonischste Zitate

Link zum Artikel

Rechtsextremismusverdacht: Bundeswehr suspendiert offenbar Elitesoldaten

Link zum Artikel

Gasexplosion in San Francisco – Flammen schießen meterhoch aus dem Boden

Link zum Artikel

Kartellamt schränkt Facebook beim Datensammeln ein

Link zum Artikel

Jetzt erkennen die Briten langsam den Brexit-Irrsinn – Panik kommt auf

Link zum Artikel

9 Promis, die gerne (un)heimlich im Foto-Hintergrund rumlungern

Link zum Artikel

Netflix macht's einfach selbst – und will 3 Filme mit deutschen Stars drehen

Link zum Artikel

Nach rassistischem Pullover – Rapper nehmen Entschuldigung von Gucci nicht an

Link zum Artikel

Wenn du deinen Job auch so im Griff hast wie diese 17 Menschen, darfst du heute früher heim

Link zum Artikel

"Wenn's dir gefällt, mach es einfach" – wieso Alexander in die sibirische Kälte zog

Link zum Artikel

Wenn du Andrea Nahles heißt, dürften dir diese Umfrage-Ergebnisse nicht gefallen

Link zum Artikel

Kartellamt gegen Facebook: Steht der "Gefällt mir"-Button auf der Kippe?

Link zum Artikel

Suche nach Fußballer Sala –  Erste Leiche aus Flugzeugwrack geborgen

Link zum Artikel

WLAN auf dem Mars? Bibis Beauty Palace liefert TV-Blamage für die Ewigkeit

Link zum Artikel

Stelle dich unserem ultimativen GNTM-Quiz für Superfans!

Link zum Artikel

"Aber so ist es halt grad" – wir haben 3 Obdachlose an ihre Schlafplätze begleitet

Link zum Artikel

Kartellamt verpasst Facebook blaues Auge – muss Zuckerberg das Datensammeln einstellen?

Link zum Artikel

Das Wunder von Montana: Gefrorene Katze Fluffy wurde aufgetaut und überlebt

Link zum Artikel

Trump nominiert Ökonom Malpass als Weltbank-Chef – sein Idee ist an Ironie kaum zu toppen

Link zum Artikel

Teste den Sound von DOCKIN und sag uns deine Meinung!

Link zum Artikel

Hauptsache weiterhin männlich – die verzweifelte Suche der Kirche nach Priestern

Link zum Artikel

Die Karriere von Rudi Assauer in 15 bewegenden Bildern

Link zum Artikel

Real gratuliert Ronaldo nicht zum Geburtstag – und die CR7-Fans sind empört

Link zum Artikel

Jodel: Auf einer Party rast sie aufs Klo – und merkt zu spät, dass es gar keins war...

Link zum Artikel

Ja, ich gestehe, ich habe Modern Talking gehört

Link zum Artikel

Zigaretten rauchen erst ab 100 Jahren und 7 weitere kuriose Gesetze

Link zum Artikel

Spieler selbst aufstellen – dieser Verein ist der Traum jedes FIFA-Fans

Link zum Artikel

"Kritische Schwelle" erreicht: So heiß wird die Erde in den nächsten 5 Jahren

Link zum Artikel

Weil 5 Pfarrer Geflüchteten halfen, wurden nun ihre Häuser durchsucht

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Mann beleidigt schwarze Frau im Ryanair-Flieger rassistisch – Airline sinkt in PR-Krise

Die irische Billigflieger-Airline Ryanair ist wegen eines Vorfalls in Barcelona am Freitag in die Kritik geraten. Auf einem Video, das auf Facebook kursiert, ist zu sehen, wie ein Streit zwischen zwei Passagieren der Airline eskaliert. 

In dem Video ist zu sehen, wie der männliche Fluggast das Ryanair-Personal auffordert, die schwarze Frau, mit der er in Streit geriet, auf einen anderen Sitzplatz zu verweisen. Sie hatte im Vorfeld darauf hingewiesen, dass ihre 77-jährige Mutter, die …

Artikel lesen
Link zum Artikel