Dieser Uni-Professor kommt der AfD-Beschwerdeplattform genial zuvor

Johannes Varwick ist Professor für politische Wissenschaft. An der Universität Halle-Wittenberg lehrt und forscht er zu Internationalen Beziehungen und Europäischer Politik.

Außerdem bildet er Lehrer aus.

Und das wiederum bringt ihn in Konflikt mit der AfD.

Denn die Partei hatte in mehreren Bundesländern angekündigt, Beschwerdeplattformen für AfD-kritische Lehrer einzurichten. Die Partei behauptet, in Schulen negativ dargestellt zu werden und möchte über diese Plattform "Verstöße gegen das Neutralitätsgebot" melden lassen.

Doch nicht mit Varwick. Denn der Professor nimmt der Partei diese Arbeit sozusagen ab. Und legt auf Twitter ein umfassendes Geständnis ab:

In seinem "Geständnis" schreibt Varwick:

"Wir gestehen, dass wir uns kontinuierlich auf das Grundgesetz berufen und die Diskriminierung von Menschen aufgrund von Hautfarbe, Herkunft, politischer oder religiöser Überzeugung nicht erlaubt haben."

Sein Lehrstuhl werbe für Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt und würde daher auch inhaltliche Tabubrüche der AfD thematisieren. Denn diskriminierende oder rassistische Äußerungen müssten benannt werden.

Auch Inhalte der von der AfD bekämpften Medien würden in seinen Lehrveranstaltungen zum Einsatz kommen: Lügen, Halbwahrheiten und Ungenauigkeiten müssten analysiert und interpretiert werden.

Abschließend schreibt Varwick:

"Wir gestehen, dass wir die Zeit des Nationalsozialismus nicht als kleinen "Vogelschiss" behandelt haben, sondern als das, was sie war: Ein verbrecherischer, undemokratischer und zutiefst menschenrechtsverletzender Teil der deutschen Geschichte (...)." 

Varwicks offener Brief wurde schon mehrere hundert Mal geliked und geteilt.

(gw)

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