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Ätna, Krakatau und Mayon – ein Überblick über die 3 großen Vulkanausbrüche zum Jahresende

Vulkanausbrüche sind keine Seltenheit. In diesem Jahr spuckten schon mehrere große Vulkane Asche und Lava. Im Mai verwüstete der Kilauea Teile von Hawaii und brachte die Erde zum Beben. Im Juni stieß der Fuego in Guatemala kilometerweit Rauch in die Luft, der Ausbruch tötete Dutzende Menschen. Bald darauf legte der Agung auf Bali den Flugverkehr lahm. Im September richteten Forscher ihre Augen auf Island, wo es im Katla zu brodeln begann. Und damit ist nur ein Teil aller Ausbrüche genannt.

Derzeit halten gleich drei Vulkane die Welt in Atem: Der Ätna auf Sizilien, der Krakatau in Indonesien und der Mayon auf den Philippinen. Während der Ätna Hunderte aus ihren Wohnungen vertrieben hat und der Mayon eigentlich seit einem Ausbruch im Januar nicht richtig zur Ruhe gekommen ist, hat der Krakatau bereits zahlreiche Opfer gefordert: Durch die Eruption war ein Teil des Kraters abgebrochen und abgerutscht. Dadurch kam es zu einem Tsunami, der mehr als 430 Menschen tötete und mindestens 1500 verletzte.

Vulkane – was dahinter steckt:

Ein Vulkan ist eine Öffnung in der Erdkruste, durch die extrem heißes, flüssiges Gestein an die Erdoberfläche gelangt. Das flüssige Gestein nennt man Magma – bis es an die Erdoberfläche gelangt: Dann wird es als Lava bezeichnet. Die Zerstörungskraft eines Vulkans äußert sich unterschiedlich: Seine Eruptionen können die Erde zum Beben bringen und in Städten und Dörfern verheerende Schäden anrichten. Die heftigen Vibrationen können Tsunamis auslösen, die mit massiver Gewalt ganze Landstriche verwüsten können. Oder wenn der Vulkan Gesteinsschmelze speiht, verglüht alles, was sich in den Weg des heißen Lavastroms stellt.

Ein Überblick über die drei schweren Ausbrüche in diesen Tagen:

A plume of ash rises as Anak Krakatau erupts in Indonesia, December 23, 2018, in this picture obtained from social media. Susi Air/via REUTERS THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. MANDATORY CREDIT. NO RESALES. NO ARCHIVES.       TPX IMAGES OF THE DAY

Bild: X04130

Krakatau

Todesopfer: Mindestens 430

Verletzte: Mindestens 1500

Vermisste: Keine genauen Zahlen

Obdachlose: Vermutlich Tausende, ohne genaue Zahlen

Hergang: Bei einer Eruption des Vulkans in der Sundastraße war ein Teil des Kraters abgebrochen, das Abrutschen der Erdmasse hatte daraufhin am Samstag einen Tsunami ausgelöst. Dieser hatte die Menschen auf den indonesischen Inseln Sumatra östlich und Java westlich der Sundastraße völlig unvorbereitet getroffen.

Frühwarnsysteme für Tsunamis, die nach der gigantischen Flutwelle im Dezember 2004 in der Region installiert wurden, griffen nicht, weil sie nur auf Erdbeben reagieren. Im Fall des Anak Krakatau sorgte jedoch der Erdrutsch ins Meer dafür, dass sich eine Wasserwand aufbaute, die nach wenigen Minuten auf die Küsten traf. Eine starke Flut im Zuge des Vollmondes verstärkte die Wucht des Wassers. Auf Satellitenbildern vom 24. Dezember war die gewaltige Abbruchstelle an der südwestlichen Kraterflanke des Anak Krakatau zu erkennen.

Aktueller Stand: Die indonesischen Behörden haben am Donnerstag die Warnstufe für den Vulkan Anak Krakatau erhöht. Zudem wurde die Verbotszone rund um den Vulkankrater auf fünf Kilometer ausgedehnt, teilte die Katastrophenschutzbehörde in Jakarta mit. Nach Angaben von Sprecher Sutopo Purwo Nugroho sind am Vortag verstärkt Rauchwolken und heiße Asche ausgetreten. Die Aschewolke sei am Mittwoch über die Städte Serang und Cilegon in der Provinz Banten auf Java geweht worden.

Tsunami am 4. Advent tötet hunderte Menschen

Probleme vor Ort: Die Asche ist zwar harmlos, doch müssen die Menschen in den betroffenen Gebieten Schutzmasken und Schutzbrillen tragen. Aufgrund der Vulkanasche in der Luft wurden nach Angaben der Luftkontrollbehörde alle Flugzeuge, deren Route normalerweise über den Vulkan führt, umgeleitet.

Die Einwohner des südostasiatischen Landes sind in diesem Jahr bereits zum dritten Mal schwer von einer Naturkatastrophe getroffen worden. Medizinische Hilfe und Notunterkünfte sowie Grundlegendes wie Wasser, Decken, Schlafmatten und Hygieneartikel sind knapp.

Über den Vulkan: Anak Krakatau heißt auf Indonesisch "Kind des Krakatau", weil der Vulkan an der Stelle im Meer entstand, an der sich der Krakatau im Jahr 1883 mit einem gigantischen Ausbruch fast vollständig selbst zerstörte. Jene Eruption gilt als die heftigste und eine der folgenschwersten der Welt. Rund 36.000 Menschen starben damals durch den einhergehenden Tsunami. Zudem spukte der Krakatau 18 Millionen Kubikkilometer Gestein und Asche aus – deren Partikel in der Luft beeinflussten vorübergehend das Klima auf der gesamten Erde.

