International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Du likest schon wieder? 7 Gründe, warum der Facebook-Skandal noch nicht vorbei ist

Daniel Schurter

Inhaltsverzeichnis

Vergesst Cambridge Analytica!

Desinformation und Propaganda gibt es, seit sich Menschen zu Gruppen formieren und miteinander austauschen.

Cambridge Analytica mag wegen ethisch verwerflicher und mutmaßlich illegaler Geschäftspraktiken am Pranger stehen. Doch ist die britisch-amerikanische Firma kein Einzelfall, sondern Teil einer milliardenschweren Branche.

Längst hat modernste Technik aus dem Silicon Valley überall Einzug gehalten: Big Data war schon unter Obama eine Geheimwaffe im Arsenal der Politstrategen und Wahlkämpfer.

Der Kampf um die Macht wird in Hinterzimmern ausgetragen und mit unvorstellbar viel Geld. Dazu gehören Heere von Anwälten, die versuchen, System-Kritiker mundtot zu machen.

Es ist den Journalistinnen und Journalisten vom "Guardian", der "New York Times" und dem britischen TV-Sender Channel 4 hoch anzurechnen, dass sie sich nicht einschüchtern ließen und den neuesten Skandal publik machten. Andere Medien haken nach. Und auf die Vierte Gewalt folgt die Dritte, Zweite und die Erste.

Man darf gespannt sein, was herauskommt. Was wir heute schon wissen, ist, dass die obskuren Geschäfte um Wählerstimmen und Einfluss weitergehen ...

Zuckerberg hat ein Monster erschaffen, dass er nicht zähmen will

Ob der Facebook-Gründer manchmal schweißgebadet aufwacht? Wir wissen es nicht, und werden es kaum erfahren. Mark Zuckerberg wird sich hüten, dies auf seiner Facebook-Profilseite preiszugeben...

Was wir wissen, ist, dass er in den letzten Wochen rekordverdächtig viele Facebook-Aktien verkaufte, wobei dies schon vor längerer Zeit angekündigt wurde. Und nach dem Hochkochen des jüngsten Skandals schwieg er zunächst eisern – und erhielt dafür prompt einen eigenen Hashtag: #WheresZuck.

Dann meldete sich der Facebook-Chef endlich zu Wort. Und zur Vorbereitung hatte er offenbar eine ganze Kreidefabrik gefressen.

In salbungsvollen Worten bestätigt "Zuck" nun eigentlich nur, dass er am problematischen Geschäftsmodell festhält. Das muss niemanden verwundern: Er hat das "System Facebook" so konstruiert, dass es seine Mitglieder in einem starken Sog gefangen hält und sie dazu verleitet, möglichst viele höchst private Informationen preiszugeben. Daten sind Gold.

Die Medien sind Teil des Problems

Die Werbetreibenden gehen mit ihren Werbegeldern dahin, wo die User sind. Facebook verspricht die maßgeschneiderte Auslieferung von Anzeigen und eine enorme Reichweite.

Dies machten sich während vielen Jahren auch die traditionellen Medien zunutze – und tappten vertrauensselig in die Falle, die ihnen Zuckerberg gestellt hatte. "Ihr gebt mir gratis eure wertvollen Inhalte, ich vermittle euch mehr Publikum."

Ein trojanisches Pferd war der Like-Button, der es Facebook ermöglicht, die Leute außerhalb seiner Plattform zu überwachen. Erfasst werden auch Nicht-Mitglieder.

Animiertes GIF GIF abspielen

Bild: www.giphy.com

Aus Sicht von Facebook wurde es immer besser, denn nach ein paar fetten Jahren des ungebremsten Wachstums hieß es: "Ihr müsst uns bezahlen, damit wir eure Inhalte verbreiten." Böses Erwachen bei Verlagshäusern und Neuen Medien, die sich als Partner des Silicon-Valley-Riesen gesehen hatten.

Nun ging die Kosten-Nutzen-Rechnung nicht mehr auf. Und der Image-Schaden ist beträchtlich. Doch zum Glück gibt's eine gute Nachricht: Der Stoff für Zuckerbergs Albträume ...

Die Lösung ist brutal einfach

  1. #DeleteFacebook.
  2. #DeleteJedeAndereDatenkrake
  3. Nutze nur noch Dienste, die deine Daten wirklich schützen und deine Privatsphäre respektieren.

