Deutschland
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
Grunge rainbow flag background

Bild: iStockphoto/Watson montage

Wie gut geht es Homosexuellen in der Bundeswehr? Darüber gibt es jetzt Streit

Die Präsidentin der Bundeswehr-Universität in München wollte offenbar betonen, wie modern die Truppe geworden ist. In einem Interview mit der "Welt" sprach Merith Niehuss deshalb kürzlich über den "großen feministischen Einfluss" auf die Soldatinnen und Soldaten.

Auch bei der Frage nach der "Diversity", also der Einbeziehung von homosexuellen und Transgender-Soldaten, sei "die Bundeswehr dem Rest der Gesellschaft wieder voraus, wo diese Frage nicht diskutiert wird", sagte Niehuss.

Das sieht eine wichtige Interessensvertretung eben dieser Soldaten allerdings anders. Die Truppe, so schreibt der Arbeitskreis Homosexueller Angehöriger der Bundeswehr (AHsAB) in einer Stellungnahme, sei beim Thema zwar auf einem Weg, aber eben noch lange nicht am Ziel.

Die Wahrnehmung der Präsidentin sei "nicht die Realität der gesamten Bundeswehr". Ein Streit in 3 Punkten.

Der Fortschritt sei kleiner als dargestellt

Das AHsAB hat ein Schreiben veröffentlicht, in dem der Verein zwar anerkennt, dass sich unter Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen einiges getan habe.

Der Vereinsvorstand aber schreibt: "Aus unserer täglichen Arbeit wissen wir, dass es abhängig vom Dienstort, Truppengattung, Dienstgrad und Karrierezielen noch immer schwer bis unmöglich ist, ein freies selbstbestimmtes Leben zu führen."

Weiter heißt es:

"Bei Opfern von Mobbing, Diskriminierung und Gewalt gibt es auch bei der Bundeswehr noch Angst damit offen umzugehen."

Der Verein glaubt zwar, dass sich die Führung in Berlin durchaus mit dem Thema befasse, das allein reiche aber nicht aus.

Missdeutung von Aufklärungs-Initiativen

Es gibt auch einen Konflikt darüber, wie die Aufklärung in der Truppe konkret vonstatten geht.

So lobt Niehuss ausdrücklich einen speziellen Workshop im Verteidigungsministerium Ende 2017, bei dem sich alle Soldatinnen und Soldaten hätten outen können, die sich outen wollten.

"Das war ein ganz bemerkenswerter Tag in Berlin, an dem viele Transgender-Personen, auch im Offiziersrang, und ganz viele Homosexuellengruppen aufgetreten sind. Die haben sich sehr gefreut, dass mit ihnen normal umgegangen wird", sagte die Uni-Präsidentin.

Und wieder: Die Vertreter besagter Gruppen haben die Sache anders erlebt. Weder sei ein "Outing" die Intention des Workshops gewesen, noch seien Betroffene aufgefordert worden, sich "jetzt" zu outen. Allein die Vorstellung, dass es so gelaufen sein könnte, irritiert die Vertreter der Homosexuellen Soldaten.

Sie schreiben:

"Ein Outing kann nicht befohlen werden. Es erfolgt dann, wenn sich Betroffene sicher fühlen."

Beauftragter der Bundeswehr

Ein dritter Konfliktherd versteckt sich hinter der Position des "Beauftragten für Homosexuelle", den es bei der Bundeswehr durchaus gibt. Für Niehuss ist sie ein Zeichen des Fortschritts.

AHsAB kritisiert aber, dass nur wenige Betroffene den Mut fänden, sich an diese Stelle zu wenden. Solche Posten würden "nach militärischer Logik besetzt. Nur selten findet man hier selbst Betroffene, welche aufgrund ihrer Erfahrungen Hilfesuchenden helfen können".

Diese Ansicht teilen übrigens nicht alle in der Truppe. Hört man sich bei anderen homosexuellen Soldaten um, gibt es durchaus auch Zufriedenheit mit der Stelle. "Dort arbeiten auch homosexuelle Soldaten, und warum sollen Nichtbetroffene keine guten Helfer sein?", fragt ein Betroffener gegenüber watson.

Das sagt das Verteidigungsministerium

Im Verteidigungsministerium selbst möchte man nichts zum Streit direkt sagen. Eine Sprecherin kommentiert allerdings gegenüber watson:

"Für die Bundeswehr spielen Eignung, Leistung und Befähigung von Menschen eine Rolle - vollkommen unabhängig von Geschlecht, ethnischer Herkunft, Religion, Weltanschauung, Behinderung, Alter oder auch sexueller Orientierung oder Identität." Die Bundeswehr begreife Vielfalt als Gewinn.

