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IHF Handball World Championship - Germany & Denmark 2019 - Final - Norway v Denmark - Jyske bank Boxen, Herning, Denmark - January 27, 2019  Denmark celebrate winning the Handball World Championship with the trophy      REUTERS/Fabian Bimmer

Da ist das Ding: Dänemark ist Weltmeister! Bild: reuters

Handball-WM

Dänemark ist Weltmeister – Deutschland verpasst Bronze

Der Gastgeber ist Weltmeister. Nein, nicht Deutschland, sondern Co-Gastgeber Dänemark. Die Dänen ließen dem Deutschland-Bezwinger Norwegen keinerlei Chance und offenbarten beim 31:22-Sieg, dass sie die derzeit mit Abstand beste Mannschaft der Welt sind.

Angetrieben von ihren euphorischen Fans und dank des überragenden Torhüters Niklas Landin haben sich Dänemarks Handballer in der Heimat erstmals zum Weltmeister gekrönt. Nach zuvor drei Endspiel-Niederlagen 1967, 2011 und 2013 holte sich die Mannschaft von Trainer Nikolaj Jacobsen den ersten WM-Titel überhaupt. Gleichzeitig sicherte sich das dänische Team mit ihrem zehnten Sieg im zehnten Spiel dieser WM ein Ticket für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio.

Denmark players celebrate after winning the Handball World Championship final match between Denmark and Norway in Herning, Denmark, Sunday, Jan. 27, 2019. (AP Photo/Martin Meissner)

Dänemark feiert erstmals den Weltmeister-Titel im Handball. Bild: AP

Mit Abstand bester Däne in der ausverkauften Arena war Torhüter Landin vom THW Kiel, der die Norweger mit etlichen Paraden zur Verzweiflung trieb. Erfolgreichster Werfer des neuen Weltmeisters war Superstar Mikkel Hansen mit sieben Treffern. Den Norwegern halfen auch die neun Treffer des Flensburger Bundesliga-Profis Magnus Jöndal nicht. Für die Mannschaft von Trainer Christian Berge war es die zweite Niederlage in einem WM-Finale nacheinander.

Deutschland holt Blech statt Bronze

Die deutschen Handballer haben ihre erste WM-Medaille seit zwölf Jahren nach einem weiteren Krimi verpasst. Die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop unterlag im kleinen Finale im dänischen Herning gegen den entthronten Titelverteidiger Frankreich 25:26 (13:9) und musste nach der schmerzhaften Halbfinal-Niederlage gegen Norwegen die zweite große Enttäuschung innerhalb von 48 Stunden verkraften. Daran änderten auch sieben Tore von Kapitän Uwe Gensheimer und zahlreiche Paraden des starken Torhüters Andreas Wolff nichts.

Nikola Karabatic traf eine Sekunde vor dem Ende zum Sieg der Franzosen. Damit geht die Durststrecke der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) bei einer WM weiter. Die letzte Medaille gab es beim goldenen Wintermärchen 2007.

Paul Drux, Nikola Karabatic, Patrick Wiencek / Aktion / Spielszene / Zweikampf / / Handball / Weltmeisterschaft WM Herren Spiel um 3.Platz / Saison 2018/2019 / 27.01.2019 / Deutschland GER DHB vs. Frankreich FRA / *** Paul Drux Nikola Karabatic Patrick Wiencek action game scene duel sport handball world championship world championship men game for 3 place season 2018 2019 27 01 2019 Germany GER DHB vs France FRA

Warf das entscheidene Tor: Nikola Karabatic.  Bild: imago sportfotodienst

"Wir haben eine Riesenverantwortung. Die Mannschaft ist bereit, noch einmal 60 Minuten alles reinzulegen, um eine Medaille nach Deutschland zu holen", sagte Teammanager Oliver Roggisch vor dem Anwurf.

Im zehnten Spiel innerhalb von 18 Tagen beeindruckte das DHB-Team mit einer starken Willensleistung. Das Abwehr-Bollwerk um Patrick Wiencek fand zurück zu alter Stärke, Torhüter Andreas Wolff war im Gegensatz zum Halbfinale gegen Norwegen (25:31) wieder ein starker Rückhalt. Bis zur Halbzeit verzeichnete der Kieler sieben Paraden.

Fabian Boehm (Nr. 38, Deutschland) gegen Luka Karabatic (Nr. 22, Frankreich) und Ludovic Fabregas (Nr. 23, Frankreich). Deutschland vs. Frankreich, Spiel um Platz 3, Handball, IHF Handball Weltmeisterschaft, 27.01.19 Herning Daenemark Jyske Bank Boxen *** Fabian Boehm Nr 38 Germany vs. Luka Karabatic Nr 22 France and Ludovic Fabregas Nr 23 France Germany vs France Match for 3rd place Handball IHF Handball World Championship 27 01 19 Herning Denmark Jyske Bank Boxing Copyright: xAgentur54Gradx/xFelixxKoenigx

Fabian Böhm wird hart angegangen von den Franzosen Karabatic und Fabregas. Bild: imago sportfotodienst

Im Positionsangriff hatte die DHB-Auswahl bei ihrem ersten Spiel außerhalb Deutschlands zwar wieder Probleme, doch dank der Ballgewinne in der Defensive sorgte Gensheimer per Tempogegenstoß für die 9:6-Führung (17.).

Die Franzosen, die im Halbfinale gegen Dänemark völlig chancenlos waren (30:38), taten sich in der Offensive trotz Superstar Nikola Karabatic weiter schwer, profitierten aber von Fehlern der deutschen Mannschaft. Gensheimer und Co. blieben gegen den Rekordweltmeister 9:11 Minuten ohne eigenes Tor und mussten den Ausgleich zum 9:9 (23.) hinnehmen.

Doch der Einsatz stimmte, es wurde um jeden Ball gekämpft. Der Lohn war eine Vier-Tore-Führung zur Halbzeit. "Wir decken hervorragend. Vorne schmeißen wir ein paar Bälle zu viel weg", sagte Roggisch vor den zweiten 30 Minuten.Der Angriff war auch zu Beginn des zweiten Durchgangs das Problem. Schwache Abschlüsse und technische Fehler brachten die Franzosen wieder ins Spiel. Wiencek sah zudem nach seiner dritten Zeitstrafe früh die Rote Karte und auf einmal lag das Prokop-Team mit 14:15 zurück (beides 38.).

"Wir müssen jetzt bei uns bleiben. Wir kämpfen, derzeit schenken wir es ihnen", sagte Prokop beim Stand von 16:18 in einer Auszeit (44.) - zunächst mit Erfolg. Gensheimer glich zum 22:22 aus (54.). Doch am Ende hatte Frankreich das bessere Ende für sich.

Die Teilnahme an einem Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio hatte das deutsche Team bereits vor dem kleinen Finale sicher - ein schwacher Trost.

(afp/dpa/bn)

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Das Zeichen. Es schockte Dominik Klein. Das gab er später zu. Um ihn herum war dieser infernalische Lärm, den die 20.000 Zuschauer in der Kölner Arena produzierten, dieses Spektakel um den Einzug in das Finale der Weltmeisterschaft 2007. Verlängerung gegen Frankreich, Millionen vor den TV-Geräten, das ganze Land blickte auf das Spielfeld in Köln.  

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