Ja, ich weiß, bei Boykott-Aufrufen herrscht schon innerhalb der Journalisten-Zunft keine Einigkeit. Doch wehre ich mich gegen Vorwürfe, dies sei heuchlerisch und bringe nichts.

Wie sonst, als übers Portemonnaie, soll man profitorientierte Unternehmen zu gesellschaftstauglichem Verhalten motivieren? Und wie sonst soll man Produkte stärken, die auf einem nachhaltigen Geschäftsmodell aufbauen?

Strengere Gesetze helfen kaum

Facebook hat sich bislang erfolgreich einer strengen Regulierung entzogen. Von Google, das bezüglich Web-Suche eine ähnliche Vormachtstellung einnimmt, lässt sich Ähnliches sagen. Abzuwarten gilt, was die neuen Vorschriften der EU zum Datenschutz bringen. Die DSGVO ist jetzt in Kraft.

Reaktion auf die Einführung der DSGVO.

Selbst wenn es den Politikern in Europa und den USA gelingen sollte, die Internet-Giganten mit strengeren Gesetzen und der Androhung von Rekordstrafen zu bändigen: Die Nachfolger stehen in den Startlöchern. Man erinnere sich an MySpace, Yahoo und andere ehemals mächtige Tech-Sterne, die vergingen. Muss Facebook zerschlagen werden? Ich denke nicht, dass dies zu rechtfertigen ist.

Was wir hingegen dringend in Angriff nehmen müssen, ist eine gerechtere Besteuerung dieser Konzerne, wie auch der unvorstellbar reichen Menschen dahinter. Denn ...

Die Tech-Milliardäre werden uns nicht retten

Man kann sie anhimmeln, ja vergöttern, doch das grundlegende Problem bleibt: Multimilliardäre wie Bill Gates haben ihr Vermögen auf Kosten anderer gemacht, um sich dann als große Wohltäter zu inszenieren – und weiterhin abzukassieren. Man sehe sich die Forbes-Liste der reichsten Männer der Welt an ...

Animiertes GIF GIF abspielen

Bild: www.giphy.com

Der Informationskrieg geht weiter*

* Auf die Gefahr hin, dass ich wie Daniele Ganser klinge, aber: Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! 😉

Es ist leider wahr: Desinformation und Propaganda werden weiterhin von allen Seiten auf uns einprasseln. Umso wichtiger ist Transparenz. Stichwort Parteienfinanzierung und Offenlegung von politisch motivierten Spenden.

Entscheidend ist die Medienkompetenz. Wir müssen unseren Kindern beibringen, woran man Fake News erkennt. Was passiert, wenn das Bildungssystem bei einer derart wichtigen Aufgabe versagt, sehen wir am Beispiel USA.

Animiertes GIF GIF abspielen

Bild: www.giphy.com

Mein Fazit: Wir sollten endlich Abschied nehmen vom Schwarz-Weiß-Denken. Ja, die "bösen Russen" und der "verrückte Kim" versuchen, mit ihren Hacker-Truppen westliche Demokratien zu destabilisieren.

Genau so gefährlich sind aber die Demokratie-Feinde im Westen. Wie zum Beispiel der ultrakonservative US-Milliardär Robert Mercer, der Cambridge Analytica finanzierte und Donald Trump zur Wahl verholfen haben soll.

Es gilt die IT-Sicherheit zu erhöhen, aber...

... 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht.

Weil wir nicht wissen, welche Kräfte hinter den Kulissen wirken, und wir nicht ausschließen können, dass Individuen und Massen über Facebook und Co. beeinflusst werden, ist klar: Technische Experimente wie das e-Voting sind viel zu riskant. Wir dürfen das Vertrauen in die direkte Demokratie nicht aufs Spiel setzen!

Das könnte dich auch interessieren:

So unterstützen die Celtic-Fans ihren Stürmer, der wegen Depressionen ausfällt

Link to Article

++ Polizei erschießt Straßburger Attentäter ++ IS-Miliz reklamiert Anschlag für sich ++

Link to Article

Doppelter Schutzengel – dieser Junge entkommt dem Tod zweimal

Link to Article

Klimawandel besiegt Seehofer – Das Wort des Jahres 2018 ist ... "Heißzeit" 

Link to Article

Trumps 4 größte Rechts-Probleme als Poster des Grauens

Link to Article

Übersteht May den heutigen Abend? 8 Fragen und Antworten zum Misstrauensantrag

Link to Article

9 Postboten-Fails, die wir einfach mal netterweise mit Humor nehmen

Link to Article

Abtreibungsparagraf soll ergänzt werden – warum Ärztinnen das kritisieren

Link to Article

Fans über RB-Geisterspiel: "15.000 Frankfurter in Rom, 16.000 Leipziger in Leipzig"

