Schwedischer Studentin droht Gefängnis – weil sie einen Abschiebeflug stoppte

Auf Facebook wurde sie von vielen als Heldin bezeichnet. Der Grund: Im Juli dieses Jahres soll die schwedische Studentin Elin Ersson durch zivilen Ungehorsam die Abschiebung eines 52-Jährigen aus dem schwedischen Göteborg nach Afghanistan verhindert haben. Doch nun drohen ihr eine Geldstrafe und bis zu sechs Monate Gefängnis, wie der "Guardian" berichtet. 

Was war damals passiert? 

Kurz bevor das Flugzeug starten sollte, weigerte sie sich, Platz zu nehmen. Stattdessen blieb sie im Gang stehen, streamte live auf Facebook und forderte, den Mann aus Afghanistan aus dem Flugzeug zu bringen. "Wenn er nach Afghanistan abgeschoben wird, stirbt er wahrscheinlich", ruft sie mehrfach zur Begründung.

Die Konsequenz: Der Flieger konnte nicht starten und mehrere Menschen in der Maschine schlossen sich der jungen Frau an. Der Afghane konnte, begleitet vom Applaus der Passagiere, aussteigen. 

Hat Elin Ersson richtig gehandelt?

Ersson hatte ihre Protestaktion damals via Facebook übertragen: 

Am Freitag teilte die Staatsanwaltschaft in Göteborg mit, dass Ersson wegen "Verstößen gegen das Flugrecht" angeklagt werde, so der "Guardian". Zur Begründung hieß es, dass sie der Aufforderung des Kapitäns nicht nachgekommen sei und sich geweigert habe, sich hinzusetzen. Einen Termin für die Verhandlung gibt es noch nicht.

(hd)

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