International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Bild: dpa

Die Botschaft mit der US-Botschaft – warum die Welt auf Jerusalem schaut 

14.05.18, 15:28 15.05.18, 06:24

Israel feiert den 70. Jahrestag seiner Gründung und US-Präsident Donald Trump verlegt seine Botschaft nach Jerusalem. Ein Umzug und 5 Reaktionen. 

Eine Botschaft als Botschaft

US-Präsident Donald Trump hatte im vergangenen Dezember angekündigt, die US-Botschaft von Tel Aviv nach Ost-Jerusalem zu verlegen. Am Montag erfolgte die Eröffnung. 

Bezogen wurden zunächst nur vorläufige kleinere Räumlichkeiten innerhalb eines existierenden Konsulatsgebäude eröffnet. Eine größere Vertretung soll später bezogen werden.

Politisch ist das heikel. Israel hatte den Ost-Teil der Stadt 1967 erobert. Die Palästinenser wollen Ost-Jerusalem zu ihrer Hauptstadt machen. Doch die seit Jahrzehnten betriebene Gründung eines Palästinenserstaates kommt kaum voran. Er wird auch von den Palästinensern beansprucht. Den Anspruch der Palästinenser auf Ost-Jerusalem als Hauptstadt für einen eigenen Staat Palästina lehnt Israel ab.

Die rechtliche Klärung der Frage soll erst in einem Friedensschluss erfolgen. Trump schafft mit der Verlegung der Botschaft nun Fakten. 

Auch die Entsendung von David Friedman als neuen Botschafter nach Israel war ein wichtiges Signal in diese Richtung. Für den Diplomaten ist Jerusalem die "ewige Hauptstadt Israels".

Die Freude in Israel

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu nannte die Verlegung der US-Botschaft, einen Schritt zum Frieden. In der mit US-Flaggen geschmückten Stadt hieß es auf Plakaten: "Trump make Israel great again!"

"Jerusalem ist hundertfach im Alten Testament erwähnt. Aus einem simplen Grund: Es ist die Hauptstadt unseres Volkes. Und nur unseres Volkes. Seit 3000 Jahren.

Benjamin Netanjahu, Israels Regierungschef

Die israelische Politikexpertin Einat Wilf sieht Trumps Vorstoß trotz der palästinensischen Proteste als überwiegend positiv an. Die Welt habe an der fixen Idee festgehalten, dass selbst West-Jerusalem nicht als israelische Hauptstadt anerkannt werden könne. "Israelis leben schon seit 70 Jahren mit der klaren Einstellung, dass zumindest der westliche Teil der Stadt ihre Hauptstadt ist, unbestritten, legitim." Über den Ostteil könne verhandelt werden.

Auch für viele liberale Israelis ist Jerusalem die Hauptstadt des Landes. "Jerusalem ist der Sitz der israelischen Regierung und daher sind Diplomaten und ausländische Botschaften Teil des dortigen Ökosystems", erklärt Lior Schillat, Leiter des Jerusalem-Instituts für Politikforschung."

Eine Stadt und ihre Geschichte

Die Wut der Palästinenser

Donald Trump untergräbt mit seiner Entscheidung die Position des gemäßigten Palästinenser-Präsidenten Mahmud Abbas. 

Die radikalislamische Hamas hatte aus Anlass des 70.  Jahrestags der Gründung Israels ohnehin zu Protesten aufgerufen. Bei Auseinandersetzungen mit der israelischen Armee im Gazastreifen wurden mehrere Menschen getötet, tausend Menschen wurden verletzt. 

"Wir befinden uns gerade in einer unberechenbaren Situation", sagte Nahost-Experte Marc Frings von der Adenauer-Stiftung in Ramallah. Problematisch sei aktuell, dass "verschiedene Unruheherde" gemeinsam ihren Höhepunkt fänden, sagte Frings:

Wenn beispielsweise Israel während des Ramadans generell keine Einreisegenehmigungen nach Jerusalem erteilen werde, dann könnte das die Spannungen zusätzlich verstärken.

Die Enttäuschung in der EU

Das sei "gefährlich für den Frieden", sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schon unmittelbar nach Trumps Entscheidung im Vorjahr. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini schätzte, der Beschluss werde die "Rolle der USA in der Region untergraben".

Zur offiziellen Eröffnung am Montag schickten nur drei EU-Staaten ihre Vertreter: Rumänien, Ungarn und Tschechien. Die restlichen EU-Staaten blieben der Feier demonstrativ fern. Ein Beleg für die Spaltung der EU in der Frage.

Die EU setzt auf eine Zwei-Staaten-Lösung. Die scheint aber mit Trumps Entscheidung in weite Ferne gerückt. Ebenso wie ein Beschluss zum Status Jerusalems.

Die Verärgerung in der muslimischen Welt

In der muslimischen Welt wurde Trumps Beschluss heftig kritisiert. 

