Analyse
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Tomaten im All, Astronauten auf Hawaii – so proben Raumfahrer das Leben auf dem Mars

Ein Sandsturm auf dem Mars zwingt die Crew der "Ares III", den roten Planeten zu verlassen und die Rückkehr zur Erde anzutreten. Doch der Sturm fordert ein Opfer. Den Astronauten Mark Watney erwischt eine abgebrochene Antenne. Sein Anzug geht kaputt, er stürzt, bleibt reglos liegen. Weil die Crew keine Signale mehr von ihm empfängt, lässt sie ihn zurück.

Als Watney wieder zu sich kommt, ist er allein auf dem Mars. Seine Essensvorräte reichen noch ein paar Dutzend Tage, mit der nächsten Marsmission von der Erde kann er in ein paar Jahren rechnen. Andere würden aufgeben. Watney aber fängt an, aus Raketentreibstoff Wasser abzuspalten und Kartoffeln anzubauen.

Dir mag diese Geschichte bekannt vorkommen, wenn du den Film "Der Marsianer" gesehen hast. Die Handlung hat so ihre Macken und ist nicht immer ganz akkurat – doch Landwirtschaft auf dem Mars ist keine komplett abgedrehte Idee. Die Raumfahrtagenturen Nasa und Esa arbeiten nämlich seit einer Weile daran, Szenarien für das Leben auf fremden Himmelskörpern auszuprobieren.

Die Esa zum Beispiel: Schraubt an einem Satelliten, an dessen Bord Tomatensamen ins All geschossen werden sollen. Das Ziel ist kein geringeres, als sich einer Methode zu nähern, mit der auf Mond und Mars Landwirtschaft betrieben werden kann. Und die Raumfahrtforschung hat noch mehr auf Lager. Ein Überblick über drei Projekte, mit denen Raumfahrtagenturen die Landung auf dem Mars vorbereiten (und ganz vielleicht auch eines Tages das Leben auf anderen Planeten).

Eu:CROPIS

Eu:CROPIS ist das gerade erwähnte Tomaten-Projekt der Esa. Spannend ist, neben der Idee als solche, das Prinzip, das hinter den Weltraum-Gewächshäusern steckt.

Durch Rotation herrscht Schwerkraft

Während seiner Mission in 600 Kilometern Höhe soll sich der Satellit im All um die eigene Achse drehen und so in seinem Inneren für sechs Monate die Schwerkraft des Mondes (etwa ein Sechstel der Erdanziehungskraft) und anschließend für weitere sechs Monate die Mars-Gravitation (etwa ein Drittel der Erdanziehungskraft) nachahmen.

Bild

Bild: Deutsches Luft- und Raumfahrtzentrum

Zwei Gewächshäuser – eins für die Mond- und eins für die Mars-Simulation

Wenn nach der Mond-Simulation nach sechs Monaten das zweite Gewächshaus unter Mars-Gravitation aktiviert wird, waren die Bakterien, Tomatensamen und Einzeller darin schon ein halbes Jahr der Weltraumstrahlung ausgesetzt. So lange würde auch ungefähr ein Flug zum Mars dauern.

Moment, Bakterien? Einzeller?

Genau. Die Gewächshäuser versorgen sich über ein ausgeklügeltes System nämlich selbst.

16 Kameras sollen aufzeichnen, wie die Samen keimen.

Bild

Bild: Deutsches Luft- und Raumfahrtzentrum

Alles für die Menschheit – auf dem Mond, Mars, aber auch der Erde

"Wir simulieren und testen letztendlich Gewächshäuser, die auf Mond oder Mars im Inneren eines Habitats stehen könnten und für eine Crew vor Ort frische Lebensmittel liefern, indem sie in einem geschlossenen System Abfälle kontrolliert in Dünger umwandeln", sagt der Biologe Jens Hauslage, der die Mission am Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum wissenschaftlich leitet.

Aber für uns auf der Erde birgt das Projekt ebenfalls Erkenntnisse. Die Technik ließe sich weiterentwickeln, um:

Growing herbs and leafy greens in a super water efficient hydroponic greenhouse on a vertical system of rain gutters. This farm uses only 1% of water traditionally used by farming similar crops.

So könnten die Gewächshäuser in Hochhäusern aussehen – "vertical farming" nennt sich das Prinzip Bild: Getty Images

Vorher muss der Satellit aber erst mal ins All (geplant war, dass das noch in diesem Jahr klappt). Und dann müssen die Tomaten Früchte tragen, was ein eher ambitioniertes Ziel ist: "Es ist schon ein Erfolg, wenn sie keimen und ein bisschen wachsen. Eine Frucht wäre perfekt", sagt Hauslage.

