"Wir wollen rot-weiße Trikots" – die 8 wichtigsten Fanaktionen der Bundesliga

01.10.2018, 17:2622.10.2018, 09:54
watson sport

Was für ein Spieltag! Die Bundesligaclubs boten trotz schwerer Beine aus der englischen Woche packende Spiele. Wir haben viele Tore und eine erfrischende Hertha gesehen, die den FC Bayern mit 2:0 wieder nach München schickte. Sogar Schalke hat endlich mal gewonnen und einen neuen Tabellenführer haben wir auch: Borussia Dortmund.

Falls ihr vor lauter Aufregung den Blick in die Fanblöcke verpasst habt, zeigen wir euch hier einige Banner, Choreos oder andere Aktionen und erklären, was dahinter steckt:

TSG Hoffenheim - RB Leipzig

Beim "Plastico" zwischen Hoffenheim und Leipzig gab's zwar keine großen Choreos oder Spruchbänder, dennoch auf beiden Seiten erwähnenswerte Aktionen.

Bild: imago/Nordphoto

Einige Hoffenheimer Fans zeigten Schilder mit Herzen bzw. der Botschaft "Toleranz" und unterstützten damit Club-Mäzen Dietmar Hopp, der Dortmunder Fans wegen beleidigender Gesänge und Anfeindungen angezeigt hatte.

Dumm nur, dass dann wiederum einige Anhänger der TSG "Timo Werner ist ein Hurensohn" anstimmten, nachdem der Nationalstürmer das Leipziger 1:0 (53. Minute) durch Yussuf Poulsen vorbereitete. Wer im Glashaus sitzt...

Bei den Leipzigern gab es indes eine Premiere: Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte zündeten Fans im Block Pyrotechnik. ("RB live")

Bayer Leverkusen - Borussia Dortmund

In der Nordkurve der "BayArena" erinnerten die Leverkusener Fans an die Erfolge der 114-jährigen Clubgeschichte.

Die Leverkusen-Fans feierten das 50. Jubiläum der Regionalliga-West-Meisterschaft, das 30. des Uefa-Pokalsiegs und das 25. des DFB-Pokalsiegs.
Die Leverkusen-Fans feierten das 50. Jubiläum der Regionalliga-West-Meisterschaft, das 30. des Uefa-Pokalsiegs und das 25. des DFB-Pokalsiegs.
Bild: imago/Thomas Bielefeld

Die Fans legten sich dafür richtig ins Zeug. Pro Titel gab's jeweils eine Blockfahne, auf denen die Helden von damals abgebildet waren, und Spruchbänder, auf denen in Fraktur "Regionalliga-Meister 1968", "Uefa-Pokalsieger 1988" und "DFB-Pokalsieger 1993" stand.

Bild: imago/Jan Huebner
Bild: imago/Jan Huebner

VfB Stuttgart - Werder Bremen

Auf Stuttgarter Seite hat das "Commando Cannstatt" das Spiel mit einer bunten Choreographie eröffnet. Fahnen, Wasserbälle, Konfetti, Folien – es war fast alles dabei, Hauptsache rot-weiß. Die Aktion stand unter dem Motto "Cannstatter Chaos Club seit 125 Jahren".

Bild: imago/Jan Huebner

Und hier nochmal ein Video zur Choreo:

Die Fangruppierung "Schwabensturm" äußerte deutliche Kritik an der Vergabe der EM 2024 an Deutschland. Auf einem Spruchband stand "Das Geschacher um die EM gewonnen, jegliches Vertrauen in den Fankurven verloren". 

Bild: imago/DeFodi

Damit spielten die Stuttgarter auf Korruptionsvorwürfe an, mit denen Verbände wie die Uefa und der DFB in der Vergangenheit immer wieder zu kämpfen hatten. Außerdem schwang fehlender Dialog mit den Fans mit.

Die Bremer Fans erneuerten ihre Kritik am aktuellen Auswärtstrikot des SV Werder. "Werder ist grün-weiß!" lautete ein großes Banner im Gästeblock und bezieht sich auf das Vereinswappen, das auf dem Auswärtsdress türkisfarben und nicht grün ist. 

Bild: imago/Jan Huebner

Hertha BSC - Bayern München

Anderes Spiel, andere Fans, gleiches Thema wie bei den Werderanern. Auch die Anhänger des FC Bayern fordern Trikots in den ursprünglichen Vereinsfarben. 

bild: imago

Über 7.500 Fans des Rekordmeisters reisten nach Berlin ins Olympiastadion und präsentierten im Gästeblock ein großes rot-weißes Trikot-Kit. Darauf die deutliche Botschaft: "Wir wollen rot-weiße Trikots". Darüber und darunter gab's jeweils ein Spruchband: "Die Clubfarben sind rot und weiß" und "FC Bayern München e. V." – eine Anspielung an die Vereinssatzung, in der rot und weiß als Farben festgelegt sind. 

Die Fans wehren sich damit einerseits gegen blaue Elemente im Bayern-Dress, wie es sie aktuell gibt bzw. in der Vergangenheit oft gab. Andererseits protestieren sie damit auch gegen das neue, mintgrüne Auswärtstrikot, in dem der FC Bayern am Freitagabend auflief.

1. FC Nürnberg - Fortuna Düsseldorf

Nach der heftigen 0:7-Klatsche in Dortmund gaben die Nürnberger Fans unter den über 36.000 Zuschauern im Max-Morlock-Stadion mit einem Banner das Motto für das Heimspiel vor: "Vorankommen heißt, öfter aufzustehen als hinzufallen! Mund abwischen und weitermachen!"

Bild: imago/zink

Scheint auf dem Rasen angekommen zu sein: Der Club siegte 3:0 im Aufsteiger-Duell gegen Fortuna Düsseldorf.

VfL Wolfsburg - Borussia Mönchengladbach

In der Volkswagen-Arena in Wolfsburg positionierten sich die Gästefans aus Gladbach gegen das geplante Polizeigesetz NRW: Das Spruchband "Egal welcher Block, egal welcher welcher Verein – ab dem 11.10. werden wir alle Gefährder sein" war die Überschrift. Darunter zahlreiche kleinere Banner mit Stichworten wie "Schleierfahndung", "V-Männer", "Bullenstaat", "Willkür". Die Forderung: "Polizeigesetz stoppen!"

Bild: imago/DeFodi

Hintergrund: Mit dem neuen Gesetz würden die Befugnisse der Polizei massiv erweitert werden. Davon fühlen sich viele Fußballfans beeinträchtigt. Der Vorschlag fürs neue Gesetz kam von der Landesregierung um CDU und FDP, wegen drohender terroristischer Gefahr in Deutschland.

(as)

In der zweiten Liga gab's einen dicken Choreo-Patzer der HSV-Fans:

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"30.000 Zuschauer als Sitzschalen verkleidet" – so wurde das El Plastico gefeiert

RB Leipzig gegen TSG Hoffenheim. Der Tabellenvierte gegen den Tabellenachten. An einem Montagabend. Die überhaupt erst siebte Begegnung dieser beiden Teams lockte immerhin noch um die 33.000 Zuschauer in die Leipziger Arena.

Während die Zuschauer im Stadion ein von Taktik geprägtes 1:1 zu sehen bekamen, bestachen die Fans der anderen Vereine mit Schadenfreude über das als "El Plastico" verschriene Duell.

Und weil wir Schadenfreude lieben, wollen wir euch diese natürlich nicht vorenthalten.

(bn)

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