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Deutsches Seawatch-Team wieder im Mittelmeer unterwegs – mit neuem Plan

"Wir sind zurück auf See" – mit diesen Worten hat die deutsche Organisation Seawatch erklärt, dass die Seenotretter mit einem neuen Schiff die Hilfseinsätze für Flüchtlinge vor der Küste Libyens wieder aufgenommen haben.

Der Auftrag der "Mare Jonio":

Vielmehr soll die Besatzung der "Mare Jonio" Flüchtlingsboote in Seenot ausfindig machen und sichern. Zusammen mit anderen Flüchtlingsrettern werde vor der libyschen Küste "genau Ausschau" gehalten, hieß es. Die "Mare Jonio" verließ den Hafen von Augusta auf Sizilien am Mittwochabend und stach in Richtung Süden in See, wie Daten auf einer Website zur Ermittlung von Schiffspositionen zeigten. Das neue Schiff von Seawatch misst 37 Meter und ist damit etwa halb so groß wie das bislang letzte im Mittelmeer aktive Flüchtlings-Rettungsschiff "Aquarius". Ziel des neuen Einsatzes ist es nach Angaben der Aktivisten auch, die europäische Strategie, "Menschen im Stich zu lassen", in Frage zu stellen. Außerdem wollen die Helfer in einen Abschnitt des Mittelmeers vorstoßen, den die libysche Küstenwache und internationale Militärschiffe zuletzt vernachlässigten, obwohl dort im September mehrere Boote Schiffbruch erlitten hatten.

An Bord der "Mare Jonio" seien auch italienische Schriftsteller und Politiker, sagte Ada Talarico von der Organisation Mediterranea, die zusammen mit Seawatch an dem Einsatz beteiligt ist. Das Schiff werde von einem kleinen Boot begleitet, das Mitglieder der beiden Organisationen und Journalisten transportiere. Finanziert werde der Einsatz durch einen Kredit, der durch Spendeneinnahmen zurückgezahlt werden solle.

Die Lage der Seawatch-Organisation:

Seawatch war von November 2017 bis Januar 2018 mit der "Seawatch-3" an der Rettung von etwa 1500 Menschen beteiligt. Seit Juli liegt dieses Schiff wegen angeblicher Unklarheiten bei der Zulassung in Malta fest. 

Was machen andere Hilfsorganisationen?

Bereits vor einigen Tagen hatte die spanischen Nichtregierungsorganisation Proactiva Open Arms ein Segelboot vor die Küsten Libyens entsandt. Die "Astral" fuhr am Mittwoch vor Lampedusa. Vor der Küste der italienischen Insel waren im Oktober 2013 mindestens 366 Menschen bei der Havarie eines Schiffs mit Flüchtlingen gestorben.

Wie reagieren die Mittelmeer-Staaten?

Unter dem Eindruck des Unglücks hatte die italienische Regierung die militärische Seenotrettung "Mare Nostrum" ins Leben gerufen. Diese wurde von weiteren EU-Staaten sowie durch ehrenamtlich betriebene Rettungseinsätze verstärkt.

Seit dem Amtsantritt der rechtspopulistischen Regierung in Italien haben sich die Vorzeichen für die zivile Seenotrettung im Mittelmeer jedoch drastisch geändert. Der neue italienische Innenminister Matteo Salvini von der rechtsextremen Lega-Partei schloss die Häfen für die Schiffe ehrenamtlicher Flüchtlingshelfer.

Was ist eigentlich mit der bekannten "Aquarius"?

Von der Blockade war auch die "Aquarius" betroffen, die nach langer Irrfahrt am Donnerstag im südfranzösischen Marseille, ihrem Heimathafen, ankam. Dort sitzt das Rettungsschiff vorerst fest: Panama hatte ihm nach einer Beschwerde Italiens die Flagge entzogen.

(pb/afp)

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