International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
France's President Emmanuel Macron delivers a speech during a meeting with French mayors at the Elysee Palace, in Paris, France November 21, 2018. Thibault Camus/Pool via REUTERS

Staatspräsident Emmanuel Macron verteidigt seinen Erlass. Bild: X80003

Premiere: Frankreich will geraubte Kunst an Afrika zurückgeben. Freitag entscheidet Macron

Lange hat Frankreich gewartet. Am Freitag wird es ernst. Dann übergibt eine Expertenkommission um die renommierte Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ihren Bericht zur Kunst, die die Kolonialmacht in Afrika geraubt und in französische Museen verschleppt hat. 

Macron plant nichts weniger als eine Revolution. Frankreichs Präsident will mit kolonialen Traditionen brechen und hat die Rückgabe afrikanischer Kunstwerke an die Herkunftsländer versprochen. Am Freitag nimmt der Staatschef einen Expertenbericht zum Thema an. Französische Museen blicken mit Unruhe auf die Entwicklung, die einen Präzedenzfall in Europa schaffen könnte. In Afrika stößt der Bericht dagegen auf einen positiven Widerhall.

"Afrikas Erbe kann nicht nur in europäischen Privatsammlungen und Museen bleiben", hatte Macron im vergangenen Jahr bei einer Reise nach Burkina Faso gesagt und damit Hoffnungen in den früheren Kolonien geweckt. Die französische Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy und der senegalesische Schriftsteller und Ökonom Felwine Sarr haben nun im Auftrag des Staatschefs die Bedingungen zur Rückgabe von Werken untersucht, die zwischen 1885 und 1960 nach Frankreich kamen.

Der Bericht der beiden Wissenschaftler erhält eine umfangreiche Aufstellung der afrikanischen Kunstwerke in Frankreich. Um eine Rückgabe bestimmter Werke in Gang zu bringen, sei eine offizielle Anfrage eines der betroffenen afrikanischen Länder notwendig, heißt es in dem Bericht.

Betroffen sind theoretisch 90.000 afrikanische Kunstwerke in Frankreich. Davon gehören rund 70.000 zum Bestand des Museums für außereuropäische Kunst am Pariser Quai Branly an der Seine, unweit des Eiffelturms. Es hat eine große Sammlung afrikanischer Masken, Skulpturen und anderer Kunstgegenstände.

Vertreter Afrikas begrüßten die Bemühungen Macrons und den Bericht. Damit seien afrikanische Länder "nur noch einen Schritt entfernt" von der Rückgabe ihres kulturellen Erbes durch Frankreich, sagte die Präsidentin der Zinsou Kunststiftung in Benin, Marie-Cécile Zinsou. Auch der Leiter des Museums der schwarzen Zivilisationen im Senegal sprach von einer "guten Entscheidung, die den Gang der Geschichte widerspiegelt."

Und was macht Deutschland?

Auch in Ländern wie Deutschland, Großbritannien und Belgien gibt es eine Debatte über die Rückgabe von Kunstwerken aus der Kolonialzeit.

Deutschland und seine umtriebige Kulturstaatssekretärin Monika Grütters, CDU, tun sich mit der Debatte aber schwer. Derzeit wird im Zentrum Berlins das alte Stadtschloss als Humboldt Forum wiedererrichtet. Geplant war der Bau als weltoffenes Museum für die in Dahlem gelagerten Kulturschätze aus aller Herren Länder – nun stellt sich auch in Deutschland die Debatte: Was tun mit der geraubten Kunst? Doch das politische Berlin schweigt. 

Umfrage

Soll Deutschland in der Kolonialzeit geraubte Kulturgüter zurückgeben?

  • Abstimmen

106 Votes zu: Soll Deutschland in der Kolonialzeit geraubte Kulturgüter zurückgeben?

  • 70%Ja, Kunstraub ist Kunstraub. Moralisch verjährt das nicht.
  • 24%Nein, ich hab mich an den Pergamon-Altar in Berlin gewöhnt.
  • 5%Mir egal. Hauptsache die Exkursionen ins Museum werden kürzer.

