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Familien von Amok-Opfern verklagen den Guru der Verschwörungstheoretiker

25.05.18, 14:00

Alex Jones ist einer der bekanntesten Verschwörungstheoretiker in den USA und so  verrückt es klingt: Er hat sogar Einfluss auf das Weiße Haus. Man kann es sich fast denken, Präsident Donald Trump ist Fan des cholerischen Radio- und Fernsehmoderators. Der muss sich jetzt jedoch vor Gericht verantworten.

Aber von vorne...

Wer ist Alex Jones?

Bild: tenor

Es gibt kaum eine Verschwörungstheorie, die zu crazy ist, um von Alex Jones verbreitet zu werden. Der Mittvierziger betreibt eine tägliche Radiosendung, einen Onlinefernsehsender und die berüchtigste Website Infowars.com.

Die Seite war einmal ein Sammelbecken obskurer Verschwörungstheoretiker. In Laufe der vergangenen Jahre gewann Infowars aber immer mehr an Bedeutung – auch wegen eines ausführlichen Interviews, das der damalige Präsidentschaftskandidat Donald Trump dem Moderator Jones im Jahr 2015  gab.

Die Verschwörungstheorien haben trotz gewachsener Reichweite und politischer Bedeutung aber nicht abgenommen. Jones glaubt etwa immer noch, dass die US-Regierung hinter dem Anschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 steckte. 

Jones glaubt außerdem, dass jemand etwas ins Trinkwasser mischt, das Frösche schwul macht.

Video: YouTube/Social Democrat

Warum wird Alex Jones verklagt?

In den vergangenen Monaten machte Jones vor allem mit einer Theorie immer wieder von sich reden: Amokläufe, wie der an der Sandy Hooks-Grundschule im Bundesstaat Connecticut im Jahr 2012, seien lediglich Fakes.

Dort seien gar keine Schüler gestorben. Stattdessen seien auf den Foto- und Fernsehaufnahmen lediglich Schauspieler, sogenannte "Crisis Actors" zu sehen. Keine Frage, dass die Menschen außerhalb von Jones' Verschwörungstheorie-Zirkeln keine Zweifel an der Echtheit des Amoklaufes haben. Der Schütze Adam Lanza tötete 28 Menschen.

Nach einem erneuten Amoklauf in Florida im Februar 2018 demonstrierten über 800.000 Menschen für eine Reform des amerikanischen Waffenrechts.

Nach einem erneuten Amoklauf in Florida im Februar 2018 demonstrierten über 800.000 Menschen für eine Reform des amerikanischen Waffenrechts. Bild: Pacific Press/dpa

Amokläufe lösen in den USA stets auch Debatten über eine Verschärfung des Waffenrechts aus. Alex Jones ist, wie die überwältigende Mehrheit der amerikanischen Rechten, ein vehementer Verfechter der Freiheit, Waffen zu tragen. Vermutlich ist das auch der wahre Grund für Jones' Stimmungmache gegen die Überlebenden und Opferangehörigen von Amokläufen.

Die führt dazu, dass Opferfamilien mehr als fünf Jahre nach dem Amoklauf immer noch tagtäglich bedroht und online belästigt werden. In den Augen vieler Jones-Fans blieben sie Teil einer Verschwörung, deren Hintermänner den Amerikanern die Waffen wegnehmen will, berichtet die "New York Times".

Diese Schüler wollen eine Waffen-Reform

Acht Opferfamilien und ein Mitarbeiter der US-Bundespolizei FBI, der nach dem Amoklauf in Sandy Hooks im Einsatz war, verklagen den Verschwörungs-Guru jetzt.

Sie werfen ihm Verleumdung vor – und verlangen Schadensersatz von Jones, der mit seiner Website und seinen Sendungen viel Geld verdient. 

Eine der Klägerinnen ist Veronique De La Rosa. Die Mutter des Sandy-Hook-Opfers Noah Pozner erklärte, Jones solle zuzugeben, dass "er eine Lüge verbreitete, dass Sandy Hook real ist und dass Noah ein echter, lebender, atmender kleiner Junge war, der es verdiente, den Rest seines Lebens auszuleben". Dieses Geständnis solle sich vor allem an seine Anhänger richten. (New York Times)

So nehmen amerikanische Comedians Jones aufs Korn

Mit seinen Verschwörungstheorien gerät Alex Jones auch immer wieder in den Fokus amerikanischer Comedy-Sendungen. Die Comedy-Central-Show "The Opposition" drehte den Spieß einfach um – und beschuldigte Alex Jones, gar nicht der echte Alex Jones zu sein, sondern ein "Crisis Actor".

Auch der britisch-amerikanische Comedian John Oliver widmete Jones ganze 22 Minuten seiner wöchentlichen Sendung. Darin zeigt er auch, wie Jones gezielt versucht, Produkte an seine Anhänger zu verkaufen:

(fh)

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