HI-SEAS

HI-SEAS ist eine Art Trainingslager für Mars-Missionen. Auf Hawaii hat unter anderem die Nasa die Anlage in ungefähr 2500 Metern über dem Meeresspiegel aufgebaut.

Und so ist das Leben dort:

abspielen

Video: YouTube/NASA Goddard

Das Gelände kommt der Mars-Oberfläche relativ nah: Kaum Pflanzen oder Tiere leben auf dem steinigen, kargen Boden. Was dort wächst, ist weder selten noch geschützt. Die Forscher, die dort herumlaufen, gefährden also nicht die Artenvielfalt. Das Wetter bleibt das ganze Jahr ungefähr gleich: kühl und trocken.

Die echte Marsoberfläche:

Bild

Bild: NASA/JPL-Caltech/University of Arizona/Texas A&M University

Das Gebäude, das die Forscher beherbergt, ist mit sechs Schlafquartieren ausgestattet sowie einer Küche, einem Bad, einem Labor und einer simulierten Luftschleuse. Sogar der Funkkontakt zur Basis ist 20 Minuten verzögert – so wäre es auch auf dem Mars.

In der Anlage bewegen sich die "Astronauten" in richtigen Raumfahrtanzügen, sammeln Proben und erforschen das Gebiet. Ein großer Unterschied zur echten Marsmission: Krankenhäuser sind im Notfall in einer Autostunde erreichbar.

EDEN-ISS

Seit mehr als einem Dreivierteljahr schon sitzen Forscher in der klirrend kalten Antarktis und züchten in einem Container Gemüse. Ihr Gewächshaus namens EDEN-ISS ist ausgelegt für klimatisch anspruchsvolle Regionen auf der Erde und eines Tages auch für den Einsatz auf längeren Raumfahrtmissionen, zum Mars zum Beispiel, aber auch zum Mond.

So sieht es drinnen aus:

abspielen

Video: YouTube/DLR

Seit Anfang dieses Jahres wirft das sich selbst versorgende Gebäude Früchte ab: "Die Ernte ist mittlerweile so reichlich, dass ein Teil nicht immer gleich direkt auf den Tisch kommt und wir nun den Luxus haben, manche Salate und Kräuter aufbewahrt im Kühlschrank über mehrere Tage verteilt zu verzehren", sagt Forscher Paul Zabel laut einer Mitteilung des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums.

Bild

Paul Zabel mit einer Kohlrabi aus dem antarktischen Gewächshaus Bild: Deutsches Luft- und Raumfahrtzentrum

Salate, Gemüse und Kräuter wachsen in optimalen Bedingungen von 21 Grad Celsius und 65 Prozent relativer Luftfeuchte. Die Anbaufläche ist ungefähr 13 Quadratmeter groß und hat in rund neun Monaten schon einiges hervorgebracht:

Eine Herausforderung sind laut Zabel immer noch Paprika und Erdbeeren. Die künstliche Bestäubung der Pflanzen funktioniert noch nicht so gut, deshalb tragen sie bislang noch keine Früchte.

So anstrengend ist der Gang zum Gewächshaus:

abspielen

Video: YouTube/DLR

Das geschlossene Gewächshaus, abgeschottet von Wetter, Sonne und Jahreszeiten, ermöglicht unabhängige Ernten und weniger Wasserverbrauch. Pestizide und Insektizide sind ebenfalls überflüssig.

All die Strapazen haben also auch einen irdischen Zweck: Die Weltbevölkerung wächst und wächst, der Klimawandel beeinflusst die Landwirtschaft massiv. Es müssen Wege her, Pflanzen auch in klimatisch rauen Gebieten anbauen zu können. Und vielleicht gewinnen wir mit Techniken wie dieser eines Tages den Kampf gegen den Welthunger.

(Mit Material von dpa)

Umfrage

Wenn wir irgendwann auf dem Mars wohnen können – würdest du hinziehen?

