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Bild: dpa

Reif fürs Museum? Wie teuer der Abgas-Skandal für Diesel-Fahrer wirklich wird

11.05.18, 09:59

Der Diesel spart Sprit. Aber er verpestet die Luft mit Stickoxiden. Um Grenzwerte einzuhalten bauten Autobauer wie VW und Audi Schummelsoftware ein. Lässt sich die Technik retten? Und wird das Umrüsten eines Dieselautos teuer? 3 Fakten.

Da stellen 'mer uns janz dumm. Worum geht's?

Kein Diesel-Ruß: Das Wolfs-Maskottchen ist naturgrau, VW-Chef Martin Winterkorn Geschichte. Bild: dpa

Diesel verbrennt den Kraftstoff bei höheren Temperaturen und mit mehr Luft. Das Problem: Der Stickstoff der Luft reagiert dabei zu gesundheitsgefährdenden Stickoxiden (NOx). Diese belasten zum Beispiel die Atemwege.

Die Europäische Union legte daher strenge Grenzwerte fest. Für ein Dieselauto (der Abgasnorm Euro6) gilt seit 1. September 2014: Pro gefahrenem Kilometer dürfen 80 Milligramm NOx nicht überschritten werden. 

Technisch möglich (machen Europas Hersteller für den US-Markt mit strengeren Grenzwerten ohnehin). In der sogenannten AdBlue-Technik versetzen sie das NOx mit Harnstoff. Dabei entsteht Stickstoff, Wasser und Kohlendioxid.

Ein bisserl Chemie? 

Jo, das schaffen wir, versprach die Autoindustrie öffentlich. Heimlich begann sie aber zu tricksen. Eine Schummelsoftware des Zulieferers Bosch erkannte, ob sich das Auto im Test oder auf der Straße befand. Auf der Straße wurde AdBlue einfach abgeknipst. Und das NOx weiter in die Luft geblasen.

2015 flog der Betrug in den USA auf. Seither kämpfen die betrogenen Autobesitzer um Schadenersatz und Nachrüstung ihrer Fahrzeuge. 

Was ist technisch möglich? 

Der Erfinder und sein Werk. Der erste Selbstzündermotor vor einem Bild seines Erfinders Rudolf Diesel. Bild: dpa

Beim Bundesverkehrsministerium tagt eine Arbeitsgruppe, die sogenannte Expertenkommission I. Sie soll Konsequenzen aus dem Skandal prüfen und technische Möglichkeiten ausloten. Dem Gremium gehören unter anderen Vertreter der Autoindustrie, des KfZ-Handwerks und Umweltverbände an. Der Abschlussbericht war für Dezember 2017 angekündigt. Im Mai 2018 ist er noch in weiter Ferne. Die Autofahrer warten.

Und wer soll das bezahlen?

Bild: dpa-tmn

Das ist die große Frage.

"Gefälligkeitsgutachten", sagt Jürgen Resch, Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), zu watson.de.

Er verweist auf das sogenannte Wachtmeister-Gutachten für die Expertenkommission I beim Verkehrsministerium, das eine Umrüstung priorisiere. (Benannt nach dem Autor der Studie Georg Wachtmeister, laut der Info-Illustrierten Spiegel "eine Koryphäe" auf dem Gebiet".)

Laut Umwelthilfe-Geschäftsführer Resch belaufen sich die Kosten (Euro5) für eine Umrüstung auf bis zu 1500 Euro.

Das wird vom Verband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe gestützt. Der Vorsitzende des hessischen Kfz-Gewerbes, Jürgen Karpinski, sprach im vorvergangenen Monat ebenfalls von Kosten von 1200 Euro bis 1500 Euro.

Umfrage

Wer soll für das Flottmachen alter Diesel zahlen?

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72 Votes zu: Wer soll für das Flottmachen alter Diesel zahlen?

  • 86%Die Autohersteller. Die haben es ja auch verbockt. (Für den Wertverlust des Autos zahlt eh keiner.)
  • 1%Der Fahrer. Wusste doch jeder, dass die Industrie bei den Verbrauchswerten schummelt.
  • 3%Der Staat. Kassiert doch eh jedes Mal beim Tanken an der Mineralölsteuer mit.
  • 7%Mir eigentlich egal. Wenn's zum Ausgleich kostenlosen Nahverkehr für alle gibt.

Bilanz: Technisch ist eine Umrüstung also möglich. Bezahlbar ist sie auch. Die Frage ist nur, wer für die Kosten aufkommt. Der Fahrer. Oder die Industrie.

Nach dem klassischen Verursacherprinzip haftet die Industrie. Die aber fürchtet die hohen Kosten. 

(dpa, AFP, per)

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