Anschlag in Nord-Syrien tötet US-Soldaten und mehrere Zivilisten

Bei einem Selbstmordanschlag auf Kräfte der US-geführten Koalition gegen die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) sind in Manbidsch in der nordsyrischen Kurdenregion Rojava laut Aktivisten ein US-Militärangehöriger und sieben Zivilisten getötet worden. Der Angriff habe sich gegen ein Restaurant gerichtet, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch.

Die kurdische Nachrichtenagentur "Hawar News" meldete sogar zehn Tote, darunter seien zwei US-Soldaten.

Der "Islamische Staat" bekannte sich über sein Propaganda-Sprachrohr Amaq zu dem Anschlag. Erst im Dezember hatte US-Präsident Donald Trump den Abzug der US-Truppen aus Syrien angekündigt. Trump behauptete im Zuge dessen, der "IS" in Syrien sei besiegt.

Manbidsch steht im Mittelpunkt des Streits zwischen Türkei und USA

Die Stadt Manbidsch war im Jahr 2016 von den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) mit Unterstützung der internationalen Anti-IS-Koalition von den Dschihadisten erobert worden. Seitdem wird sie von der syrischen Kurdenmiliz und verbündeten arabischen Milizen kontrolliert. Auch US-Soldaten sowie französische Spezialkräfte sind in der Stadt westlich des Euphrat stationiert, die zuletzt weitgehend ruhig war.

Die Stadt ist aber ein zentraler Streitpunkt zwischen der Türkei und den USA. Die Regierung in Ankara dringt seit langem auf den Abzug der YPG, die sie wegen ihrer engen Verbindungen zur Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) als Terrororganisation betrachtet. Nach Drohungen mit einer Offensive vereinbarte die Türkei im vergangenen Juli mit den USA, dass die YPG-Kämpfer aus der Stadt abziehen und türkische und US-Soldaten dort patrouillieren.

Allerdings beklagte Ankara, dass die YPG weiter in der Stadt präsent sei, und im Dezember drohte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erneut mit einer Offensive auf Manbidsch. Nachdem US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte, alle US-Truppen aus Syrien abzuziehen, schien der Weg frei für einen türkischen Angriff. Die YPG rief daher Ende Dezember die Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad zu Hilfe.

(fh/afp)

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