Leben
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
Witwe

Bild: Unsplash Montage

Beziehungsstatus: Witwe

Mein Freund ist seit drei Jahren tot, gibt es für meine neue Liebe ein Happy End? 

Lea ist mit Anfang 30 Witwe geworden. Das ist die letzte Folge ihrer Datingkolumne. Du willst von vorne anfangen? Hier sind alle Folgen.

lea laufer

Mein Freund ist vor mehr als drei Jahren gestorben; ich bin mit zwei Kindern zurückgeblieben. Nachdem ich mich mit einigen Höhen und Tiefen wieder den Themen Dating und Sex angenähert hatte, lernte ich über Tinder Tommaso, den Italiener kennen.

Was mit einer netten Whatsapp-Konversation anfing, wurde irgendwann zu gutem und experimentierfreudigem Sex und dann zu mehr, zumindest für mich.

Knapp drei Monate haben Tommaso und ich zusammen verbracht, genauso lang ist er jetzt wieder in Italien, um dort zu arbeiten. Bei seiner Abreise sagte er, er wolle zurückkehren.

Nach Deutschland?

Oder zu mir?

Klar ist, dass er mindestens ein halbes Jahr in Italien bleiben wird. Unser "Status" ist bei seiner Abreise offen geblieben.

Wie zu Beginn schreiben wir täglich bei Whatsapp, manchmal über weltbewegende Themen, manchmal über Alltagskram, manchmal über sexuelle Phantasien. Ich merke, dass er Interesse an mir hat.

Romantische Gesten und verbale Zuneigungsbekundungen bleiben jedoch – entgegen aller italienischen Stereotype – aus.

Stattdessen backe ich Nussecken, schreibe eine Karte, packe ein Päckchen und schicke es nach Italien. Als ich die Post verlasse, frage ich mich, was zur Hölle ich da eigentlich mache.

Macht es Sinn, auf jemanden zu warten, der vielleicht nicht mehr wieder kommen wird?

Der sowieso nicht will, dass man auf ihn wartet?

Ich nehme mir vor, mir diese Fragen bis zu unserem nächsten Wiedersehen nicht zu stellen.

So ziehen die Wochen ins Land, und als die Kinder in den Sommerferien zu den Großeltern aufbrechen, steht mein Italienurlaub an.

Als Tommaso mich am Flughafen abholt, habe ich das Gefühl, dass er sich freut, mich zu sehen, aber wirklich sicher bin ich nicht.

In den kommenden Tagen lerne ich die Familie kennen, die Umgebung, ein paar Freunde. Alle sind nett, das Wetter ist phantastisch, es gibt gutes Essen vor schöner Kulisse und ein bisschen Sightseeing – ich fühle mich super.

Tommaso gibt sich Mühe, trotz Arbeit Zeit für mich und meine "Vacation-To-Do-Liste" zu machen. Nähe – in allen konventionell-romantischen Facetten – gibt es jedoch nicht.

Wenn ich ihn umarme, windet er sich weg.

Küsse in der Öffentlichkeit sind tabu und nachdem er einmal beim Spazierengehen meine Hand nimmt, macht er schnell einen Witz, um sie dann gleich wieder loszulassen.

Nur in den frühen Morgenstunden, wenn er nicht ganz tief schläft, ist es anders. Dann gibt es Nähe, Umarmungen und all' das, was ich am Tag vermisse.

In der letzten Nacht vor meiner Abreise liege ich in Tommasos Arm, als ich ihm sage, dass ich ihn liebe.

Er liegt da und atmet so tief und gleichmäßig, dass ich denke, ich kann es vielleicht einfach mal ganz leise sagen; er schläft sowieso und wird es nicht hören. Retrospektiv ist das ein kindlicher Gedanke, eine Szene aus einem Teenager-Liebesfilm.

Und natürlich geht es schief.

Tommaso schläft nicht. Er braucht ein bisschen Zeit, um die richtigen Worte zu finden und mir dann zu sagen, dass er nicht weiß, wie es für ihn ist. Das ist ehrlich und war zu erwarten, trotzdem trifft es mich.

Und so stehe ich auf, ziehe mich an und gehe die Strandpromenade des kleinen Ortes auf und ab. Die Sonne ist gerade aufgegangen, draußen stehen nur ein paar Fischer hinter kleinen Ständen und verkaufen den Fang des frühen Morgens. Ich sitze auf einer Bank, höre ein trauriges italienisches Lied und weine wie schon seit Jahren nicht mehr.