Fazit: Atomabkommen mit dem Iran, Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem – Donald Trump schafft Fakten. Der Rest der Welt muss für die politischen Folgen zahlen. 

(dpa, AFP/per.)

Das könnte dich auch interessieren:

Fail! Die Berliner Geldtransport-Räuber machten gar keine Beute

Diese Nüsse will die EU heute beim Gipfel knacken

Kanzlerin Merkel will die Flüchtlingsdebatte beenden – Besser spät als nie?

X Folgen aus "X-Factor", die mich heute noch gruseln 

Wieso, verdammt, find ich mich ein Leben lang hässlich?

"Einfach peinlich" – 4 Bayern-Fans sagen, was sie jetzt denken

"Die Sims": In 5 Schritten vom Innenarchitekten zum Serienkiller

Wunderschöner Antrag 😍 Warum Tausende gerade dieses Liebespaar suchen

Heirate doch alleine! 9 Brautjungfern, die (zurecht) die Schnauze voll hatten 🙅

"Die Avocado ist keineswegs böse" – Experte räumt mit Mythen um die Teufelsfrucht auf

Brasiliens Regenwald ist gefährdeter denn je – warum das die ganze Welt bedroht

Dieser aufgeregte Spanier liefert die beste Analyse der Bayern-Wahl 

Rihanna schlägt Super-Bowl-Auftritt aus – wegen ihm hier

Alle schauten weg: Diese 2 Frauen aus NRW aber stoppten den Vergewaltiger

Nach einem Rollstuhltanz beim Supertalent kommen Bruce die Tränen

Ist deine dabei? Diese 13 Kleinstädte sind auf Instagram am beliebtesten

Weil wir sie vermissen: Das wurde aus den 7 "Two and a Half Men"-Stars

Neues Video: So hätte Banksys Kunst-Schredder funktionieren sollen

Tierarzt bittet: Bleib' bei deinem Hund, wenn er stirbt. Auch wenn es hart ist.

So faul – die pinkeln nur einmal die Woche: 7 Fun-Facts über Faultiere

Hat es Saudi-Arabien zu weit getrieben? Merkel, Nahles und Co. machen Druck

Darum sind Microsofts neue Surface-Geräte fast unreparierbar 🙈

"Orange Is the New Black" endet 2019 – so sehen die Stars in echt aus

Simuliertes Wohnen – die Influencer-Welt ist um eine bizarre Geschäftsidee reicher

CDU und AfD haben offenbar gerade ein Konzert der Band Feine Sahne Fischfilet verhindert

Ein schwuler Schüler bittet  den Schwarm der Schule um ein Date – das Video ist ❤️

Leroy Sané gibt Tinder-Tipps – das Ergebnis ist schlimmer als jedes Horrordate

An der Grenze zu Mexiko stoppt die "Karawane der Migranten" – Tausende kehren um

Wie glaubwürdig ist Saudi-Arabiens Geständnis im Fall des getöteten Journalisten? 

Luka Jovic erzielt Fünferpack – diesen 13 Spielern ist das auch schon gelungen

Ein Ticket-Automat in Halle explodiert und tötet einen Mann: Es gibt 2 Festnahmen 

Schwedischer Studentin droht Gefängnis – weil sie einen Abschiebeflug stoppte

Vor 18 Jahren: Christoph Daums Haarprobe sorgt für einen der größten Bundesliga-Skandale

Der Sportreporter unserer Kindheit hört auf 😞 – hier nochmal seine besten Momente

So könnt ihr die Hessen-Wahl verstehen, auch wenn ihr nicht in Hessen wohnt

Feine Sahne bleiben nach Konzertabsage cool – und rufen ihre Fans auf: "Leute, chillt!"

Dank Google könnten eure Android-Smartphones bald ein gutes Stück teurer werden

Damit du dieses Jahr weniger Taschentücher brauchst – so überstehst du die Grippewelle

Die Saudis verbreiten eine neue Geschichte zum Tod von Journalist Khashoggi

Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

"Die Amerikaner können sehr wohl ausblenden, dass ein Idiot im Weißen Haus sitzt"

Bhaskar Sunkara ist eine der interessantesten Figuren in der politischen Sphäre in den USA. Der 29-Jährige hat sich mit seinem "Jacobin"-Magazin zum publizistischen Wortführer einer dezidiert linken Politik hochgeschwungen. 

Dann ist er plötzlich verschwunden. Seine Pressebeauftragte ist ratlos. Fünf Minuten später steht er im Eingang des Kulturcafés an der Zürcher Europaallee. Sein Blick ist fahrig, das Hemd gewechselt, auf seiner Stirn glänzen noch Wassertropfen. Es ist abends um halb 7 und Bhaskar Sunkara sieht ziemlich erschöpft aus.

Der "Jacobin" ist eine Erfolgsgeschichte, wie sie in den USA der Post-Obama-Ära immer häufiger vorkommt: junge linke Bewegungen, Medien, Podcasts usw., die die politische …

Artikel lesen