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U-Bahnhof, Friedrichstrasse, Mitte, Berlin, Deutschland U-Bahnhof Friedrichstrasse Mitte Berlin Deutschland

U Station Friedrichstrasse centre Berlin Germany U Station Friedrichstrasse centre Berlin Germany

Volle Bahnhöfe, wenig Personal und viel Verspätung: Damit muss beim Warnstreik gerechnet werden. Bild: imago stock&people

Warnstreiks bedeuten volle Bahnen und Verspätungen – genau das Richtige!

Alles läuft drunter und drüber, in Deutschland streikt der Öffentliche Dienst. Angestellte der Städte fordern bessere Löhne. Am Freitag wird deshalb sogar der Nahverkehr der Hauptstadt Berlin mal eben ausfallen. Um die zwei Millionen Fahrgäste steigen dann auf Alternativen um. Die Straßen werden verstopft, die wenigen S-Bahnen überfüllt sein. Wie gesagt, alles drunter und drüber –  viele von uns werden mit einiger Verspätung zur Arbeit kommen. Bevor wir uns aber ärgern, sollten wir uns einmal mehr ins Gedächtnis rufen: Für den Streik ist das alles extrem wichtig. Und der Streik ist für uns wichtig.

Alle Jahre wieder passiert es

Angestellte in Schulen, Kindertagesstätten, Behörden und im öffentlichen Nahverkehr legen die Arbeit nieder. Vorausgegangen sind dann erfolglose Tarifverhandlungen über eine höhere Bezahlung.

Das geht schon so, seit es Angestellte gibt:

Genauso tauchen an solchen Streiktagen dann auch die Kamerateams auf, die die Stimmen der "Streik-Opfer" einfangen sollen: Da wird dann ein gestresster Mensch mit Aktentasche gefilmt, der wegen der verspäteten U-Bahn sein wichtiges Meeting verpasst. Oder eine Angestellte, die doch pünktlich zur Arbeit muss, damit im Betrieb alles rund läuft. Unter dem Streik, so wird suggeriert, leiden die Menschen persönlich. So kommen dann solche Zitate zustande:

"Wir haben schon die Berlinale und das Fußballspiel. Ich finde es eine Sauerei"

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Video: YouTube/Berliner Morgenpost

Natürlich kann man diese Meinung haben. Die eigene Sache ist vielen Menschen wichtiger, als der Lohnkampf eines Fremden. Dennoch setzen solche Denkmuster die Streikenden bewusst oder unbewusst zu Tätern herab. Frei nach dem Motto: Durch Nichtstun schaden sie der Gesellschaft. Und all jenen, die weiter arbeiten wollen.

Aber diese Argumentation ist zu einfach.

Nicht nur Arbeitnehmer gehören bei einem Tarifstreit zu den Verantwortlichen, sondern auch die Arbeitgeber. Im aktuellen Fall: der Staat selbst. Er will im Streit um den Lohn seiner Angestellten genauso wenig nachgeben, wie die Streikenden. Er trägt eine Mitschuld, dass der Bus oder die Bahn nicht kommt. Es ist unfair, nur die verantwortlich zu machen, die ihr gutes Streik-Recht ausüben. Zumal der öffentliche Dienst täglich für uns alle arbeitet.

Im Gegenteil: Bekommen die Streikenden mehr Rückhalt von uns, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie bessere Löhne für sich aushandeln können. Und dann würde es auch schnell wieder weiter gehen in Bussen, Bahnen, in Kindergärten und Schulen. Vielleicht dann sogar mit mehr Motivation, das wäre in unser aller Interesse.

Abhorstung jetzt: Die besten Plakate zum Protest in München

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Video: watson/Lia Haubner

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    Alle Leser-Kommentare
  • Arebs Yakumo (1) 13.02.2019 11:22
    Highlight Highlight Ich persönlich ärgere mich über jeden Streik. Jedoch nicht, wegen den Arbeitnehmern: Sie haben das gute recht zu streiken und es ist gut, dass sie es machen. Viele Firmen könnten aber diese Streiks schon wesentlich früher verhindern, anstatt sie zu provozieren.

Welcher 1.-Mai-Demo-Typ bist du? Eher Straßenfest, oder doch Straßenschlacht?

Am Mittwoch gehen Menschen in ganz Deutschland auf die Straße. Für die einen ist der 1. Mai ein arbeitsfreier Tag samt Bier-gefülltem Bollerwagen. Für die Gewerkschaften geht es um die Rechte der Arbeitnehmer. In Städten wie Berlin und Hamburg steht der 1. Mai vor allem für linksradikale Proteste, die in der Vergangenheit nicht selten in Ausschreitungen mit der Polizei endeten.

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