  • Abstimmen

12

  • Nein! Gruselige Vorstellung!8%
  • Wenn die Erde unbewohnbar wird und mir nichts anderes übrig bleibt, würde ich wohl hinfliegen.58%
  • Auf jeden Fall! Life on Mars! Yeah!17%

Alexander Gerst ist gerade auf der ISS. Was er da so sieht:

Flug zum Mars? Marius wurde schon im Überschlagssimulator schlecht:

abspielen

Video: watson/Marius Notter, Johanna Rummel

Das könnte dich auch interessieren:

So sehen deine Freunde nicht, dass du ihre WhatsApp gesehen hast

Link zum Artikel

Exklusiv: 5 unangenehme Fragen an einen White Walker

Link zum Artikel

Lena Meyer-Landrut macht Fan mit Post bei Instagram glücklich

Link zum Artikel

Falscher Professor? Vorwürfe gegen einen AfD-Europakandidaten

Link zum Artikel

Diesen ekligen Sitznachbarn im Flugzeug will keiner haben

Link zum Artikel

Der neue Song von Shirin David ist eine Abrechnung mit ihrem Vater

Link zum Artikel

"Zweifel, Ängste, schlaflose Nächte" – Das sagen "die Lochis" zu ihrem Aus

Link zum Artikel

Ed Sheeran und Justin Bieber: "I Don't Care" kann der Song des Sommers werden

Link zum Artikel

Das? Das ist nur die wohl umfangreichste Schatzkarte aller bisherigen Zeiten

Link zum Artikel

Strache-Skandal in Österreich – Kanzler Kurz soll Neuwahlen wollen

Link zum Artikel

Ariana Grande und BTS: Insider verrät, dass gemeinsamer Song "nur eine Frage der Zeit" ist

Link zum Artikel

Der Cast von "Avengers: Endgame" hat das beste Musik-Remake des Jahres herausgebracht

Link zum Artikel

Darum ist das neue Album nur zu 80 Prozent Rammstein – eine (kleine) Enttäuschung

Link zum Artikel

Samra und Capital Bra: Neuer Song Wieder Lila ist schon jetzt ein Hit

Link zum Artikel

Defekte Displays – Samsung verschiebt weltweiten Verkaufsstart des Galaxy Fold

Link zum Artikel

16 Cartoons, die unsere Gesellschaft auf den Punkt bringen

Link zum Artikel

Dieses Rätsel ist so einfach, du wirst es niemals zugeben, wenn du es nicht lösen kannst

Link zum Artikel

Pressekonferenz in Sonnenbrille: Loredana streitet Betrug ab und wird laut

Link zum Artikel

So sehen BTS als alte Männer aus – und wir haben Fragen

Link zum Artikel

PAOK Saloniki wird erstmals seit 34 Jahren Meister – und die Ultras drehen völlig ab

Link zum Artikel

ESC 2019: Dieter Bohlen über Luca Hänni: "Ich hätte den Mut dazu nie gehabt"

Link zum Artikel

WhatsApp: Für Android gibt es 3 Neuerungen – eine davon will wirklich keiner

Link zum Artikel

Vanessa rechnet nach "GNTM"-Aus mit ProSieben ab – jetzt antwortet der Sender

Link zum Artikel

Wie Hartz IV meine Familie verändert hat

Link zum Artikel

Aus 7 wird 1: So brach die AfD im EU-Parlament auseinander

Link zum Artikel

Sie soll ein Paar um 614.000 Euro betrogen haben – Rapperin Loredana festgenommen

Link zum Artikel

"In dieser Liga ist die Relegation etwas Gutes" – die besten Witze zum HSV-Gau

Link zum Artikel

Politiker-Lügen, Manager-Boni: Wir leben in einer schamlosen Zeit

Link zum Artikel

Das Schlimmste am Wochenende: Menschen auf dem Markt

Link zum Artikel

16 peinlichen Instagram-Werbungen, die nach hinten losgegangen sind

Link zum Artikel

Helene Fischer lief weg und schrie: Luxus-Makler plaudert über den Hauskauf mit Flori

Link zum Artikel

Dieser seltsame Vogel ist ausgestorben ... kommt aber immer wieder zurück von den Toten

Link zum Artikel

E-Auto als Klimasünder? Neue Tesla-Studie sorgt für Wut – weil sie Mängel aufweist

Link zum Artikel

180 Staaten bekämpfen jetzt den Plastikmüll – mit einem globalen Pakt

Link zum Artikel

Warum sind wir manchmal traurig nach dem Sex?

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

"Kritische Schwelle" erreicht: So heiß wird die Erde in den nächsten 5 Jahren

Überall in Europa haben Schüler bei Klimastreiks den "Klimanotstand" ausgerufen.

Und das offenbar nicht ohne Grund: Wie das britische "Met Office" am Mittwochabend bekannt gab, befindet sich unser Planet inmitten der wärmsten Dekade, welche die Erde seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1850 erlebt. 

Die Weltwetterorganisastion (WMO) veröffentlichte am Mittwoch ebenfalls ihre neuesten Auswertungen. 

Die vergangenen vier Jahre waren nach Angaben WMO die wärmsten seit Beginn der …

Artikel lesen
Link zum Artikel