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Ein wichtiger Schritt für alle: Bundesligist Fortuna Düsseldorf will künftig sein Engagement für weibliche Fans verstärken. Bild: imago sportfotodienst

Wie Fortuna Düsseldorf den Stadionbesuch für Frauen sicherer machen will

90,1 Prozent der deutschen Fußball-Fans fühlen sich im Stadion sicher. Das zumindest kam bei einer Umfrage des "Kicker" mit insgesamt 81.639 Befragten heraus. Ein Großteil der Befragten dürfte jedoch männlich gewesen sein, denn als Frau ist ein Stadionbesuch oft noch immer geprägt von Sexismus. Fortuna Düsseldorf will jetzt gegen "Du Fotze"-Rufe, "Na, Mäuschen"-Anmachen und anzügliche Berührungen im Block vorgehen.

Der Bundesligist will künftig sein Engagement für weibliche Fans verstärken und hat ein Hilfetelefon eingerichtet, an das sich Frauen bei Heim- und Auswärtsspielen wenden können, wenn sie Opfer von Sexismus oder Gewalt werden.

Schon zum Rückrundenauftakt in Augsburg können weibliche Fans in Gefahrensituationen sich beim F95-Hilfetelefon melden, teilte die Fortuna in einem Statement mit. Im Fokus stehen dabei nicht nur Straftaten, für die es schon Ordnungsdienst und Polizei in den Stadien gibt, sondern besondere Situationen, in denen sich weibliche Fans im Stadion bedroht oder belästigt fühlen.

Sexismus ist auch bei der Fortuna noch immer verbreitet: 

Bild

Auch solche sexistischen Zaunfahnen (das Bild wurde nicht in dieser Saison aufgenommen) können künftig gemeldet werden. bild: imago sportfoto

Betreut wird die Aktion von ehrenamtlichen weiblichen Fans, die an den Spieltagen ebenfalls vor Ort sind und entweder selbst einschreiten, oder den direkten Kontakt zur Polizei oder anderen Organisationen herstellen können.

Den Frauen wird aber nicht nur telefonisch geholfen: So  helfen bei Heimspielen auch die eigens geschulten F95-Mitarbeiter an den Merchandising-Ständen und der Infobox, das Team Barrierefrei und die Fanbetreuer als Ansprechpersonen, um betroffenen weiblichen Fans schnellstmöglich Hilfe leisten zu können.

Umfrage bei Fans offenbarte fehlende Ansprechpersonen

Zuvor hatte eine Umfrage der Fan-Initiativen "UnsereKurve" und "F_in" sowie der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte ergeben, dass sich weibliche Fans, wenn sie Übergriffe und Belästigungen bei Fußballspielen erfahren, klare Ansprechpersonen und Vernetzung, die Sensibilisierung aller Akteure sowie die Bereitstellung von Handlungsabläufen und Informationsmaterial wünschen.

Fortuna Düsseldorf will nun unter anderem die Ergebnisse der Umfrage der Fan-Initiative nutzen, um an einer Verbesserung des Umgangs mit sexistischen Äußerungen, sexualisierter Belästigung und Gewalt bei eigenen Heim- und Auswärtsspiele zu arbeiten. 

Wichtige Nummern und Informationen für weibliche Fans:

- F95-Hilfetelefon an Fortuna-Spieltagen: 0174-1895559

- Das bundesweite Hilfetelefon – Gewalt gegen Frauen: 08000-116016 (rund um die Uhr, kostenlos, in 17 Sprachen)

- www.luisa-ist-hier.de

Der Bundesligist wolle sich darüber hinaus an der Kampagne "Luisa ist hier!" der Frauenberatungsstelle Düsseldorf beteiligen.

Die Kampagne hilft Frauen und Mädchen, die sich bei öffentlichen Veranstaltungen unsicher, bedrängt oder belästigt fühlen. Die Frage "Ist Luisa hier?" dient gewissermaßen als Codewort, denn aus den unterschiedlichsten Gründen ist es für Betroffene manchmal nicht möglich, die Bedrohungssituation konkret zu benennen.

(bn)

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