International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
President Donald Trump responds to a reporters question during an event with sheriffs in the East Room of the White House in Washington, Wednesday, Sept. 5, 2018. (AP Photo/Susan Walsh)

Bild: AP

Washington jagt Mr. X – "New York Times" veröffentlicht anonymen Text gegen Trump

fabian reinbold, washington

Das hat es so noch nicht gegeben: Die "New York Times" hat in ihrer Donnerstagsausgabe einen anonymen Gastbeitrag veröffentlicht, in dem ein ranghoher Regierungsmitarbeiter von einer Widerstandsbewegung inmitten des Apparats berichtet. Diese sei bemüht, die schlimmsten Vorhaben Donald Trumps zu verhindern.

Er – oder sie, auch das weiß man nicht – macht dabei deutlich, dass man im Regierungsalltag die Werte der US-Demokratie verteidigen wolle, während "der Präsident weiterhin so handelt, dass es Gesundheit unserer Republik entgegenläuft". Man tue, was man könne, um die Regierung in die richtige Richtung zu bewegen, "bis es – auf die ein oder andere Weise –vorbei ist".

Der Beitrag, der bereits am späten Mittwochnachmittag (Ortszeit) vorab im Internet veröffentlicht wurde, ist in der US-Hauptstadt wie die sprichwörtliche Bombe eingeschlagen. Denn an eine solche Begebenheit kann sich gerade niemand erinnern: Dass ein hohes Regierungsmitglied derart dem Präsidenten Kompetenz und Willen zum guten Regieren abspricht und dies dann auch noch anonym in einem eigenen Beitrag in der "New York Times" tut.

Zweiter Einschlag binnen zwei Tagen

Für Trump ist es bereits die zweite Veröffentlichung binnen zwei Tagen, die ein verheerendes Bild seiner Führungsfähigkeiten zeichnet.Form und Umstände sind spektakulär, dabei ist der Inhalt gar nicht einmal weit entfernt von dem, was viele US-Medien immer wieder einmal über das chaotische Innenleben im Weißen Haus berichten. Und tatsächlich ist etwa in der Russland-Politik immer wieder erkennbar, dass der Regierungsapparat eine andere Linie verfolgt, als es die Äußerungen des Präsidenten nahelegen.

Zusätzliche Wucht entfaltet der Text, weil er perfekt zu dem Enthüllungsbuch "Fear" von Watergate-Reporter Bob Woodward passt. Laut am Dienstag bekannt gewordenen Auszügen berichtet Woodward ebenfalls anhand mehrerer Beispiele, wie Mitarbeiter im Weißen Haus aktiv die Agenda ihres Präsidenten hintertrieben, um Schaden vom Land abzuwenden. Dort heißt es etwa, dass Mitarbeiter Dokumente von Trumps Schreibtisch entwendet hätten, bevor der Präsident diese unterschreiben konnte, oder seine Anweisungen missachteten.

In Washington hat direkt nach der Veröffentlichung eine hektische Spurensuche nach dem Autor eingesetzt. Die Zeitung verweist darauf, dass der Mitarbeiter seine Arbeit verlieren würde, wenn man seine Identität preisgäbe.

Eine Liste mit Verdächtigen

Ein CNN-Journalist veröffentlichte eine Liste mit 12 Verdächtigen, solchen Ministern und Beratern, die ein Motiv hätten. Im Weißen Haus wurden nach der Veröffentlichung kurzfristig Termine am Mittwochabend abgesagt, um die Reaktion auf den Gastbeitrag zu koordinieren.

Laut "Washington Post" machten sich Mitarbeiter sogleich daran, Spracheigenheiten des Beitrags daraufhin zu untersuchen, ob sie Rückschlüsse darauf erlauben, wer die Person sei oder in welchem Bereich sie arbeite.

Tatsächlich gibt es allerdings Hunderte mögliche Verfasser, auf die die Beschreibung als "ranghoher Regierungsmitarbeiter" oder auf Englisch "senior administration official" zutreffen würde. Der Begriff ist eine Formel, die das Weiße Haus auch selbst verwendet, vor allem dann, wenn es Journalisten Hintergrundgespräche mit Regierungsmitarbeitern ermöglicht, diese dann aber nicht namentlich genannt werden sollen. Der Urheber muss auch nicht zwangsläufig im Weißen Haus sitzen.

Auf jeden Fall hat sich Mr. oder Mrs. X für diesen Text ausgerechnet die Zeitung ausgesucht, für die Trump die größte Hassliebe empfindet. Und er erwähnt im Beitrag bewusst das Vorbild John McCain – der Präsident sah den verstorbenen Senator aus Arizona als Erzfeind. Beide Umstände dürften den Präsidenten zusätzlich provoziert haben.

Und wie reagiert der Präsident?

Trump selbst hat ungehalten auf den Artikel reagiert. Er nahm bereits das Wort "Hochverrat" in den Mund, nannte den Autor "feige". Per Tweet forderte er die Herausgabe der Identität des Autors mit Verweis auf die nationale Sicherheit.

Auf dieses Manöver wird sich die "New York Times" gewiss nicht einlassen. Der außergewöhnliche Schritt der anonymen Veröffentlichung sei notwendig, schreibt das Blatt, um den Lesern eine "wichtige Perspektive" auf den Präsidenten zu liefern.