Der Krakatau-Ausbruch und seine Folgen in Bildern:

Das Meer zwischen Sumatra und Java liegt wie auch der Rest des Inselstaats auf dem Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde, in dem es ständig zu Vulkanausbrüchen und Erdbeben kommt. An jenem besonders explosiven Punkt in der Sundastraße baute sich ein neuer Berg aus Lava auf. Der Krater des "Kindes" trat 1927 aus der Wasseroberfläche hervor. Das schnelle Wachstum des Vulkans und seine anhaltende Aktivität erhöhen laut Experten die Gefahr von Abbrüchen am Krater und damit weiteren Tsunamis. Der Anak Krakatau war in den letzten Jahren mehrfach ausgebrochen, seit Juni dieses Jahres hatte er eine erhöhte Aktivität gezeigt.

Auch in einer anderen Region entlang des Feuerrings versetzte ein Vulkan die Einwohner in Alarmbereitschaft. Auf den nordöstlich von Indonesien gelegenen Philippinen spie der dort aktivste Feuerberg Aschesäulen von mehreren hundert Metern Höhe in den Himmel. Sein Name ist Mayon.

Lava flows down the slopes of the Mayon volcano in the Philippines, seen from Legazpi city, 340 kilometers (210 miles) southeast of Manila, on Jan. 16, 2018. (AP Photo/Dan Amaranto)

Bild: STR

Mayon

Todesopfer: Keine

Verletzte: Keine

Vermisste: Keine

Obdachlose: Keine

Hergang: Der Vulkan befindet sich laut Behörden seit Januar in "einem gemäßigten Zustand der Unruhe", nachdem er Mitte Januar ausgebrochen war und mehr als 80.000 Einwohner gezwungen hatte, die Gegend zu verlassen. Die im März festgesetzte zweitniedrigste Warnstufe ist unverändert. Ein vulkanisches Beben sowie ein helles Glühen am Krater seien 24 Stunden vor den Explosionen am Donnerstag beobachtet worden, teilte das philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie Phivolcs mit. Am Donnerstag spukte der aktivste Vulkan der Philippinen gleich zweimal Asche und alarmierte Experten.

Aktueller Stand: Mit plötzlichen Explosionen, Ascheregen und Lava-Austritt müsse gerechnet werden, warnte Phivolcs am Donnerstag. Einer der Ausbrüche am Morgen habe eine Asche-Säule über 600 Meter in den Himmel gespien.  Die Gefahrenzone im Sechs-Kilometer-Radius sowie eine um einen weiteren Kilometer ausgeweitete Zone in einigen Bereichen um den Vulkan müsse dringend beachtet werden. Bewohnern nahe dem bedrohten Areal riet die Behörde, Sicherheitsvorkehrungen gegen Geröllhagel, Ascheregen oder Glutströme zu treffen.

Über den Vulkan: Der 2463 Meter hohe Mayon in der Provinz Albay liegt rund 330 Kilometer von der Hauptstadt Manila entfernt und ist auch für seine perfekte Kraterform bekannt. Seit 1616 brach er rund 50 Mal aus.

A smoke column comes out of the Etna volcano in Catania, Italy, Monday, Dec. 24, 2018. The Mount Etna observatory says lava and ash are spewing from a new fracture on the active Sicilian volcano amid an unusually high level of seismic activity.  (AP Photo/Salvatore Allegra)

Bild: AP

Ätna

Todesopfer: Keine

Verletzte: 28

Vermisste: Keine

Obdachlose: Mehr als 400

Hergang: Schon seit dem 23. Dezember hatte der Vulkan Aktivität gezeigt, die zu mehreren kleinen Ausbrüchen und Beben führte.

An Heiligabend ging dann eine dunkle Aschewolke vom Vulkan aus. Am Flughafen Catania kam es deswegen zu einigen Behinderungen, erklärte der Flughafen auf Twitter. Wegen der Aktivität des Vulkans sei es seit Montagmorgen auch zu Schwarmbeben gekommen, teilte das Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) mit. In drei Stunden seien 130 Erschütterungen registriert worden.

Am Mittwochmorgen hatte ein Beben der Stärke 4,8 die Region um Catania am südöstlichen Fuß des Ätna auf Sizilien erschüttert. Seiner Behörde seien 1600 Wohnungen mit Schäden gemeldet worden, welche auf die Beben zurückzuführen seien, sagte Zivilschutz-Chef Borrelli. Im Ort Zafferana Etnea wurden mehrere Häuser beschädigt, darunter eine Kirche aus dem 17. Jahrhundert.

Aktueller Stand: Mehr als 400 Menschen sind nach Behördenangaben vorübergehend obdachlos. Sie mussten in Notunterkünften untergekommen, weil sie wegen des Bebens nicht in ihren Häusern bleiben konnten, teilte der Chef der italienischen Zivilschutzbehörde, Angelo Borrelli am Donnerstag dem staatlichen Radiosender RAI mit. Zudem gebe es 28 Verletzte, darunter aber keine lebensbedrohlichen Fälle.

Die italienische Regierung wolle am Freitag in Rom den Notstand für die betroffenen gebiete ausrufen, erklärte der Vize-Premierminister und Chef der Fünf-Sterne-Bewegung, Luigi Di Maio. Dies würde den Behörden erlauben, gewisse Vorschriften zu umgehen und schneller Hilfe zu leisten.

Über den Vulkan: Der 3300 Meter hohe Ätna gehört zu den aktivsten Vulkanen der Welt. Die Erde darunter ist in Bewegung: Unter Sizilien taucht die afrikanische unter die europäische Erdplatte ab, was auch zu Beben führt.

(dpa)

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