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Serdar Somuncu (l.) unterstützt Jan Böhmermann (r.). Der Grund: Oiliver Polak (m.) erhebt in seinem Aktuellen Buch Antisemitismus-Vorwürfe gegen Böhmermann.  Bild: imago/montage

Antisemitismus von Böhmermann? Nun spricht Somuncu 

Erst am Sonntag hat Jan Böhmermann im Podcast "Fest und Flauschig" sein Schweigen zu den Antisemitismus-Vorwürfen gebrochen. Zuvor hatte der jüdische Komiker Oliver Polak Kritik an einem Sketch Böhmermanns geäußert und damit eine Debatte in den Medien ausgelöst.

Nun meldet sich mit Serdar Somuncu eine weitere prominente Stimme zu Wort. Der Satiriker, der selbst mit Oliver Polak, über längere Zeit die Radiosendung "Blaue Stunde" machte, distanziert sich in einer Analyse auf seiner Website von Polak. 

Worum geht es in der Debatte? 

Oliver Polak schildert in seinem Buch "Gegen Judenhass" eine Szene, in der ein bekannter TV-Moderator einen antisemitischen Gag auf seine Kosten macht. Die Szene ist anonymisiert. 

Demnach habe der Moderator sich nach dem Händeschütteln mit Polak auf der Bühne die Hände desinfiziert. Vor dem Publikum habe er außerdem gesagt, der Handschlag sei "eklig" gewesen und sich gefragt, ob er sich anstecken könne.

Später stellte heraus: Der Auftritt war 2010 Teil einer Show zum 25. Bühnenjubiläum von Serdar Somuncu. Jan Böhmermann und Klaas Heufer-Umlauf moderierten damals die Sendung.

In der Show wurden Leute, die bestimmte Stereotypen verkörperten, beleidigt und von der Bühne gescheucht – so auch Polak. Jan Böhmermann und Klaas Heufer-Umlauf desinfizierten sich die Hände.

Im Podcast sagte Böhmermann, dass Polak selbst an dem Sketch mitgearbeitet und daher auch gewusst habe, worauf er sich eingelassen habe. Alle hätten ihre Rollen freiwillig selbst gespielt. Weiter sagte er, dass er überrascht über die unseriöse und persönliche Debatte sei, die nun geführt werde. 

Mit Somuncu bekommt Böhmermann nun Unterstützung von einer Person, die zum einen selbst bei dem Sketch dabei war und zum anderen immer wieder mit Polak zusammen gearbeitet hat. Das sind die 4 wichtigsten Zitate aus der Analyse von Somuncu: 

Warum jetzt?

Somuncu fragt sich: 

"(...) warum Oliver Polak just zum Erscheinungsdatum seines aktuellen Buches und immerhin acht Jahre später, nachdem er selbst am Sketch beteiligt war, auf die Idee kommt, Jan Böhmermann und Klaas Heufer Umlauf und mich zu beschuldigen?"

Und weist darauf hin, wie sich er und der Rest der Beschuldigten gegen Rechts engagieren. 

Zum Beispiel, indem sie auf Demos gegen Rechts mitlaufen: 

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Video: watson/Lia Haubner

Und weiter: 

"Wer jetzt unsere Aussage absichtlich missversteht, der ist entweder nicht dazu in der Lage, elementare Verständnisfragen zu bewältigen oder er verfolgt unlautere Absichten."

Welche Absichten sollen das sein?

Somuncu erzählt davon, dass er Polak sehr gut kenne, ihn auch lange Zeit beraten habe. Er spricht sogar von einer Freundschaft. Aber auch davon, dass Polak immer häufiger immer extremere und beleidigendere Auftritte hingelegt habe, um ins Gespräch zu kommen und Karten für seine Auftritte zu verkaufen, woraufhin sich Somuncu selbst immer stärker von Polak distanziert habe: 

"Er bezeichnete Fussballer als Kinderficker, er trieb das Spiel mit den Tabus auf die Spitze. Sex mit Kindern, Masturbation vor Tieren, Behinderte oder Schwule wurden Ziel seiner plumpen Zoten. Bei der Verleihung des Grimme-Preises gab es, nicht zu Unrecht, Kontroversen. Seine Sendung trägt den Untertitel: Gast oder Spast. Sein Jüdischsein wurde dabei mehr und mehr zum einzigen Schutzschild für zahlreiche peinliche Ausfälle, während der erwünschte Durchbruch ausblieb. Im Gegensatz zu seiner Feuilletonprominenz blieben seine Vorstellungen weitgehend leer."

Was sagt er konkret zu den Antisemitismus-Vorwürfen? 

Nach Somuncu sei Böhmermann nun das Bauernopfer, die falsche Person, an der der Vorwurf hängen bleiben würde , und das wahrscheinlich über Jahre hinweg: 

"Der tatsächliche Antisemitismus liegt jedoch nicht darin, dass man seinen Kollegen vorwirft, Antisemiten zu sein, obwohl man selbst daran beteiligt war, die Nummer zu schreiben. Sondern er liegt darin, dass man im Nachhinein das Wort Jude, obwohl es in diesem Sketch noch nicht einmal ausgesprochen wurde, so negativ konnotiert, dass erst daraus eine skandalöse Situation entsteht. Polak fliegt am Ende des Sketches raus, nicht weil er Jude, sondern obwohl er Jude ist. Mit Hilfe einer undifferenzierten Berichterstattung entsteht dadurch ein Skandal, bei dem sich niemand um die Umstände kümmert und noch nicht einmal fragt, ob es nicht andere Dinge gibt, die dringender zu besprechen wären."

Warum äußert sich Somuncu? 

Er sei der Meinung, dass in der Causa Polak aus Eigennutz Grenzen überschritten worden seien, die anderen gesetzt würden. 

"Ich kann bedingt nachvollziehen, wenn man ein Produkt vermarkten will und dafür in Kauf nimmt, wissentlich Unwahrheiten zu verbreiten. Ich kann aber nicht verstehen, dass man dabei so weit über die Grenze geht und anderen Menschen schadet, ohne dass sie es wirklich verdient hätten. Ich wünsche mir, dass sich die Beteiligten noch einmal ernsthaft Gedanken darüber machen, ob sie mit ihrem Vorgehen, ihrem Anliegen wirklich genutzt haben."

(hd) 

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