Wegen der Müdigkeit, des bevorstehenden Abschieds und der Unsicherheit, die jetzt größer ist, als je zuvor. Ein Fischer kommt, lächelt mich wortlos an und gibt mir ein Taschentuch. Und so sitze ich da, bis ich mich leergeweint habe und es an der Zeit ist, zurück zu gehen, um zu packen.

Auf dem Weg zurück wird mir etwas klar. Ich habe viel gewagt in den letzten Jahren, viel geschafft und trotz mancher Rückschläge nie wirklich etwas verloren.

Ich bin soweit gekommen, wie ich nach dem Tod meines Freundes nie für möglich gehalten hätte. Ich war ehrlich mit mir selbst und ehrlich mit anderen. Was nun passiert, weiß ich nicht. Aber ich weiß, dass es weitergeht.

Das könnte dich auch interessieren:

Whatsapp-Panne: Tochter schickt Eltern Urlaubs-Selfie – Wiedersehen dürfte peinlich werden

Link zum Artikel

Foodwatch kritisiert Edeka: Zwei Produkte, zwei Preise – trotz gleichen Inhalts

Link zum Artikel

Ein Fehler veranschaulicht, worum es Plasberg beim EU-Streit wirklich ging

Link zum Artikel

Ein Helene-Fischer-Song war für Florian Silbereisen gedacht – doch es kam ganz anders

Link zum Artikel

Aldi startet neues Konzept in London – warum das in Deutschland nicht funktionieren würde

Link zum Artikel

"In meinen Kühlschrank geschaut": So dreist kontrolliert das Jobcenter Hartz-IV-Empfänger

Link zum Artikel

"The Masked Singer": Dieser Promi steckt im Kudu-Kostüm!

Link zum Artikel

"Wo ist es nur geblieben?": Fans rätseln über angekündigtes Interview mit Helene Fischer

Link zum Artikel

iPhone-Userin ruiniert besonderen Moment der Braut – so regt sich eine Fotografin auf

Link zum Artikel

9 Hochzeitsplaner erzählen, welche "tollen Ideen" sie nicht mehr sehen können

Link zum Artikel

Das denken Singles, wenn sie diese 5 Sprüche hören

Link zum Artikel

Gleiches Produkt, dreifacher Preis? Jetzt reagiert Edeka auf die Vorwürfe

Link zum Artikel

Autofahrer weichen aus: Gelbe Teststreifen plötzlich auf der A4 aufgetaucht

Link zum Artikel

Whatsapp: Mit diesem Trick kannst du noch Tage später unpassende Nachrichten löschen

Link zum Artikel

"Masked Singer": Faisal Kawusi empört mit üblem Merkel-Witz – ProSieben reagiert patzig

Link zum Artikel

Neymar könnte mit Domino-Effekt für neuen Toptransfer beim FC Bayern sorgen

Link zum Artikel

McDonald's- und Burger-King-Mitarbeiter packen über dreisteste Kunden aus

Link zum Artikel

Ein Bobby-Car im Parkverbot – so reagiert die Polizei

Link zum Artikel

"Stranger Things": Wenn diese Theorie stimmt, ist klar, was aus Hopper wurde

Link zum Artikel

Weil sie ihr Auto wuschen: Wut-Brief an Sanitäter – Antwort wird gefeiert

Link zum Artikel

"The Masked Singer": Mit seinem Helene-Fischer-Auftritt hat sich der Engel verraten

Link zum Artikel

Aldi wird sein Angebot radikal überarbeiten – das wird sich für dich jetzt ändern

Link zum Artikel

Umstrittenes Cover von Helene Fischer: "Vogue"-Chefin spricht über Bedenken

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

Meine große Liebe ist tot. Und zum 1. Mal habe ich wieder Lust auf Sex...

Elf Monate nach dem Tod meines Freundes sitze ich auf einem Spielplatz am Rande der Alpen und beobachte meine Kinder, die einen kleinen Hügel rauf und runter rennen.

Am Rande des Sandkastens sitzen ein Mann, ich schätze ihn auf Anfang 30, und seine kleine Tochter. Er ist groß, 1,90 vielleicht, gut gebaut, mit vollen dunklen Haaren und einem markant-hübschen Gesicht, wie ein Male Model aus einer Jean-Paul-Gaultier-Werbung. Ich finde ihn attraktiv.

Im vergangenen Frühling ist der Mann gestorben, …

Artikel lesen
Link zum Artikel