Dieser Text erschien zuerst auf t-online.de

Das könnte dich auch interessieren:

Die Oscars werden zum Queengasmus – unser Protokoll der Nacht

Link zum Artikel

Optische Täuschung: Künstlerin verschwindet dank Make-up in ihrer Umgebung

Link zum Artikel

Einen Tampon einzuführen erregt uns nicht und 32 weitere Wahrheiten über Frauen

Link zum Artikel

So romantisch wie Fußnägelschneiden – Erster Heiratsantrag bei Jauch via Telefonjoker

Link zum Artikel

"Frauen der Mauer" von strengreligiösen Juden in Jerusalem bespuckt und beschimpft

Link zum Artikel

Katarina Barley: "Rabenmutter gibt's nur auf Deutsch"

Link zum Artikel

Es ist so warm in Deutschland, dass auch schon die Mücken unterwegs sind

Link zum Artikel

Sie hat alle überlebt, alleine dafür gebührt ihr der Thron #TeamSansa

Link zum Artikel

Grimassen und getretene Kleider – 13 Dinge, die du in der Oscar-Nacht verpasst hast

Link zum Artikel

Umstrittene Netflix-Doku zum Fall "Maddie" sorgt für Aufregung

Link zum Artikel

Chinesische "Harry Potter"-Fans reisten nach Sydney – sie dachten, dass dort Hogwarts sei

Link zum Artikel

Wenn die Sonne stirbt, ist das wie ein leiser Pups

Link zum Artikel

Trump nennt den Apple-CEO "Tim Apple" – und die Reaktionen sind großartig

Link zum Artikel

"Schulschwänzen nicht heilig sprechen" – Lindner schießt wieder gegen #FridaysForFuture

Link zum Artikel

Zitterpartie Brexit – Geht Mays Strategie schief? Und 5 weitere Fragen

Link zum Artikel

Tesla enthüllt das Model Y – so sieht es aus, und so viel kostet es

Link zum Artikel

Klimaschützerin Luise Neubauer: Anführerin einer wachsenden Bewegung

Link zum Artikel

#VansChallenge – Warum jetzt überall Sneaker durch die Luft fliegen

Link zum Artikel

Wie peinlich kann ein Sex-Date sein? Ja, lest mal dieses Jodlers Reim!

Link zum Artikel

watson wird zur Frau! Ja, du hast richtig gelesen

Link zum Artikel

Der Hundewurf von Straubing – und was die AfD daraus macht

Link zum Artikel

Greta Thunberg in Schweden "Frau des Jahres"

Link zum Artikel

Trumps Twitter-Feed ist verrückt? Dann schau dir mal den von Brasiliens Präsidenten an

Link zum Artikel

Darf er das? Chelsea-Torwart verweigert Auswechslung – sein Trainer tobt

Link zum Artikel

Zyklon "Idai": Zahl der Toten in Simbabwe auf 70 gestiegen

Link zum Artikel

Wir waren mit Deutschlands bester Skaterin unterwegs. Sie ist 11 Jahre alt.

Link zum Artikel

In diesen Ländern haben die Frauen das Sagen (es sind immer noch zu wenige)

Link zum Artikel

Der Tod des Patriarchats! Daenerys auf den Thron #TeamDaenerys

Link zum Artikel

Warum Frauen an der Gitarre unterschätzt werden – Spoiler: Es hat mit Männern zu tun

Link zum Artikel

Diese Russin ist ein Insta-Star – weil sie ihr Wald-Leben inszeniert wie eine Stadt-Ikone

Link zum Artikel

Forscher stehen vor Rätsel: Was macht ein toter Wal im Dschungel?

Link zum Artikel

Virgin Atlantic hebt Make-up-Vorgaben auf – aber wieso gibt es die überhaupt noch?

Link zum Artikel

19 Bilder, die dir zeigen: Es ist nicht alles, wie es scheint

Link zum Artikel

Die beliebtesten Länder-Slogans – erkennt ihr den Spruch eures Bundeslandes?

Link zum Artikel

9 Stars, denen völlig egal war, was Männer und Frauen tragen "sollten"

Link zum Artikel

"Pink Tax" für Frauen: Gleiches Produkt, gleicher Inhalt, aber teurer

Link zum Artikel

"Halt die Fresse, du erbärmliche Frau": Flugzeug-Crew droht 22-Jähriger mit Rausschmiss

Link zum Artikel

Ich habe mich mit Mama & Oma über Emanzipation unterhalten – es lief anders, als erwartet

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Wie krass kann ein Gewitter aussehen? So krass

Jedes Kind weiß, wenn es blitzt und donnert: Ab nachhause, Türe zu, am besten noch in eine warme Decke einmummeln – und dann in Ruhe abwarten bis das Gewitter vorbei ist.

Mike Ellison, Pressesprecher der lokalen Feuerwehr in der Region Santa Barbara (US-Bundesstaat Kalifornien), hatte in der Nacht zu Mittwoch eine andere Idee. Er schnappte sich seine Kamera und fotografierte die mächtigen Blitze am Nachthimmel seiner Heimatstadt.

Derart heftige Blitze habe man in der Region seit mehr als einem …

Artikel lesen
Link zum Artikel