Rechte machen Kampagne gegen Trans-Soldaten – um ihren eigenen Mythos einer harten Truppe aufrecht zu erhalten:

Bilder vom Nato-Manöver "Trident Juncture"

Die Bundeswehr macht in ihrer neuen Doku auf "Call of Duty"

abspielen

Video: watson/Max Biederbeck, Lia Haubner, Marius Notter

Das könnte dich auch interessieren:

Wer zeigt die Spiele? Wer wartet im Halbfinale? Alle Antworten zur Handball-WM

Link zum Artikel

Pusten, sonst startet das Auto nicht – 8 Fragen zu Alkolocks

Link zum Artikel

Geschmackloser WhatsApp-Kettenbrief droht Kindern mit Tod von Mutter – per Sprachnachricht

Link zum Artikel

Erklären Sie mir das, Frau Rowling! Die 11 größten Handlungslücken in "Harry Potter"

Link zum Artikel

Der Verfassungsschutz soll die AfD in Ruhe lassen, findet Sahra Wagenknecht – kein Wunder

Link zum Artikel

"Armutszeugnis für Europa" – Deutschland pausiert Teilnahme an Mittelmeer-Mission Sophia 

Link zum Artikel

Ihr fragt, wir antworten: Was ist eigentlich dieses Harz beim Handball?

Link zum Artikel

Polizist sucht Unbekannte – und das Internet reagiert von "süüüß" bis "Creep" 

Link zum Artikel

Weil Montag ist: 5 präsidiale Bilder des neuen HSV-Präsidenten Marcell Jansen

Link zum Artikel

Die Amazon-Bewertungen zu diesem Vagina-Parfum sind... geil?

Link zum Artikel

Warum Zehntausende Menschen jedes Jahr durch Schlangenbisse sterben

Link zum Artikel

"Die Schlampe lügt'" – Chris Brown streitet Vergewaltigungsvorwurf ab

Link zum Artikel

Wie dich "The Crown" dazu bringen wird, Margaret Thatcher zu lieben

Link zum Artikel

Mechaniker bis BWL-Student – das macht das Handball-Nationalteam beruflich

Link zum Artikel

Eltern alarmiert: Eine sächsische Schule lehrt "Rassentheorien"

Link zum Artikel

Liverpools Milner wurde vom Platz gestellt – von seinem Ex-Grundschullehrer

Link zum Artikel

Macron wollte möglichst viel möglichst schnell – nun droht ihm die Entzauberung

Link zum Artikel

Diese Personen wollen Trump vom Thron stoßen – und so stehen ihre Chancen

Link zum Artikel

Siewert und Co – wie der BVB zum Trainer-Sprungbrett für England wurde

Link zum Artikel

Rechte Gewalt am Wochenende – diese 2 Vorfälle solltet ihr kennen

Link zum Artikel

WhatsApp beschränkt Weiterleiten-Funktion – um Desinformation und Gerüchte zu bekämpfen

Link zum Artikel

Reiß dich zusammen, diesen Leuten geht's definitiv schlechter als dir

Link zum Artikel

Diese 7 Videos zeigen, dass Kevin-Prince Boateng Barca verzaubern wird

Link zum Artikel

"Wir waren nie Freunde": Die Social-Media-Battles der Stars

Link zum Artikel

Technokreuzfahrt: Drogenspürhund geht seiner Arbeit nach und erleidet Überdosis 

Link zum Artikel

Trump ist einem Transgender-Verbot im Militär ein Stück näher

Link zum Artikel

Wie Mourinho eine Sperre mit einem Wäschekorb umging – und den FC Bayern schlug

Link zum Artikel

"An die Typen, die mich am Strand ausgelacht haben...F*** Euch!"

Link zum Artikel

Nach Rassismus-Vorwürfen – Fler entschuldigt sich für N-Wort-Witze

Link zum Artikel

Es lag nicht an dir, sondern an WhatsApp! Die App war weltweit gestört 

Link zum Artikel

Diese Filme, Schauspieler (und Donald Trump) sind für den Anti-Oscar nominiert

Link zum Artikel

"Habe bei der WM nie simuliert" – Neymar spricht über Schwalben und Drogen-Gerüchte

Link zum Artikel

"Nicht alle zu Nazis abstempeln" – so verteidigt Sahra Wagenknecht Wutbürger von Chemnitz

Link zum Artikel

May hat ihren "Plan B" im Unterhaus vorgestellt – und die EU hat schon Nein gesagt

Link zum Artikel

Mit einem Sieg ziehen die deutschen Handballer schon heute ins Halbfinale ein

Link zum Artikel

Flugzeug mit Fußballer Emiliano Sala an Bord von Radar verschwunden

Link zum Artikel

"Nächster Einschlag wird kommen" – wie Experten Geschosse aus dem All abwehren wollen

Link zum Artikel

Lady Gaga ist für den Oscar nominiert – falls sie gewinnt, wissen wir schon, was sie sagt

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Olaf Scholz will Bundeskanzler werden und Hartz-IV abschaffen 

Fast drei Jahre vor der nächsten Bundestagswahl erklärt SPD-Vize und Finanzminister Olaf Scholz seine Ambitionen auf das Kanzleramt. "Die SPD will den nächsten Kanzler stellen", sagte der Vizekanzler der "Bild am Sonntag". Auf die Frage, ob er selbst sich das Amt des Bundeskanzlers zutraue, erklärte er: 

Im Hinblick auf eine mögliche Urwahl des SPD-Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl verwies Scholz auf seine persönlichen Beliebtheitswerte:

Der frühere SPD-Vorsitzende Martin Schulz hatte …

Artikel lesen
Link zum Artikel