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Links der Doku-Reporter Robert Marc Lehmann, Rechts Watson-Autor Max Biederbeck screenshot(watsonmontage

Die neue Bundeswehr-Doku macht auf "Call of Duty"– und verspottet alle Soldaten

Max Biederbeck, Lia Haubner

Die Bundeswehr hat eine neue Doku-Serie herausgebracht und entwertet darin ihre eigene Arbeit. "Kämpfe nie für dich allein" handelt vom Besuch eines Reporters beim Kommando Spezialkräfte (KSK) – die Macher inszenieren darin den riskanten Einsatz von Soldaten im Krieg als "Call of Duty"-Game. 

Die Bundeswehr macht in ihrer neuen Doku auf "Call of Duty"

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Video: watson/Max Biederbeck, Lia Haubner

Damit schaden sie der Reputation der Bundeswehr mehr, als dass sie ihr helfen.

Der Protagonist

Hauptfigur der Serie ist der Naturfilmer und Reporter Robert Marc Lehmann. Er begleitet in der neuen Show die KSK-Soldaten (genauer: eine Unterstützer-Kompanie des KSK) im Dschungel von Belize.

Er redet wie einer, der zum ersten Mal einen Ego-Shooter spielt. Er spricht von "super krassen Waffen" und nennt die Soldaten "super krasse Schränke". Im Dschungel "ballert" der Regen. Lehmann habe richtig "Bock" auf seinen "Buddie", der ihn durch dieses Abenteuer führen soll.

In Szene gesetzt wird er dabei wie eine schlechte Version des Scharfschützen Chris Kyle im Film "American Sniper".

Fallen euch gewisse Ähnlichkeiten zum Bild oben auf?

Warner Bros. - Village Roadshow Pictures - Malpaso Productions / DR AMERICAN SNIPER de Clint Eastwood 2014 USA avec Bradley Cooper biographie, biopic, militaire, soldat, tireur d elite, viser, fusil, lunette de visee d apres le livre de Chris Kyle PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY AMERICAN SNIPER (2014) 25 NUR REDAKTIONELLE NUTZUNG & REDAKTIONELLE BUCHCOVER NUR IM KONTEXT DER FILMBERICHTERSTATTUNG!

Übrigens gilt der historische "American Sniper" Chris Kyle mit 160 bestätigten Treffern als tödlichster Scharfschütze der US-Geschichte. Im Krieg ist so eine Zahl eine schwere Bürde für einen Soldaten, im Computerspiel reicht sie für die Spitze der Rangliste.

Und weil Letzteres auch den Serienmachern offensichtlich wichtig zu sein schien, passte auch Lehmann ins Bild: Vollbart, Muskeln und Oberarm-Tattoo, Sonnenbrille auf umgedrehter Kappe. Cooler Typ, harte Kante. Fast schon selbst Soldat.

Die Pseudo-Doku

Die ganze Serie kommt im Stil einer Doku daher – und soll so wenig nach Werbung aussehen wie möglich. In einer Zeitung würde man wohl "Native Advertising" dazu sagen.

Hier noch einmal der Original-Trailer:

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Video: YouTube/Bundeswehr Exclusive

Lehmann behauptet in der ersten Folge:

"Ich bin für euch im Dschungel."

Die Bundeswehr schreibt ernsthaft:

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Screenshot - "Kämpfe nie für dich alleine"

Es stimmt zwar, dass Lehmann nicht zur Bundeswehr gehört. Aber so zu tun, als sei er ein unabhängiger Reporter im Auftrag der User, das ist frech. Er ist für niemand anderen in Belize als für die Werber der Bundeswehr selbst. Außerdem ist die "Doku" so durchgeplant, wie sie nur sein kann. Viele Szenen sind offensichtlich gestellt. Wummernde Bässe, stylische Effekte, aufregende Schnitte. 

Man wundert sich: Was soll das alles bitte?

Wirklich kritische Fragen gibt es keine. Vom anfänglichen Versprechen der Doku-Macher, das Leben der Soldaten kennenlernen zu wollen, bleibt ein wildes Abenteuer gegen giftige Insekten im Grünen.

Sicher, man könnte jetzt einwenden, dass es sich eben um Werbung für die Truppe handelt – und die muss attraktiv sein. Dass Mittel gefunden werden müssen, um den Job in der Truppe und seine Verantwortung in die Öffentlichkeit zu tragen.

Beides stimmt: Die Bundeswehr hat ein Recht, für sich zu werben. Und Soldaten werden in der Gesellschaft in vielen Fällen zu Unrecht an den Pranger gestellt, dabei leisten sie einen wichtigen Beitrag.

Aber all das transportiert "Kämpfe nie für dich allein" nicht!

Die "Doku" gaukelt jungen Leuten eine Realität vor, die es eben höchsten in Games wie "Call of Duty" gibt. Aufrichtige Anerkennung für das Militär kann schon deshalb nicht enstehen, weil die Zuschauer die echte Bundeswehr gar nicht kennen lernen. Die Schein-Doku entwertet die Arbeit von Soldaten eher, als dass sie dafür wirbt. Und so ersetzen die Werber der Truppe aus Panik um den Nachwuchs echte Aufklärung durch billige Versuche, den Militärdienst zu einem Videospiel zu entwerten.

