Deutschland
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
Bild

Das Kohlekraftwerk Duisburg-Walsum Bild: imago/Jochen Tack

Einigung bei Kohleausstieg für 2038 – und die Wirtschaft freut sich

Es ist ein Ausstieg, mit dem vor allem die Wirtschaft gut leben kann.

Deutschland soll bis spätestens Ende 2038 keine Kohle mehr zur Stromerzeugung verbrennen. Auf dieses Ausstiegsdatum einigte sich die von der Regierung eingesetzte Kohlekommission nach einem 21-stündigen Verhandlungsmarathon am frühen Samstagmorgen. Gewerkschaften und Energieverbände waren zufrieden.

Umweltverbände kritisierten, der Ausstieg komme zu spät. 

Die Verhandlungen im Bundeswirtschaftsministerium hatten am Freitagmorgen um 08.00 Uhr begonnen. Sie standen nach Angaben von Umweltverbänden mehrmals vor dem Scheitern. "Zäh" seien sie insbesondere mit den vom Kohleausstieg betroffenen ostdeutschen Bundesländern verlaufen. 

Für Energie-Wirtschaft der erhoffte Durchbruch

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) nannte die Einigung den erhofften Durchbruch. Nun bestehe die Chance, dringend notwendige Fortschritte beim Klimaschutz zu erzielen. Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer, Mitglied der Kommission, sagte der Nachrichtenagentur AFP, vereinbart worden sei die Möglichkeit, im Jahr 2032 noch einmal zu überprüfen, ob ein Ausstieg bereits bis 2035 gelingen könne. 

Bis Ende 2022 sollen zudem insgesamt 12.5 Gigawatt Leistung aus Kohlekraftwerken vom Netz, das im Bau befindliche Kohlekraftwerk Datteln 4 soll demnach gar nicht erst in Betrieb gehen. Nach Schätzung der Kommission würden so im Vergleich zu 1990 bis Ende 2022 rund 45 Prozent Kohlendioxid eingespart. 

Die Kommission empfiehlt Kapferer zufolge der Bundesregierung, mit den betroffenen Energieunternehmen Entschädigungen für Stilllegungen auszuhandeln. Verglichen mit anderen Ausgaben – etwa für die vom Ausstieg betroffenen Bundesländer – sei dies aber ein "geringer Posten".

Die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt hatten 1,0 bis 1,5 Milliarden Euro pro Jahr vom Bund gefordert. Nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vergangene Woche hatten sich die Ministerpräsidenten zufrieden mit den zugesagten Finanzhilfen gezeigt, aber keine Summen genannt. 

Für Greenpeace ist das Datum 2038 inakzeptabel

Martin Kaiser von Greenpeace, Mitglied der Kommission, begrüßte, dass Deutschland "nun endlich einen Fahrplan hat, wie das Land kohlefrei werden kann". Weitere Kohlekraftwerke werde es nicht mehr geben. Zudem seien der Hambacher Forst und Dörfer in Westdeutschland gerettet, weil der benachbarte Tagebau Hambach nicht vergrößert wird. 

Allerdings sei es für Greenpeace "inakzeptabel", erst im Jahr 2038 aus der Kohle auszusteigen, sagte Kaiser. Das mache die Umweltorganisation in einem Sondervotum klar.

Koeln, DEU, 01.12.2018 Greenpeace - Geschaeftsfuehrer Martin Kaiser spricht bei der Demonstration unter dem Motto - Kohle stoppen - Klimaschutz jetzt - Foto: Bernd Lauter/berndlauter.com CoverSpot

Martin Kaiser bei einer Kundgebung für den Kohlestopp. Bild: imago stock&people

Für die Beschäftigten in der Kohleverstromung sei es gelungen, "Sicherheit vor sozialen Härten zu schaffen", erklärte der Chef der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, Michael Vassiliadis, Mitglied in der Kohlekommission. Für sie sind demnach betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen, sie können mit staatlichem Anpassungsgeld früher in Rente gehen oder erhalten Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Job. 

Die Kohlekommission war im Sommer von der Regierung eingesetzt worden, um einen sozial verträglichen Kohleausstieg zu organisieren. Sie macht allerdings nur Vorschläge, Entscheidungen trifft die Politik.

Die Hauptgeschäftsführerin des Verbandes kommunaler Unternehmen, Katherina Reiche, sprach von einer "guten Grundlage", um die Kohleverstromung zu gestalten. "Wir richten die Erwartung an die Bundesregierung, die Empfehlungen der Kommission umzusetzen."

Bislang stammen in Deutschland fast 40 Prozent des Strom aus Kohlekraftwerken. Braunkohlekraftwerke erzeugten im Jahr 2017 knapp 20 Gigawatt Energie, Steinkohlekraftwerke 22.7 Gigawatt. 

Eine möglichst schnelle Beendigung der Kohleverstromung ist ein besonders wirksamer Weg, die weitere Erwärmung des Klimas zu bremsen: 2016 stießen die Stein- und Braunkohlekraftwerke 28 Prozent der Gesamtemissionen Deutschlands aus. Anteil der Kohlekraftwerke an den Gesamtemissionen der Energiewirtschaft betrugen 2016 etwa 70 Prozent. 

