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Gesundheitliche Probleme – Wagenknecht kandidiert nicht mehr als Linken-Fraktionschefin

11.03.2019, 15:2711.03.2019, 16:14

Paukenschlag bei der Linkspartei. Fraktionschefin Sahra Wagenknecht kandidiert nach vier Jahren im Amt im Herbst nicht erneut. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus Fraktionskreisen. Auch das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtete darüber. Zur Begründung verwies Wagenknecht demnach auf gesundheitliche Probleme.

Zuletzt hatte Wagenknecht wegen einer nicht näher genannten Krankheit zwei Monate lang pausiert und deshalb auch beim Linken-Parteitag in Bonn gefehlt. Inzwischen gehe es ihr wieder gut, teilte sie am Montag der Fraktion mit. Allerdings habe ihr die lange Krankheit Grenzen aufgezeigt, die sie in Zukunft nicht mehr überschreiten wolle. Auslöser seien Stress und Überlastung gewesen.

Es ist der zweite Wagenknecht-Rückzug innerhalb weniger Tage. Erst am Wochenende war bekannt geworden, dass Wagenknecht sich ein halbes Jahr nach Gründung ihrer linken Sammlungsbewegung "Aufstehen" aus der Führung zurückziehen wird.

Wagenknecht hat sich auch aus "Aufstehen"-Spitze zurückgezogen

"Wir brauchen eine Neuaufstellung an der Spitze von "Aufstehen"", sagte die 49-Jährige der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Die Parteipolitiker sollten sich zurücknehmen, das betrifft auch mich selbst. Sie waren mit ihren Erfahrungen anfangs notwendig. Aber jetzt ist es richtig, Verantwortung abzugeben."

Über ihre Gesundheit sagte Wagenknecht:

"Ich war jetzt knapp zwei Monate krank, und die gesundheitlichen Probleme waren eine direkte Folge des extremen Stresses, den ich in den letzten Jahren hatte. Inzwischen geht es mir wieder gut, aber ich muss in Zukunft mein Arbeitspensum etwas anpassen und eine neue Balance finden."
"FAZ"

Wagenknecht hatte "Aufstehen" Anfang September zusammen mit ihrem Ehemann Oskar Lafontaine gestartet, um linke Wähler zu erreichen, die sich von den klassischen Parteien abgewendet haben. Bei der Linken stieß sie damit auf viel Ablehnung, auch die Spitzen von SPD und Grünen reagierten skeptisch. Heute zählt die Bewegung nach eigenen Angaben rund 170 000 Unterstützer, spielt politisch aber keine sichtbare Rolle. Anders als bei Parteien muss man keinen Mitgliedsbeitrag zahlen und kann sich einfach im Internet anmelden.

Innerhalb der Linkspartei war Wagenknecht schon lange nicht mehr unumstritten. Vor allem ihre Haltung in der Flüchtlingspolitik brachte ihr viel parteiinterne Kritik ein.

(hau/dpa)

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