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FILE PHOTO: The Boston Globe's logo is seen on the newspaper's building in Boston, Massachusetts June 15, 2009.    REUTERS/Brian Snyder/File Photo

Bild: Brian Snyder/ Reuters

"Journalists are not the enemy" – US-Zeitungen verbünden sich gegen Trump

In den USA haben sich rund 350 Nachrichtenorganisationen dazu entschlossen, ein Zeichen für die Pressefreiheit zu setzen. Die vom "Boston Globe" koordinierte Aktion soll Donald Trump dazu auffordern, den "dreckigen Krieg gegen die Medien" zu beenden.  Die Zeitungen publizierten am Donnerstag je ein eigenes Statement zu dem Thema.

Neben kleineren lokal Blättern nahmen auch große Medienhäuser wie die "New York Times" und der "Houston Chronicle" an der Aktion teil. Auch internationale Medien beteiligen sich, so wie die britische Nachrichtenseite "The Guardian". Die Tageszeitung "Boston Globe", die den Aufruf startete, war selbst bereits Ziel von Trumps Medien-Attacken.

"Eine freie Presse braucht Sie", schreibt beispielsweise die "New York Times". Es sei richtig, Nachrichtenmedien für faktische Fehler zu kritisieren. Aber darauf zu pochen, dass kritische Berichterstattung Fake News sei, stelle eine Gefahr für die Demokratie im Land dar.

Einige Zeitungen entschieden sich dazu, nicht an der Aktion teilzunehmen, wie zum Beispiel das "Wall Street Journal". Der US-Präsident und seine Medienberater hätten Recht auf eine freie Meinungsäußerung, lautete es in einem Kommentar.

Trump gerät häufig für seine Angriffe auf Medien in die Kritik. "Seine Attacken sind strategisch, sollen das Vertrauen in die Berichterstattung untergraben und Zweifel an überprüfbaren Fakten schüren", schrieben die Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen und der Interamerikanischen Menschenrechtskommission, David Kaye und Edison Lanza vor einer Woche. "Wir sind besonders besorgt, dass diese Angriffe das Risiko erhöhen, dass Journalisten Gewalt ausgesetzt werden." Trump habe zudem nie den Beweis erbracht, dass Medien aus unlauteren Motiven falsch berichtet hätten.

Auch der Herausgeber der "New York Times", A. G. Sulzberger, hatte kürzlich kritisiert, mit seinen verbalen Angriffen gefährde Trump die Sicherheit von Journalisten. Er habe den Präsidenten bei einem Treffen im Weißen Haus im vergangenen Monat gewarnt, dass diese aufrührerische Rhetorik "zu einem Anstieg von Drohungen gegen Journalisten beiträgt und zur Gewalt führen wird".

Die Faktenprüfer der "Washington Post" hatten erst kürzlich berichtet, dass Trump in den 558 Tagen seit Amtsantritt 4229 falsche oder irreführende Angaben gemacht hat - das seien 7,6 Behauptungen pro Tag. Das Blatt gehört gemeinsam mit der "New York Times" und dem US-Sender CNN zu den bevorzugten Zielscheiben von Trump.

(aj/dpa)

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