(afp)

Das könnte dich auch interessieren:

Militärdienst für die Jungs von BTS – das denken die K-Popstars darüber

Link zum Artikel

Politiker-Lügen, Manager-Boni: Wir leben in einer schamlosen Zeit

Link zum Artikel

Sri Lanka: Einheimische Islamisten sollen die Anschläge verübt haben

Link zum Artikel

Exklusiv: 5 unangenehme Fragen an einen White Walker

Link zum Artikel

Defekte Displays – Samsung verschiebt weltweiten Verkaufsstart des Galaxy Fold

Link zum Artikel

Diesen ekligen Sitznachbarn im Flugzeug will keiner haben

Link zum Artikel

Wie Hartz IV meine Familie verändert hat

Link zum Artikel

Trotz Verbots: Polnische Gemeinde verbrennt wieder antisemitische "Judaspuppe"

Link zum Artikel

Der Cast von "Avengers: Endgame" hat das beste Musik-Remake des Jahres herausgebracht

Link zum Artikel

Getötete Journalistin in Nordirland: Militante Gruppe veröffentlicht Bekennerschreiben

Link zum Artikel

Dieses Rätsel ist so einfach, du wirst es niemals zugeben, wenn du es nicht lösen kannst

Link zum Artikel

E-Auto als Klimasünder? Neue Tesla-Studie sorgt für Wut – weil sie Mängel aufweist

Link zum Artikel

Das? Das ist nur die wohl umfangreichste Schatzkarte aller bisherigen Zeiten

Link zum Artikel

PAOK Saloniki wird erstmals seit 34 Jahren Meister – und die Ultras drehen völlig ab

Link zum Artikel

FPÖ provoziert mit "Ratten-Gedicht" über Geflüchtete – Kanzler Kurz: "abscheulich"

Link zum Artikel

Sex-Szene bei "Game of Thrones" – die Fans flippen aus

Link zum Artikel

Erdbeben auf den Philippinen: Hier stürzt ein Hochhaus-Pool auf die Straße

Link zum Artikel

Sie eiferte Steve Jobs nach – und wurde zur größten Betrügerin im Silicon Valley

Link zum Artikel

Sri Lanka: Zahl der Todesopfer steigt auf 310 – Hinweise auf "Vergeltung" für Christchurch

Link zum Artikel

Journalistin macht sich über Enissa Amani lustig – deren Fans starten eine Insta-Hetzjagd

Link zum Artikel

An Hitlers Geburtstag legt die Schweiz die Nazi-Elf aufs Kreuz

Link zum Artikel

Böhmermann macht aus "GoT" die "Game of Shows" – mit Gottschalk und LeFloid

Link zum Artikel

Influencerin geht in Neuseeland baden – und wird dafür abgestraft

Link zum Artikel

Ukraine-Wahl: Komiker Selenskyj neuer Präsident

Link zum Artikel

"Game of Thrones": Ein beliebter Charakter lebt noch

Link zum Artikel

So instrumentalisieren rechte Ideologen den Brand von Notre-Dame für ihre Zwecke

Link zum Artikel

Diese Iranerin zog ihr Kopftuch aus und muss jetzt ein Jahr ins Gefängnis

Link zum Artikel

Hartz-IV-Sanktionen in der Schulzeit: "Ich lebte von 30 Euro im Monat"

Link zum Artikel

"Wir sind nicht bei der WM!" Club aus Brandenburg hat 5 Regeln für Helikopter-Eltern

Link zum Artikel

Bei der Hillsborough-Tragödie sterben 96 Fans – und werden dafür beschuldigt

Link zum Artikel

Vermisst und wieder aufgetaucht – 7 Fälle von Kindern, die verschwunden waren

Link zum Artikel

Der HSV wirbt mit seinen Fans – nur sind's keine Hamburger. Sondern Magdeburger!

Link zum Artikel

Weil Erdogan kam, drang die Polizei in das Büro dieses Abgeordneten ein – jetzt klagt er

Link zum Artikel

"Junge Mädchen werden hier kaputtgefickt" – Ex-Prostituierte will Sexkaufverbot erreichen

Link zum Artikel

Erstes Foto von einem Schwarzen Loch – und das Internet so 🤷‍♀️

Link zum Artikel

Findest du heraus, welche dieser traurigen Tier-Fakten stimmen?

Link zum Artikel

Die coolste Socke gehört auf den "GoT"-Thron! #TeamTyrion

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

"Dieser Korinthenkacker" – die 7 herrlichsten Ausraster in 20 Jahren BVB-Netradio

Von Neuseeland bis nach Neckarsulm hören Woche für Woche Tausende Fans die Spiele von Borussia Dortmund via Live-Reportage des BVB-Netradios. Das Kommentatoren-Duo Nobby Dickel und Boris Rupert ist dabei so beliebt, dass die Fans gar nicht mehr ohne sie können: Der BVB hat mal entschlüsselt, dass jeder dritte BVB-Fan das Netradio während einer TV-Live-Übertragung hört und stattdessen den Fernsehton herunterdreht.

Schon Meister-Macher Jürgen Klopp verriet: "Ich finde es cool, ich bin seit jeher …

Artikel lesen
Link zum Artikel