Das Leben des Stan Lee in Bildern:

Die Bundeswehr wirbt auf der gamescom:

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Cyber Tramp 17.11.2018 02:52
    Highlight Highlight 1. Was in der Doku fehlt und was nicht, dass haltet euch doch bitte für das Ende der Reihe auf (Folge 14)
    2. "Aufrichtige Anerkennung für das Militär kann schon deshalb nicht enstehen, weil die Zuschauer die echte Bundeswehr gar nicht kennen lernen."
    Dieser Aussage entnehme ich das sie offenbar selbst Bei der Bundeswehr bzw. dem KSK sind ? Da sie die "echte Bundeswehr" ja zu kennen scheinen ?
    3. Das KSK ist mit dem GSG 9 und dem KSM Deutschlands Speerspitze und die absolute Elite, dort aufgenommen zu werden ist allerdings schwerer als ne Runde COD auf der Xbox zu zocken. (nur so am Rande)

    LG
  • Foxtrott Kilo 17.11.2018 00:18
    Highlight Highlight Was die Bundeswehr letztendlich dazu bewogen hat eine Außenstehende Person dort nach Belize zu schicken habe ich auch nicht ganz verstanden, aber von der "coolen" Sprache mal abgesehen stellt die Serie die Inhalte der Ausbildung (Orientierungsmärsche, San Ausbildung etc.), den Alltag eines solchen Trainings sehr gut da. Den Chris Kyle Vergleich kann ich ebenfalls nicht wirklich verstehen, da Herr Lehmann ja a) Zivilist ist und b) Es in der gesamten Bundeswehr keinen Vergleich dazu gibt.
    Tut mir leid für den langen Kommentar, aber ich freue mich auf eine Diskussion.

    Grüße.
  • Foxtrott Kilo 17.11.2018 00:11
    Highlight Highlight Allerdings hat die BW aus den Rekruten gelernt und die neuen Serien (Mali, Springer und auch KSK) sind deutlich näher am Alltag des Soldaten.

    Allerdings kann ich die Kritik und den Vergleich vom KSK mit Call of Duty nicht wirklich verstehen. Ja, die Serie soll deutlich mehr der Unterhaltung dienen, statt ein Protokoll des Tages abzuliefern. Wenn Sie, wie Sie geschrieben haben, mehr vom echten Alltag des Soldaten sehen wollen, dann kann ich Ihnen nur empfehlen die Mali Serie zu schauen. Die setzt sich zum Teil sehr kritisch mit dem Thema Auslandseinsatz, Tod und Verwundung auseinander.
  • Foxtrott Kilo 17.11.2018 00:06
    Highlight Highlight Schön das die Kommentare offen sind. Gleich vor weg, ich bin selber Soldat.
    Natürlich möchte die Bundeswehr mir dem Film Leute werben. Wer eine außgeglichenere Berichterstattung sehen möchte muss wohl auf Dokumentationen von außerhalb zugreifen. Aber ehrlicher Weise, es ist schwer möglich ein Bild von außen zu bekommen ohne selbst dabei gewesen zu sein. Die Bundeswehr hat eigentlich nur ein Ziel: Leute werben und sekundär über die BW zu informieren. Das war mit den Rekruten so (die war sehr schlecht da es meine Erfahrungen mit der BW nicht mal ansatzweise wider spiegelt)
  • ishotamaninreno 16.11.2018 19:36
    Highlight Highlight https://giphy.com/gifs/80s-mr-t-the-a-team-x5nmmdqVE2x4Q
  • Manuel Haubitz 16.11.2018 18:33
    Highlight Highlight Dieser Beitrag ist dermaßen unqualifiziert und sinnfrei. Der Vergleich mit einem Videospiel ergibt keinen Sinn. Watson gleich aus dem feed geschmissen...
    • Arne 16.11.2018 20:06
      Highlight Highlight Hi Manuel, erstmal vielen Dank für deinen Beitrag und schade, dass wir bei dir aus dem Feed fliegen. Da wir nicht davon ausgehen, die Wahrheit gepachtet zu haben und gerne diskutieren (das ist ein Meinungsartikel von Max) - magst du uns vielleicht hier schreiben, weshalb du den Vergleich für Blödsinn hältst?
    • Cyber Tramp 17.11.2018 02:43
      Highlight Highlight 1. Die Serie soll meines Wissens 14 Teile haben, bis jetzt sind 5 drausen
      wie könnt ihr also behaupten, dass z.B. kritische Fragen fehlen wo ja die Serie noch nicht rum ist ?
      2. "Aufrichtige Anerkennung für das Militär kann schon deshalb nicht enstehen, weil die Zuschauer die echte Bundeswehr gar nicht kennen lernen." ... Aha, was ist denn die "echte Bundeswehr" ? haben sie ( der Autor) etwa selbst beim KSK bzw. der Bundeswehr gedient um das zu beurteilen ?
      3. Werbung hin oder her, es ist nicht so einfach in das KSK aufgenommen zu werden wie eine CoD CD in den PC zu schieben.
      Lg

Diese Schüler-Kampagne wird die AfD so richtig nerven

Es ist offensichtlich, dass sich die AfD vor dem Einfluss der Schulen fürchtet. Genauer gesagt, ging es bisher vor allem um die Lehrer und ihre Rolle gegenüber den Wählern von Morgen Schülern.

Die AfD ist der Auffassung, dass Lehrer die Jugend politisch beeinflussen. In den vergangenen Monaten hat die Partei deshalb in zahlreichen Bundesländern Meldeportale auf den Weg gebracht, bei denen sich der Nachwuchs anonym melden soll, um politischen Einfluss von oben zu melden.

Jetzt kommt neuer …

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