Massiver Beschuss im Gazastreifen – Israel trifft Zentrale des Hamas-Nachrichtendiensts

Die israelische Armee hat eigenen Angaben zufolge bei einem Raketenangriff die Zentrale des militärischen Nachrichtendiensts der im Gazastreifen herrschenden Palästinenserorganisation Hamas getroffen.

 

Der UN-Nahostgesandte Nikolay Mladenov schrieb auf Twitter: "Die Eskalation in den vergangenen 24 Stunden ist extrem gefährlich und rücksichtslos." Die Vereinten Nationen arbeiteten eng unter anderem mit Ägypten zusammen, um die Lage zu beruhigen. Die EU rief beide Seiten auf, alles zu vermeiden, was zur Eskalation beitrage oder Zivilisten gefährde. "Alle gewalttätigen Handlungen müssen unverzüglich aufhören", sagte eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini.

Der Generalsekretär der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), Saeb Erekat, schrieb auf Twitter: "Der israelischen Regierung sollte bewusst sein, dass alle Angriffe auf das palästinensische Volk beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gemeldet werden."

Israel war zuvor unter Beschuss

Das Video von Channel 10 News soll ein Feuer nach einem Raketeneinschlag in Sderot zeigen:

Ein israelischer Bus wurde direkt von einem Geschoss getroffen und ging in Flammen auf:

An Israeli soldier stands near a burning bus after it was hit by a mortar shell fired from Gaza near the Israel Gaza border, Monday, Nov. 12, 2018. Israel's military says it is prepared to step up its efforts against Palestinian militants in the Gaza Strip if rocket fire at Israel continues. (AP Photo/Tsafrir Abayov)

Laut der Zeitung "Haaretz" wurde bei dem Angriff ein 19-jähriger Soldat schwer verletzt. Bild: AP

Die neuerliche Serie von Raketenangriffen folgt einen Tag nach einem blutigen Feuergefecht im Gazastreifen, bei dem am Vorabend sieben militante Palästinenser und ein israelischer Offizier getötet worden waren. Nach Angaben der in dem Küstenstreifen herrschenden Hamas starb bei dem Einsatz einer israelischen Spezialeinheit nahe Chan Junis auch der Hamas-Kommandeur Nur Baraka. Den Angaben zufolge verantwortete er den Bau von Tunneln, Raketenangriffe auf Israel sowie Angriffe auf israelische Soldaten.

Der jüngste Gewaltausbruch nährte die Sorge vor einer neuen größeren Eskalation zwischen Israel und der Hamas. Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten teilte mit, Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe angesichts der Sicherheitslage im Süden Israels seinen Besuch in Frankreich verkürzt.

Seit März sind bei teilweise gewaltsamen Protesten an Grenze des Gazastreifens zu Israel nach Angaben des Hamas-Gesundheitsministeriums mehr als 220 Palästinenser getötet worden. Die Demonstranten fordern eine Aufhebung der seit mehr als einem Jahrzehnt bestehenden Gaza-Blockade sowie eine Rückkehr palästinensischer Flüchtlinge in Gebiete, die heute zu Israel gehören.

(aj/dru/dpa/afp)

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