Link to Article

Taylor Swift nutzte Gesichtserkennung bei Konzerten, um Stalker zu identifizieren

Link to Article

Keiner schnappt schneller zu als diese Ameise – und sogar ihre Larven sind nicht sicher

Link to Article

Die Eintracht feiert in Rom den Rekord – Probleme gab es trotzdem

Link to Article

So cool kontert Dorothee Bär auf Kritik – und 5 weitere Boss-Moves von Politikern

Link to Article

Jens Lehmann fliegt mit Rot vom Platz und klaut einem Fan die Brille

Link to Article

3 Frauen an 3 Tatorten in Nürnberg niedergestochen – vom Täter fehlt jede Spur

Link to Article

Immunität von Björn Höcke offenbar aufgehoben – Eltern von getöteter Sophia zeigten ihn an

Link to Article

Die Deutschen mögen "Füße" und "pissen" – das Jahr 2018 auf Pornhub

Link to Article

"Kein Clan wäre so naiv" – ein Clan-Insider hat für uns "Dogs of Berlin" analysiert

Link to Article

Ein für alle Mal: Der Rundfunkbeitrag ist rechtens – 7 Fragen und Antworten 

Link to Article

Trumps Ex-Anwalt Cohen zu drei Jahren Haft verurteilt

Link to Article

Müllers Kung-Fu-Tritt: So vorbildlich reagiert er selbst – und so lustig die Fans

Link to Article

Warum Trump vom eigenen Impeachment spricht

Link to Article

Ein Android-Trojaner räumt innerhalb von Sekunden dein Paypal-Konto leer

Link to Article

May übersteht Misstrauensvotum – doch will nicht mehr bis zur Wahl 2022 im Amt bleiben

Link to Article

Mehr Kämpfer, maximaler Spaß –"Super Smash Bros. Ultimate" ist eine Granate

Link to Article

Nichts für schwache Nerven: Amerikaner hustet sich Teil der Lunge aus dem Leib

Link to Article

Ryanair unter Druck – wie der Billigflieger-Boss seine Airline retten will

Link to Article

Zugunglück in Ankara – mehrere Tote und viele Verletzte

Link to Article

Airbnb muss preisgeben, wer in München dauernd seine Wohnung vermietet

Link to Article

Coca-Cola, Pepsi, Nutella – warum den AfD-Plakat-Fälschern womöglich keine Strafe droht

Link to Article

Und hier ist die am irrsten aussehende Katze von Instagram

Link to Article

Siebenjährige offenbar in US-Grenzhaft verdurstet

Link to Article

Gelbe Westen: Macron erhöht den Mindestlohn – und das sind die Reaktionen

Link to Article

EU steht May beim Brexit bei – und wappnet sich für ein Scheitern

Link to Article

Sie wollte sich bloß Sommersprossen färben – aber wow, ging das daneben

Link to Article

Die 12 Dschungelcamp-Kandidaten stehen fest – wir haben sie nach Unbekanntheit sortiert

Link to Article

"Dümmste Idee meines Lebens" – Däne bereut "Sex-Foto" auf der Pyramide von Gizeh

Link to Article

11 effektive Wege, seinen Weihnachtsbaum vor einer Aggro-Katze zu schützen

Link to Article

Geburtenregister erlaubt das Geschlecht "divers" – unter einer umstrittenen Bedingung

Link to Article

Wein auf Bier, das rat' ich dir – 15 Alkohol-Mythen im Faktencheck

Link to Article
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Niederländische Bahn entschädigt Holocaust-Opfer – wegen Cruyffs Ex-Physio

In den Niederlanden ist Salo Muller, 82, so etwas wie ein Star. Als Physiotherapeut beim Fußballklub Ajax Amsterdam war er ein wichtiger Teil jener Mannschaft um Johan Cruyff, die Anfang der 70er-Jahre Europas Fußball aufmischte und aufstieg zum großen Konkurrenten des FC Bayern München.

Seit Mittwoch hat Salo Muller noch einen anderen Platz in der Geschichte sicher. Nach jahrelangem Kampf zwang er die niederländische Bahn Nederlandse Spoorwegen (NS) Verantwortung für ihre Rolle in der …

Artikel lesen
Link to Article