Rassismus auf Insta, Lästern über Transfrau – so schmutzig war die Miss-Universe-Wahl

Catriona Gray ist 24 Jahre alt, stammt von den Philippinen und seit Montag ist sie die neue "Miss Universe". Sie gewann das mehrstündige Finale in Bangkok gegen neun Schönheitsköniginnen aus aller Welt. Gray löst nun die Südafrikanerin Demi-Leigh Nel-Peters ab, die im Vorjahr den Titel gewonnen hatte.

Schönheitswettbewerbe sehen nach außen immer allzu perfekt aus: Strahlende Gesichter, perfekte Frisuren, Glitzer, Glitzer, Glitzer. In diesem Jahr blitzte aber noch etwas Hässliches durch den schönen Schein: Eine ordentliche Portion Fremden- und LGBTQ-Feindlichkeit.

Schon im Vorfeld des Wettbewerbs ging es rund wegen der spanischen Kandidatin. Denn Angela Ponce kam vor knapp 28 Jahren als Junge auf die Welt. Erstmals in der Geschichte des Miss Universe trat damit eine Transfrau an, mit ziemlich guten Chancen. Bei einigen Wettbüros galt Miss Spanien als größte Favoritin auf den Sieg.

In Spanien löste der Sieg der Transfrau kaum Polemik aus. In der internationalen Miss-Szene sah das anders aus. Eine der Rivalinnen von Ponce um den Welttitel machte aus ihrer Meinung keinen Hehl. "Ein Schönheitswettbewerb wie Miss Universe ist für Frauen, die als Frauen geboren wurden", stichelte die Kolumbianerin Valeria Morales. Negativ äußerte sich unter anderem auch die mexikanische Miss Universe 1991 Lupita Jones (51).

Der 1,77 Meter großen Angela Ponce, die gelernte Informatikerin aus Cádiz ist, ging es nach eigener Aussage in erster Linie nicht um Ruhm, Krone und Titel. "Ich will denjenigen eine Stimme geben, die keine haben, obwohl sie schon lange eine verdient haben", sagte Ponce jüngst im Interview des TV-Senders Antena 3. Der Zeitung "ABC" sagte sie, sie wolle "der Welt eine Lektion erteilen". Ähnlich kämpferisch äußerte sie sich nach ihrem sensationellen Triumph im Juni beim Miss-Spanien-Wettbewerb in unzähligen Interviews.

Die Attacken prallten an der Transfrau ab – zumindest äußerlich. In Interviews wirkt Ponce stets selbstsicher, resolut und vor allem sehr ruhig und ausgeglichen. Mit sich selbst und der Welt im Reinen. "Ich bin nur schwer verwundbar", beteuert die Frau, die nach den vorgeschriebenen Therapien mit 17 mit den Hormonbehandlungen begann, sich anschließend mehreren geschlechtsangleichenden Operationen unterzog und erst seit rund drei Jahren eine Vagina hat. Das sei aber nur das Tüpfelchen auf dem i gewesen. Eine Frau sei nicht deshalb eine Frau, weil sie eine Vagina habe, sagte sie der "New York Times". Sie sei "stolz darauf, die Person zu sein, die ich bin."

Ihre Antwort auf die Kritik ihrer kolumbianischen Mitbewerberin zeigt auch, aus welchem Holz die Miss-Universe-Pionierin geschnitten ist. Auf Instagram, wo sie bereits knapp eine halbe Million Follower hat, schrieb sie, sie wolle die Meinung der Südamerikanerin nicht ändern. "Das ist nicht meine Aufgabe. Ich will vielmehr meine Realität bekanntmachen und der Welt ein bisschen über die mangelnde Information über Diversität erzählen." Das sei "ein wichtiger Faktor, der zweifellos dazu führen würde, dass so viele Schikanen, so viele Vorurteile und so viel Gewalt ein Ende finden".

Nicht nur Ponce nutzte Instagram als Sprachrohr, auch andere Kandidatinnen hielten ihre Fans auf ihren Kanälen auf dem Laufenden – und manche fanden dabei die falschen Worte. Miss USA zum Beispiel.

Sarah Rose Summer machte sich in einem Video über Miss Vietnam lustig, dass diese vorgebe, gut Englisch zu sprechen.

Rechts im Bild: Miss USA, Sarah Rose Summers

Außerdem wunderte sie sich, dass Miss Kambodscha kein Englisch spreche. 

(dpa)

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