(afp)

Top Ten der Bestverdienerinnen

Die ersten Thai-Kinder sind befreit, die Rettung geht weiter

abspielen

Video: watson/team watson

Das könnte dich auch interessieren:

Nach rassistischem Pullover – Rapper nehmen Entschuldigung von Gucci nicht an

Link zum Artikel

Hauptsache weiterhin männlich – die verzweifelte Suche der Kirche nach Priestern

Link zum Artikel

Rechtsextremismusverdacht: Bundeswehr suspendiert offenbar Elitesoldaten

Link zum Artikel

Teste den Sound von DOCKIN und sag uns deine Meinung!

Link zum Artikel

Suche nach Fußballer Sala –  Erste Leiche aus Flugzeugwrack geborgen

Link zum Artikel

"Wenn's dir gefällt, mach es einfach" – wieso Alexander in die sibirische Kälte zog

Link zum Artikel

Die Karriere von Rudi Assauer in 15 bewegenden Bildern

Link zum Artikel

Wenn du Andrea Nahles heißt, dürften dir diese Umfrage-Ergebnisse nicht gefallen

Link zum Artikel

Kartellamt verpasst Facebook blaues Auge – muss Zuckerberg das Datensammeln einstellen?

Link zum Artikel

Trump nominiert Ökonom Malpass als Weltbank-Chef – sein Idee ist an Ironie kaum zu toppen

Link zum Artikel

Jetzt erkennen die Briten langsam den Brexit-Irrsinn – Panik kommt auf

Link zum Artikel

"Kritische Schwelle" erreicht: So heiß wird die Erde in den nächsten 5 Jahren

Link zum Artikel

Jodel: Auf einer Party rast sie aufs Klo – und merkt zu spät, dass es gar keins war...

Link zum Artikel

Zigaretten rauchen erst ab 100 Jahren und 7 weitere kuriose Gesetze

Link zum Artikel

Gasexplosion in San Francisco – Flammen schießen meterhoch aus dem Boden

Link zum Artikel

9 Promis, die gerne (un)heimlich im Foto-Hintergrund rumlungern

Link zum Artikel

Wenn du deinen Job auch so im Griff hast wie diese 17 Menschen, darfst du heute früher heim

Link zum Artikel

"Weißbier trinken und die Klappe halten" – Assauers 14 ikonischste Zitate

Link zum Artikel

"Aber so ist es halt grad" – wir haben 3 Obdachlose an ihre Schlafplätze begleitet

Link zum Artikel

Kartellamt schränkt Facebook beim Datensammeln ein

Link zum Artikel

Netflix macht's einfach selbst – und will 3 Filme mit deutschen Stars drehen

Link zum Artikel

Stelle dich unserem ultimativen GNTM-Quiz für Superfans!

Link zum Artikel

WLAN auf dem Mars? Bibis Beauty Palace liefert TV-Blamage für die Ewigkeit

Link zum Artikel

Weil 5 Pfarrer Geflüchteten halfen, wurden nun ihre Häuser durchsucht

Link zum Artikel

Spieler selbst aufstellen – dieser Verein ist der Traum jedes FIFA-Fans

Link zum Artikel

Real gratuliert Ronaldo nicht zum Geburtstag – und die CR7-Fans sind empört

Link zum Artikel

Das Wunder von Montana: Gefrorene Katze Fluffy wurde aufgetaut und überlebt

Link zum Artikel

Kartellamt gegen Facebook: Steht der "Gefällt mir"-Button auf der Kippe?

Link zum Artikel

Ja, ich gestehe, ich habe Modern Talking gehört

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

Was wollen die "Gelbwesten"? Wir haben sie gefragt

"Wir wollen leben, nicht nur überleben": "gilets jaunes" in Paris sprechen mit watson Klartext.

In Frankreich strömten auch diesen Samstag tausende "gilets jaunes" die Straßen und ließen ihrer Wut auf Präsident Macron freien Lauf. Die Stimmung war aufgeladen, viele wollten nicht mit Journalisten sprechen. 

Auf unserem Streifzug durch Paris haben wir Paul, Yves, Claire, Mégane, Yannik, Jessica und Marc kennengelernt. Sie alle erzählen Geschichten von sozialer Ungerechtigkeit, von prekären Lebensumständen. Es sind zum großen Teil Menschen, die kaum von ihrem Lohn leben können – …

Artikel lesen
Link zum Artikel